Swarovski gewinnt auf der Insel

In Absam, Tirol, dürften die Sektkorken geknallt haben, als bekannt wurde, dass der seit 2011 schwelende Rechtsstreit um die Verletzung eines Patentrechtes des Zielfernrohres Z6 aus dem Hause Swarovski (WM-Intern 8/2011) durch Leica zugunsten des Klägers ausgegangen ist. Bereits bei der Vorstellung der „Magnus“-Serie von Leica in Nürnberg 2011 wurden auffällige Ähnlichkeiten an der optischen und mechanischen Konstruktion des Zielfernrohres mit der des Z6 moniert und führten zu mehreren Klagen wegen Verletzung eines deutschen Gebrauchsmusters sowie eines Europäischen Patents gegen die Leica Camera AG. In erster Instanz wurde die Klage der Swarovski Optik KG vor dem englischen Gericht in einem Urteil vom Mai 2013 bestätigt. Die nun vom Londoner Patentgericht abgewiesene Berufung der Leica Camera AG macht das Urteil von 2013 rechtskräftig.  Nach Aussagen von Technik-Vorstand, Dr. Gerd Schreiter, sichert die Bestätigung des Urteils nicht nur die Branchenführerschaft des Tiroler Optikherstellers, sondern ist auch ein wichtiges Signal zum Schutz jener Unternehmen, die das Risiko investitionsintensiver Entwicklungsarbeit auf sich nehmen. Es bleibt abzuwarten, welche Konsequenzen das Urteil in Großbritannien nun für den Verkauf der Magnus Zielfernrohre haben wird, denn das Urteil stellt lediglich die Rechtsverletzung fest, wodurch der weitere Rechtsweg nun eröffnet ist, jedoch ebenso ein intern vereinbarter Vergleich zwischen den beiden Optik-Herstellern theoretisch möglich wäre.

www.leica-camera.com

www.swarovskioptik.com