Lapua – eine Unternehmensgeschichte

Historische Ansicht des Werksgeländes aus den 1920er Jahren.
Historische Ansicht des Werksgeländes aus den 1920er Jahren.

 

Die Nammo Schönebeck GmbH, früher unter dem Namen Lapua GmbH bekannt, ist der älteste noch produzierende Munitionshersteller Deutschlands und einer der größten Hersteller für Kleinkalibermunition in Europa. Seit 186 Jahren wird in Schönebeck an der Elbe Munition hergestellt, vor allem für die Jagd und das sportliche Schießen. Die Sportmunition wird heute auf modernsten Maschinen hergestellt und an Kunden in über 50 Ländern geliefert.

Das neue Lapua-Verpackungsdesign für die Zielgruppe der jungen Schützen.
Das neue Lapua-Verpackungsdesign für die Zielgruppe der jungen Schützen.

Die Zeit ist nicht spurlos an dem Munitionshersteller vorübergegangen, immerhin hat er mehrere Kriege miterlebt. Gegründet wurde das Unternehmen 1829 von Louis Sellier und Nikolaus Bellot in Schönebeck zur Herstellung von Zündhütchen. Der Standort war ideal, da sich in unmittelbarer Nähe eine Königlich Preußische Chemische Fabrik befand, die Salpetersäure lieferte. Bis 1945 wurden in Schönebeck alle nur denkbaren Patronenkaliber für zivile und militärische Anwendungen hergestellt. Als alliierte Truppen das Werk besetzten, wurden die Anlagen zur Produktion militärischer Munition vollständig abgebaut. Mit der Gründung der beiden deutschen Staaten 1949 wurde die Firma in einen Volkseigenen Betrieb (VEB) umgewandelt und firmierte ab 1951 als VEB Sprengstoffwerk Schönebeck. Neben Jagdschrotpatronen wurden hier Kleinkaliber-, Industrie- und Manöverpatronen hergestellt, außerdem Sprengkapseln, Bergbausprengstoffe, Fackeln, Luftgewehrkugeln und Diabolos. Zu diesem Zeitpunkt war die Munition aus Schönebeck wegen ihres hohen Qualitätsstandards bereits weltweit bekannt, sowohl in Ost als auch in West.

Mit der Wende 1989 wurde der VEB an die Treuhandanstalt übergeben, geteilt und drei Jahre später die Jagd- und Sportmunitionssparte an die finnische Firma Lapua Oy verkauft. Die Skandinavier strafften die Produktpalette und konzentrierten die Produktion auf Kleinkaliberpatronen. Im letzten Jahr wurde die Firma erneut umbenannt in Nammo Schönebeck GmbH. Ebenfalls 2014 wurde die Schrotpatronenfertigung eingestellt (WM-Intern 12/2014).

Heute ist Nammo Schönebeck ein weltweit erfolgreicher Hersteller von Kleinkaliberpatronen. Bei der Winter-Olympiade 2014 in Sotschi wurden 32 von 33 Medaillen mit Munition aus Schönebeck gewonnen! Im Lapua-Service-Center werden Munitionstests für Top-Athleten, Schützenvereine, Händler und Kunden durchgeführt. So weiß der Anwender genau, ob und welche Munitionslose für seine Waffe passend sind.

In diesem Jahr stellten die Schönebecker auf der Shot Show in den USA und auf der IWA OutdoorClassics in Nürnberg eine neu entwickelte Patrone für das Training im Biathlonsport vor, mit der bei Temperaturen bis -20 Grad Celsius stabile Trefferleistungen möglich sind. Ebenfalls wurden ein neues „SK“-Logo und ein neues Verpackungsdesign eingeführt. Damit verbunden ist eine Fokussierung der Marketing- und Verkaufsaktivitäten in Richtung jugendliche Schützen der Altersgruppe 16-21 Jahre. Nammo Schönebeck legt besonderes Augenmerk auf die Arbeit mit der Schützenjugend und fördert ausgewählte talentierte Schützen im In- und Ausland.

www.lapua.com 

www.sk-ammunition.com

(ali)   

Sotschi 2014 – eine äußert erfolgreiche Olympiade für Lapua-Schützen.
Sotschi 2014 – eine äußert erfolgreiche Olympiade für Lapua-Schützen.
Messeauftritte 2015: Shot Show (oben) und IWA OutdoorClassics.
Messeauftritte 2015: Shot Show (oben) und IWA OutdoorClassics.