Plagiarius 2016

Alle Fotos zeigen jeweils links das Original und rechts das Plagiat. © Aktion Plagiarius e.V.


Mitte Februar wurden auf der Konsumgütermesse ambiente in Frankfurt die Preisträger des Plagiarius-Wettbewerbs 2016 offiziell bekannt gegeben. Der Negativ-Preis „Plagiarius“ wird jährlich an Hersteller und Händler besonders dreister Nachahmungen verliehen. Ziel der Aktion Plagiarius e.V. ist es, die unseriösen Geschäftspraktiken von Nachahmern ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und Industrie, Politik und Konsumenten für die Problematik zu sensibilisieren. Die Preisträger 2016 zeigen wieder einmal die enorme Bandbreite der von Nachahmungen betroffenen Branchen: Den 3. Platz belegt der Pfannkuchen-Wender mit Teigverteiler „Delicia“ (Original von Tescoma aus Tschechien, Plagiat: Herstellung in VR China, Vertrieb durch Dobry aus Tschechien), der 2. Platz geht an den Tortreibriegel „DENI Plano” (Original von Niederhoff & Dellenbusch, Plagiat: Steinbach & Vollmann, beide Heiligenhaus, Deutschland). Um in laufende gerichtliche Verfahren nicht einzugreifen, wird der 1. Platz bis zur rechtskräftigen Entscheidung ausgesetzt. 

Ein Sonderpreis „Fälschung“ ging unter anderem an die Wälzlager FAG-Rillenkugellager „FAG 6012.2ZR.C3“ und INA-Schrägkugellager „INA 30/8-2RS“ (Originale von Schaeffler Technologies, Herzogenaurach, Deutschland; Fälschungen: Yakang Bearing Supplies, Beijing, VR China. Vertrieb durch ein deutsches Handelsunternehmen, das bei Yakang im guten Glauben FAG- und INA-Wälzlager geordert und weiterverkauft hat. Eine Grenzbeschlagnahme und darauffolgende einstweilige Verfügung offenbarten die Produkte als Fälschungen. Das Handelsunternehmen hat sich mit der Vernichtung der Fälschungen einverstanden erklärt und sich bei Schaeffler entschuldigt.) 

Grundsätzlich sagt die Auszeichnung mit dem „Plagiarius“ nichts darüber aus, ob die jeweilige Nachahmung im juristischen Sinne erlaubt oder aber rechtswidrig ist. Die Aktion Plagiarius kann und will kein Recht sprechen, darf aber auf die Probleme betroffener Firmen aufmerksam machen und die Meinung äußern, „dass plumpe 1:1 Nachahmungen einfallslos und moralisch verwerflich sind und zu Stillstand führen. Jedes Plagiat hat zwei Seiten – eine juristische und eine moralische“. In dem Zusammenhang betont der Verein auch, „dass legale Wettbewerbsprodukte, die einem Trend folgen, sich aber optisch und technisch ausreichend vom Original unterscheiden und somit fairen Wettbewerb beleben, ausdrücklich erwünscht sind“. Bevor die Plagiarius-Jury aus allen Einsendungen die Preisträger wählt, werden die vermeintlichen Plagiatoren jeweils schriftlich auf ihre Nominierung hingewiesen und erhalten die Möglichkeit zur Stellungnahme. Neben allgemeinen fallbezogenen Informationen fließen auch diese Reaktionen – sofern genutzt – mit in die Bewertung ein. Weitere Informationen und Preisträger unter www.plagiarius.de

mvc