Messerportrait: Fisch-Messer

 

Christoph Daim schreibt über handgemachte Messer. Er ist Mitglied der Deutschen Messermacher Gilde und hat dort die Funktion des Lektors übernommen. Für WM-Intern schreibt er aus der Sicht des Messermachers über ausgefallene und kunstvolle Messer. 

www.vienna-suiseki.com

www.deutsche-messermacher-gilde.de

Küchenmesser „Barracuda“ – mit 30 cm Gesamtlänge das größte der fischförmigen Messer von Christoph Daim. © Christoph Daim
Küchenmesser „Barracuda“ – mit 30 cm Gesamtlänge das größte der fischförmigen Messer von Christoph Daim. © Christoph Daim

Dieser zusammengesetzte Begriff ist bei genauer Betrachtung erstaunlich vieldeutig: Es kann ein spezielles Messer zum Essen von Fisch, also ein Teil des Tafelbestecks sein, aber auch ein Messer, das Fischer und Angler benutzen. Im letzteren Fall hat es eine speziell geformte, lange und spitze Klinge zum Töten und Ausnehmen von Fischen. Schließlich kann sich dahinter auch ein „fischförmiges“ Messer verbergen. Auf solche Messer möchte ich nun im Besonderen eingehen. 

Aufmerksame Beobachter und Sammler können mit etwas Glück immer wieder solche Messer finden. Neue oder antike Typen, feststehende oder klappbare Messer in unterschiedlichen Größen und Ausführungen. Sie kommen in vielen Ländern vor, schließlich ist der „Fisch“ ein Symbol, das vom alten Ägypten über Indien bis China und natürlich auch im christlichen Glauben mit positiven Assoziationen verknüpft ist. Auch ich baue immer wieder fischförmige Messer, die Größe variiert dabei zwischen unter 10 cm bis über 30 cm. 

Das hier abgebildete Exemplar „Barracuda“ aus Damasteel hat einige Besonderheiten: Es hat einen ergonomischen Griff, einen integrierten Kapselheber und ein Loch im griffnahen Bereich der Klinge. Dieses Loch markiert nicht nur das Auge des Fisches, es ermöglicht auch eine besonders kontrollierte Handhabung des Messers, indem man mit Daumen und Zeigefinger in die Öffnung hineingreift. 

Halten Sie die Augen offen und entdecken Sie immer wieder einmal Messer in Fischform …