Edle Grabbeigabe

 

 

Dass besondere Waffen und vor allem handwerklich bis zur Perfektion gearbeitete Messer, Schwerter und Degen seit jeher und bis heute zu den begehrtesten Prestigeobjekten gehören, ist kein Geheimnis. Zumal im Kreise jener, die mit solcherlei Handel treiben. 

Noch im 16. Jahrhundert gehörte eine einsatzbereite Hieb- oder Stichwaffe zur normalen Ausstattung vor allem des Adels. Getragen wurde eine leichte aber gleichsam effiziente Waffe wie ein Degen oder ein leichteres Schwert. Die genaue

Begriffsbestimmung weicht von der heutigen Verwendung der Bezeichnungen insofern ab, als eine ganze Zeit lang der Name „Rapier“ allumfassend für diese zur täglichen Kleidung des Adels gehörenden Waffen benutzt wurde. In den meisten Fällen – und so lautet auch die heutige Definition – handelt es sich bei einem Rapier um eine sehr schlanke, lange  Waffe, deren Klingenmaterial weniger flexibel ist als es bei einem Degen der Fall sein würde. Eine Besonderheit der Rapiere sind auch die besonders  geformten Körbe für den Handschutz des Fechters.

Im Domschatz zu Fritzlar kann heute eine solche  Klinge bestaunt werden, die einst Kasper von Breidenbach gehörte und die bei seinem Tod 1606 mit ihm in die Gruft  gelegt wurde. Bei Ausgrabungen in der Dom-Sakristei im Frühjahr 1977 wurde das Grab geöffnet und die Klinge entnommen. Der Erhaltungszustand des Metalls nach 371 Jahren in der feuchten Kühle des Grabes ist zwar erstaunlich gut, doch ist die von vornherein schon filigran geschmiedete Klinge heute so fragil, dass sie lediglich grob vermessen und dann für die Nachwelt unter Glas  gesichert werden konnte.          

Maßangaben:

Gesamtmaße: 126 cm / 16 cm / 15 cm

Fragment an der Spitze: Länge 13,5 cm, Durchmesser ca. 1 cm.