Die Guten und die Bösen?

Ole Einar Bjoerndalen, der Ausnahmeathlet aus Norwegen, schießt mit Anschütz-Gewehren. (www.anschuetz-sport.com)
Ole Einar Bjoerndalen, der Ausnahmeathlet aus Norwegen, schießt mit Anschütz-Gewehren. (www.anschuetz-sport.com)

Outet man sich in der Öffentlichkeit als Waffenfreund, ist einem spontaner Gegenwind gewiss. Im besten Fall ist das Gegenüber neugierig, was es denn nun mit der „Schießerei“ auf sich hat. Meist fällt das Urteil aber deutlich negativer aus, da wird man als Jäger gern schon einmal pauschal als Mörder abgestempelt.

 

Ganz anders bei den Biathleten und Bogenschützen. Erstere haben sich trotz ihres militärischen Hintergrundes (bei den Olympischen Spielen 1948 hieß es noch Militärpatrouillenlauf, bis 1977 wurde mit Großkalibergewehren geschossen) zu allgemein bewunderten Hochleistungssportlern entwickelt. Denn die zahlreichen Fernsehübertragungen haben der breiten Öffentlichkeit gezeigt: Diese Männer und Frauen repräsentieren Deutschland! Sie flitzen höchst erfolgreich auf Langlaufski durch die Berge und wenn sie mit ihren futuristisch aussehenden Gewehren schießen, macht es kaum „piff“. Zahlreiche Olympiasiege und Auszeichnungen als „Sportler des Jahres“ haben ihren Teil dazu beigetragen, das Image des Biathlons positiv zu beeinflussen. Eine beispielhafte Karriere!

 

Die innere Mitte

Einen anderen Weg zur breiten Akzeptanz ist der Bogensport gegangen. Hier haben Club Méditerranée und Co ganze Arbeit geleistet, um zu zeigen, dass es bei diesem Sport vor allem um eines geht: Konzentration. Bogenschießen wird heute im gleichen Atemzug mit Meditation und Yoga genannt und sogar als therapeutisches Bogenschießen zur Persönlichkeitsentwicklung angeboten. Selbst an Volkshochschulen kann man den Bogensport erlernen. Natürlich könnte man mit einem Pfeil auch einen Menschen verletzen oder gar töten. Dieser Umstand fällt in der Öffentlichkeit jedoch anscheinend nicht weiter ins Gewicht, wohl deshalb, weil (bisher) nun mal keine Schulkinder bei einem Amoklauf mit Pfeil und Bogen zu Schaden kamen.

 

Schütze – was tun?

Da sieht es bei den Schützen schon ganz anders aus. Dass 2009 der Vater von Tim K., dem 17-jährigen Amokläufer von Winnenden, als Mitglied eines Schützenvereins eine seiner Waffen statt im Tresor im Schlafzimmer aufbewahrte, wurde 15 Jugendlichen zum tödlichen Verhängnis. Solche Ereignisse brennen sich stark in die Köpfe der breiten Öffentlichkeit ein. Zumal die Berichterstattung in den Medien sehr einseitig verläuft und die Vorfälle, in denen legale Waffen beteiligt sind, überdimensional aufgebauscht werden. Da ist es schwer, dagegenzusteuern. Eine Möglichkeit sind Tage der offenen Tür mit einem bunten Rahmenprogramm. Denn viele Nicht-Schützen haben keine Vorstellung davon, wie es in einem Schützenverein abläuft. 

 

Nichts zu verbergen

 

Dass bei Waffenfreunden alles legal und sicher abläuft, können auch waffenführende Geschäfte zeigen. Offene Türen symbolisieren: Wir haben nichts zu verbergen! Das kann im Rahmen eines Stadtfestes sein oder zu passenden Terminen, zum Beispiel nach einer Ladenrenovierung oder als eigenes kleines Sommerfest. Bei der Argumentation helfen viele Ausarbeitungen der German Rifle Association (GRA) – und auch ein leckeres Würstchen (vielleicht vom Wildschwein?) kann helfen, so manchen Skeptiker zu überzeugen. www.german-rifle-association.de