Mi

19

Nov

2014

Schöne neue Welt! Google weiß, was gut und was böse ist

Der letzte unermessliche Marktplatz, die neue Chance für Verkauf und den Kampf um die Aufmerksamkeit der Kunden: Der Online Markt – The Final Frontier! 

Wir finden heute kaum noch eine Marketing-Konzeption, in der es nicht um die Eroberung dieses freien großen Marktplatzes geht, wo überlegt wird, wie den Garagenhändlern begegnet werden sollte, die allein über Internetmarktplätze verkaufen und die Fachhandelspreise kaputt machen. Da wird auch heftig über die Platzierung von Werbebudgets gestritten, die nach dem Willen so manch eines Marketingstrategen überwiegend in die Onlinewerbung gesteckt werden sollen. 

Dieser Traum vom großen Marktplatz gerät nun zumindest für die Waffen- und Jagdbranche ins Wanken, denn einer der dominanten Vernetzer auf dem Onlinemarktplatz hat beschlossen, dass er genau unsere Branche nicht mehr haben möchte. Was Jagdgegner und Anti-Waffen Lobbyisten auf demokratischem Weg kaum vermögen, setzt der Onlineriese Google in einer lapidaren Werberichtlinie mal eben um. Im September diesen Jahres treten die neuen Richtlinien in Kraft, die unter dem schönen Vorsatz, dass die Google-Nutzer online und offline sicher sein sollen, einen erweiterten Katalog unzulässiger Inhalte für die Werbung auf Google enthalten. Auf den ersten Blick eine gute Idee, jedoch legt Google damit gleich auch einen Bann auf – nicht nur nach deutschem Recht – bedenkliche oder verbotene Gegenstände, sondern schert unsere Sport- und Jagdwaffen sowie Zubehörteile wie Zielfernrohre usw. gleich mit über den Kamm der gefährlichen Aggressionshilfsmittel. (s. Infokasten Google-Richtlinien)

„Nicht so schlimm!“, könnten wir jetzt sagen, dann geben wir eben kein Geld mehr für Adword-Werbung auf Google aus, dann gibt es eben nur noch die Suchmaschinenoptimierung auf der eigenen Website und fertig. Leider ist diese Ansicht zu kurz gedacht, bei einer Suchmaschine, die nach Angaben von SEO-united.de einen Marktanteil von fast 95 Prozent aller Suchmaschinenanfragen in Deutschland hält und sich durch den nächsten Konkurrenten, Bing, mit einem Anteil von 1,82 Prozent, nicht wirklich herausgefordert sieht. Aus Googles Sprachgebrauch lässt sich leicht ablesen, dass der in der großen Freiheit des Internets agierende Gigant seine Richtlinien auf Augenhöhe mit nationalen Gesetzen sieht: „Google erwartet, dass alle Werbetreibenden sämtliche geltenden Gesetze und Bestimmungen sowie die AdWords-Richtlinien jederzeit einhalten …“ (Quelle: https://support.google.com/adwordspolicy/answer/6025827 – Stand 18.09.2014) und wird sicherlich nicht davor zurückschrecken, Websites komplett zu sperren, wenn deren Inhalte nicht mit den Wertvorstellungen der Google-Macher konform sind. Das kann im schlimmsten Fall bedeuten, dass unsere mühsam für Google optimierten Shop- und Imageseiten einfach über Google nicht mehr zu finden sind. Hier gilt es nun auch, die anderen, wenn auch viel kleineren Suchmaschinen, im Auge zu behalten und sich nicht mehr in der trügerischen Sicherheit zu wiegen, dass Google seine Nutzer schon auf unsere Internetseiten bringen wird, denn was Google für Gut und was für Böse hält, das entscheidet alleine Google, einen Rechtsweg gibt es da nicht.