Ein Meister seiner Zunft setzt sich zur Ruhe

Die amerikanische Geschichte als vierteilige Serie „The American Legacy“ graviert von Claus Willig.
Die amerikanische Geschichte als vierteilige Serie „The American Legacy“ graviert von Claus Willig.

Ein absoluter Perfektionist, beseelt von seiner Handwerkskunst und immer bestrebt, höchste Qualität zu fertigen, dabei bescheiden und zurückhaltend – so wird Claus Willig in Fachkreisen gern beschrieben. Der 75-jährige Graveurmeister, der das Handwerk ab 1955 bei seinem Vater Emil Willig erlernt hat, hat sich Anfang des Jahres zur Ruhe gesetzt. Dabei kann er zurückblicken auf eine überaus erfolgreiche Zeit: Bekannt vor allem für seine edlen Stahlreliefgravuren, Goldeinlagen und Goldlinien sowie feine Arabesken, waren Unikate die Spezialität von Claus Willig, der sich in den 60er- und 70er-Jahren zuerst in den USA einen Namen gemacht hat. Filigrane, realitätsnahe Westernszenen und Großwildmotive wurden zu seinem Markenzeichen. Für internationales Aufsehen sorgte seine Gravur der „Löwenbüchse“ aus der SCI-Reihe „Big Five“, die die Firma Paul Jaeger Inc. für den exklusiven Safari Club International herstellte. Dadurch wurde der Meister aus Schweinfurt auch in Deutschland schnell bekannt. Zu den markantesten Arbeiten gehören die für Horst Trigatti gravierten „The American Legacy“-Revolver: Auf vier SA-Revolvern ließ Willig in lebensechten Szenen die amerikanische Geschichte, von der Wikinger-Zeit bis zur Mondlandung, lebendig werden.

Claus Willig, Member of Firearms Engravers Guild of America und Lifemember (Nr. 97) des Safari Club International, zählt sicher zu den weltweit bedeutendsten Graveuren des 20. Jahrhunderts, weil er seine Motive sowohl auf dem Papier als auch mit dem Stichel akribisch genau umgesetzt und somit Künstlerisches und Handwerkliches in höchster Qualität vereint hat, da sind sich Branchenexperten, Kollegen und Liebhaber edler Handfeuerwaffen einig. mvc