Schnell und billig? Nein danke!

Zeitlose Kultobjekte von Leica: Langlebigkeit in Perfektion – die 0-Serie.
Zeitlose Kultobjekte von Leica: Langlebigkeit in Perfektion – die 0-Serie.

 

 

Geht sie dem Ende zu, diese schnell-und-billig-Phase in unserer Konsumhaltung? Über Jahre hinweg musste alles billiger sein, alles schnell verfügbar sein und die Regel war: Benutzen, abnutzen, wegwerfen, neu kaufen! 

 

Mit der Greenland Jacket fing bei Fjällräven alles Bekleidungstechnische an. 1966 gaben die Mitglieder einer Grönlandexpedition die Anregungen für dieses Modell. Fjällräven produziert, neben neuen Modellen der Greenland Family, auch die Original-Jacke. Al
Mit der Greenland Jacket fing bei Fjällräven alles Bekleidungstechnische an. 1966 gaben die Mitglieder einer Grönlandexpedition die Anregungen für dieses Modell. Fjällräven produziert, neben neuen Modellen der Greenland Family, auch die Original-Jacke. Al

Sicherlich wird nicht jedes Produkt zum raren Sammlerstück wie die Leica 0-Serie von 1923, aber ein Trend zur Werthaltigkeit scheint sich doch abzuzeichnen. Besonders bei der Ausrüstung achtet der Kunde wieder darauf, auch Qualität einzukaufen. Markenware spielt dabei sicher eine Rolle, aber der Gedanke „Ich zahle für die Produkteigenschaften und nicht für den Namen!“ öffnet auch neuen Labels, die mit guter Qualität aufwarten, die Türen in einen Markt der zwar hart umkämpft ist, aber doch seit Langem von bestimmten Platzhirschen dominiert werden konnte. Hier tun sich Chancen auf, die auf Herstellerseite wieder nach qualifizierter Wertarbeit rufen und darüber hinaus auch den Handel mit gebrauchten Sachen wieder neu in Schwung bringen könnten. Wer jetzt glaubt, dass es ausreichend sei, einfach ein gutes Label auf die billig produzierte Ware aus Fernost zu kleben, könnte eine böse Überraschung erleben. Der kaufwillige Kunde ist nicht nur kritischer geworden, er ist auch besser informiert. Das Markenimage ist neben Produkttests, dem aktuellen Katalog und einer oft riesigen Anzahl an unabhängigen und subjektiven Erfahrungsberichten anderer Käufer der Marke oder eines bestimmten Produktes jederzeit online verfügbar, sodass ein Fachverkäufer schon gut vorbereitet sein sollte, wenn er einem gut informierten Kunden gegenüber nicht schnell in die Defensive geraten möchte. 

Ein gutes Beispiel, dass sich jahrelange stringente Imagepflege und Treue auszahlt, ist die schwedische Hosenmarke Fjällräven. Obwohl sie oft und teilweise hochwertig kopiert wurden, sind die Fjällräven-Produkte nach wie vor unangefochten und setzen sich auch gegen preislich attraktive Imitate souverän durch. Die Preisstabilität der Schweden ist dabei sicherlich nicht zuletzt der auf Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit ausgerichteten Firmenphilosophie dieser Outdoormarke geschuldet, die in bester Manier zu den Einstellungen und Werten des Kundenkreises für hochwertige Ausrüstung passt. Hohe Qualität und Langlebigkeit scheinen jedenfalls wieder ein klares Verkaufsargument zu sein. 

 

Doch wo Licht ist, muss es auch Schatten geben. Produkte, die ein „Leben lang halten“, haben für den Handel nicht nur positive Aspekte, die sich vornehmlich in einer besseren Marge niederschlagen. Im Prinzip kann der Händler davon ausgehen, dass er jeden Kunden nur einmal sieht, denn was sich nicht abnutzt, verbraucht oder einfach kaputtgeht, muss der Kunde ja auch nicht ersetzen. Hier muss es das Ziel sein, den Kunden mit Innovationen zu locken und möglicherweise auch den Gebrauchtwarenhandel zu fördern, sonst wird der Markt schnell gesättigt sein und der Händler bleibt auf der Ware entweder sitzen oder muss sich auf einen leidigen Preisverfall einstellen. Vielleicht können wir hier von den Autohändlern lernen, die ebenfalls ständig mit dem Problem des Neuwagenverkaufs bei noch funktionierenden Altfahrzeugen zu kämpfen haben und dies über interessante Rückkaufmodalitäten zu steuern versuchen. www.leica-camera.com + www.fjallraven.se