Klötzli – Familienuntermehmen mit Tradition

Klötzli Messerschmiede, Friedrich Ernst Klötzli mit Familie, Burgdorf um 1890. © Klötzli
Klötzli Messerschmiede, Friedrich Ernst Klötzli mit Familie, Burgdorf um 1890. © Klötzli

In der biedermeierlichen Zeit des aufstrebenden Bürgertums wurde der Grundstein für die über 150-jährige Entwicklung der Klötzli Messerschmiede gelegt, die heute bereits in der fünften und sechsten Generation geführt wird. Im Archiv der Firma finden sich die noch erhaltenen Wander- und Tagebücher der ersten vier Klötzli-Generationen sowie erfreulich viel Bildmaterial, aus dem sich wertvolle Schlüsse über Alltags- und Geschäftsleben ziehen lassen. 

Alles begann 1835, als Gründer Johann-Ulrich Klötzli (1820–1882) eine vierjährige Lehre bei Messerschmiedmeister Burri an der Mühlegasse in Burgdorf absolvierte und den Betrieb 1846 übernahm. Nachdem Friedrich Ernst Klötzli (1843–1923) das Handwerk seines Vaters erlernt hatte, führten ihn seine Wanderjahre nach Deutschland und Frankreich. Nach seiner Geschäftsübernahme baute er die Werkstatt und später, im Jahr 1891, das Ladengeschäft aus. Er erweiterte die Produktpalette seines Vorgängers um Werkzeuge für die Viehpflege und die Forstwirtschaft. Auch Ernst Alfred Klötzli (1873–1942) ging nach der Lehre bei seinem Vater „in die Fremde“. 1917 übernahm er das Geschäft in dritter Generation. 1924 wird an der Gewerbeausstellung des Kantons Bern (KABA) das erste rostfreie Tafel-Fruchtmesser von Ernst Alfred Klötzli mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. 

In vierter Generation lernte dann Ernst Ulrich Klötzli (1911–1975) bei seinem Vater Messerschmied und besuchte gleichzeitig die kaufmännische Schule. Seine Wanderjahre führten ihn nach Frankreich, wo er sein handwerkliches Wissen vertiefte. 1942 übernahm er das elterliche Geschäft. Er baute den ersten Elektromotor in der Werkstatt ein. 1946 kaufte er das Haus an der Hohengasse 3 und verlegte den Laden in die aufstrebende Oberstadt Burgdorfs. Die Werkstatt blieb an der Mühlegasse 3. Er lancierte die Kerbschnitzmesser, die er mit dem Holzschnitzer Christian Rubi entwickelte. Hans Peter Klötzli (geb. 1946) machte seine Messerschmied-Lehre bei Victorinox. Er begab sich 1969 auf Wanderschaft, jedoch nicht um sich weiterzubilden, sondern um die Welt anzuschauen. Seit er 1972 das elterliche Geschäft übernommen hat, zeichnen Verbundenheit mit der Tradition und gleichzeitig Innovationsgeist seine Arbeit aus. Unter der führenden Hand ihres Vaters H.P. arbeiten Nina und Samuel nun seit einigen Jahren im Familienbetrieb mit. In verschiedensten Gebieten dürfen sie von der großen Erfahrung der Eltern profitieren und sie unterstützen. Im Moment bewährt sich die Familie als Team. 

Neben unzähligen Eigenproduktionen hat die Klötzli Messerschmiede auch die Vertretung vieler internationaler Marken in der Schweiz (Auflistung siehe unten). Einige davon führt das Unternehmen schon seit Langem. So waren sie zum Beispiel der erste europäische Kunde von CRKT. Jeweils angepasst an die Schweizer Waffengesetze werden von all diesen Marken entsprechend Lager geführt.

www.klotzli.com

Die Werkstatt und das Ladenlokal der Firma Klötzli heute. © Klötzli
Die Werkstatt und das Ladenlokal der Firma Klötzli heute. © Klötzli