Mi

10

Sep

2014

Eine Ära geht zu Ende

Arnold Weiß, Gerber in der fünften Generation und passionierter Jäger, trägt die Jagdstutzer-Jacke Modell 897 und die Pelzstiefelhose Modell 128.
Arnold Weiß, Gerber in der fünften Generation und passionierter Jäger, trägt die Jagdstutzer-Jacke Modell 897 und die Pelzstiefelhose Modell 128.

„Leder Weiß“: Das steht für jagdliche Lederbekleidung in höchster Qualität. Zum Jahresende wird Inhaber Arnold Weiß nach 51 Jahren die Pforten seines Geschäftes schließen.

1963 gründete der Sohn einer alten Gerberfamilie das Geschäft in Dennhausen bei Kassel mit der Produktion für Lederhosen für Kinder, 1968 zog die Firma in größere Räumlichkeiten nach Breuna um. Durch persönliche Kontakte weitete sich das Angebot auf jagdliche Lederbekleidung aus, die rasch immer beliebter wurde – über Deutschlands Grenzen hinaus. In den achtziger Jahren trugen sogar prominente Persönlichkeiten wie der König von Schweden oder der Bürgermeister von Moskau eine Weiß-Jacke: Das Modell „897“, eine Pelzveloursjacke im Stutzer-Schnitt mit innen liegendem Schafpelz (siehe Foto oben). Auch Ansitzbekleidung mit Schafpelz wurde bei Weiß gern und viel gekauft.

„Es gibt so viele schöne Erinnerungen“, überlegt Arnold Weiß. „Als wir damals völlig unverhofft europaweit erfolgreich waren, viel nach Frankreich und Dänemark und darüber hinaus verkauft haben – das war schon eine tolle Zeit.“ 

Heute ist jagdliche Bekleidung aus Leder leider nicht mehr so gefragt: Andere Materialien haben die Tierhaut verdrängt. Auch gegen die günstige Konkurrenz der in Fernost gefertigten Produkte konnte Arnold Weiß nicht viel ausrichten. Spätestens Ende 2014 wird er daher „Leder Weiß“ schließen, nach einem Ausverkauf und dem Abschluss der laufenden Bestellungen.

Mit Lederhosen für Kinder fing 1963 alles an.
Mit Lederhosen für Kinder fing 1963 alles an.
Eine klassische Kniebundhose aus Leder.
Eine klassische Kniebundhose aus Leder.