Im Praxistest – Handliches Leichtgewicht mit inneren Werten

Raus aus dem Labor, ab in die freie Wildbahn mit dem WM-Intern Alltagstest. Alltagstest heißt bei uns, dass die Geräte von ganz normalen Nutzern getestet werden. Es geht nicht darum, technische Daten oder Leistungen aus den Produktbeschreibungen zu überprüfen, sondern ganz einfach festzustellen, wie sich ein Gerät im täglichen Umgang präsentiert, wie verständlich Anleitungen sind und ob es sich ohne lange Übung erfolgreich bedienen lässt.

In den vergangenen Monaten hatten wir die V-LUX 4 von Leica in der Redaktion und haben sie als normale Arbeitskamera anstelle unserer üblichen Spiegelreflex-Kameras eingesetzt. 

Was dabei natürlich zuerst aufgefallen ist: der Gewichtsunterschied. Mit ihren 589,5 Gramm mit eingesetztem Akku und Speicherkarte ist die V-LUX 4 ein absolutes Leichtgewicht, was sich gerade dann positiv auswirkt, wenn die Kamera beispielsweise im Messeeinsatz den ganzen Tag dabei sein muss. Mit ihrem 24-fachen Telezoom-Objektiv besitzt die kleine Leica ein sehr weites Einsatzspektrum, das zudem ohne Objektivwechsel abrufbar ist. Das Leica DC Vario-Elmarit 1:2,8/4,5–108 mm ASPH Objektiv bietet einen Brennweitenbereich von 25 mm Weitwinkel bis 600 mm Supertele im Kleinbildformat. Spannend ist dabei die Lichtstärke von 1:2,8, die im gesamten Brennweitenbereich erzielt wird. So kommt man bei Innenaufnahmen und schlechten Lichtverhältnissen mit kurzen Belichtungszeiten und meistens mit dem kleinen integrierten Blitzlicht aus. 

Auf den ersten Blick spart sich der Journalist im Außendienst nicht nur das Mitschleppen einer großen Fototasche samt der gängigen Auswahl an Wechselobjektiven und Blitzlicht, er spart auch Zeit bei der Vorbereitung, denn wenn der Akku geladen und die Speicherkarte leer ist, hat man eigentlich immer alles dabei.

Wer die Arbeit mit Kompaktkameras gewohnt ist, wird sich über das reiche Angebot individueller Einstellungsvarianten und Arbeitsprogramme freuen und gleich loslegen können. Der SLR-Fotograf wird den Einstellungsring des Zooms am Objektiv vermissen und sich an die Bedienung der Zoomtasten gewöhnen müssen. Darüber hinaus jedoch vereint der leichte Zwerg fast alle Vorzüge der größeren Schwestern mit den typischen Merkmalen der Kompaktkameras, zum Beispiel den vielen Voreinstellungen für besondere Aufnahmesituationen. Dabei kam im Alltagstest, der bei WM-Intern auch mit der Dokumentation von Schaufenstern und Produktpräsentationen zu tun hat, eine Aufnahmeeinstellung besonders gut an: Die im Leica Szenenmodus „Durch Fenster“ genannte Einstellung ersetzt den sonst notwendigen Polarisationsfilter. Der Bedienaufbau der V-LUX 4 erinnert insgesamt stark an den Aufbau klassischer SLR-Kameras und bietet über das gut zu fassende Bedienrad auch die SLR-typischen Aufnahmeprogramme zur Direktanwahl. 

Den Streitpunkt zwischen dem klassischen Blick durch den Sucher oder dem Blick auf eine Außenanzeige begegnet Leica, indem beides genutzt werden kann. Das große 3-Zoll-Display bietet durch seine Schwenk- und Drehbarkeit eine Reihe von Perspektivmöglichkeiten, die sonst nur unter sportlichem Körpereinsatz zu erreichen wären. In Zeiten der sozialen Medien sind damit auch die beliebten Selfies jederzeit möglich.

Das Fazit

Der Einsatz der federleichten Leica hat nach kurzer Gewöhnungszeit zu einem angenehmen Arbeiten mit der Kamera geführt und gerade in den Bereichen eine hervorragende Bildqualität geliefert, die zu den Alltagsherausforderungen in der Redaktion gehören. Bei Innenaufnahmen kamen der Leica die Leistungen bis zu ISO 6400 des 12-MP-CMOS-Bildsensors zugute. Des Weiteren löst die spiegellose Kamera sehr leise aus, was vor allem bei Serienaufnahmen von Rednern usw. von Vorteil war. 

Die Videofähigkeiten in Full-HD-Qualität, wie sie das gut verständlich aufgebaute Handbuch erklärt, haben wir nicht ausgiebig getestet, noch gehören die bewegten Bilder nicht zu den Standardanforderungen unserer Redaktion, aber das kann ja noch werden. 

www.leica-camera.com