Der Lektor …

16 Einzelteile, handverzierte Schrauben und eine im japanischen Stil mit Blattgold verzierte Aufbewahrungsbox – der Parmesanbrecher.
16 Einzelteile, handverzierte Schrauben und eine im japanischen Stil mit Blattgold verzierte Aufbewahrungsbox – der Parmesanbrecher.

... schreibt über handgemachte Messer.

Christoph Daim ist Mitglied der Deutschen Messermacher Gilde und hat dort die Funktion des Lektors übernommen. Für WM-Intern schreibt er aus der Sicht des Messermachers über ausgefallene und kunstvolle Messer. 

www.vienna-suiseki.com

www.deutsche-messermacher-gilde.de

 

Um keinen Messermacher und seine Werke im Ruf eines Verrückten, der „praxisferne“ Werkzeuge baut, erscheinen zu lassen, richten wir in der ersten Folge den Blick auf eine meiner eigenen Kreationen: „Big Blade“ ist mit seiner Klingenlänge von 7 Zentimetern ein legales, feststehendes Messer. Ein sogenannter „Parmesanbrecher“, wenn man einen funktionellen Hintergrund sucht. 

Oder man kann es auch anders sehen: Als den Versuch, einen Handschutz – wie ihn viele von Ihnen von japanischen Schwertern als `Tsuba` kennen – in einer Miniaturversion auf ein handliches Messer zu montieren. Herausgekommen ist dabei ein feststehendes Messer mit 19,5 Zentimeter Gesamtlänge, das aus 16 Einzelteilen besteht. Es ist komplett zerlegbar. Jede Schraube wurde einzeln von Hand dekoriert und gefeilt und passend zur Farbe des Hintergrundes entweder gebläut oder gebräunt. 

Weitere Bestandteile sind antiker Knochen und rostfreier Damast. Allerdings wurde die Klinge poliert, das heißt die Damastmusterung ist nur bei günstigem Licht erkennbar und sieht aus wie Regen auf einer Wasserfläche. Dadurch entsteht ein schöner optischer Täuschungseffekt: In der Klinge spiegelt sich die Tsuba so, dass der Betrachter immer einen kompletten, runden Handschutz sehen kann, was ja eigentlich unmöglich wäre …

 

Ein ungewöhnliches Stück, dem man mit einem schnellen Blick (und diesen wenigen Zeilen) nicht wirklich gerecht werden kann.