Messerportrait: Trapez-Messer

 

Christoph Daim schreibt über handgemachte Messer. Er ist Mitglied der Deutschen Messermacher Gilde und hat dort die Funktion des Lektors übernommen. Für WM-Intern schreibt er aus der Sicht des Messermachers über ausgefallene und kunstvolle Messer. 

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„Trapez-Messer“ von Helmut Klein bei der Messer Macher Messe 2015 im Deutschen Klingenmuseum, Solingen. © Christoph Daim
„Trapez-Messer“ von Helmut Klein bei der Messer Macher Messe 2015 im Deutschen Klingenmuseum, Solingen. © Christoph Daim

 

Der Trapez-Künstler: Es kommt nicht so oft vor, dass ich mir ein Messer erklären lassen muss, um es im Detail wirklich zu verstehen. Aber Helmut Kleins „Trapezmesser“ wirkte schon auf den ersten flüchtigen Blick bei der heurigen Solinger MesserMacherMesse so ungewohnt und eigenartig – eine extrem dünne und flexible Klinge, die nur für sehr feine Schneidarbeiten geeignet scheint und ein auffälliger Winkel zwischen Klinge und Griff ließen mich beim Messermacher nachfragen. Das Ergebnis präsentiert sich als ein in sich völlig schlüssiges und durchdachtes Konzept, ein Kunstmesser – gewissermaßen ein Lob auf das Trapez!

Da das Trapez ein immer wiederkehrendes, wichtiges Gestaltungselement vieler Messer von Helmut Klein ist, entschloss er sich, das vorliegende Messer zu bauen, bei der die Trapez-Idee sozusagen auf die Spitze getrieben wurde: Alles daran sollte trapezförmig sein oder zumindest den Winkelmaßen eines Trapezes entsprechen, Klingenform und Querschnitt, die dekorativen Elemente, der Querschnitt des Griffs; sogar die Schleifkerbe und die Lederscheide hat er in die geliebte Trapezform gebracht. Dieses Messer belohnt das genaue Hinschauen, gut, dass ich den Messermacher nach seiner Idee gefragt habe! Und für alle, die wissen möchten, was man nun mit diesem Messer schneiden soll: Die Antwort lautet natürlich „Trapeze“. 

www.helmutklein.com