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13

Mai

2016

Wie geht es dem Handwerk?

Die Creditreform Wirtschafts- und Konjunkturforschung veröffentlicht jährlich im Frühjahr die Studie „Wirtschaftslage Handwerk“. Die Ergebnisse für 2015/2016 liegen nun vor: 

Demnach hat das deutsche Handwerk weiter Hochkonjunktur. Im Vergleich zum Vorjahr – mit 61,8 Prozent – bezeichneten diesmal 66 Prozent der 1272 befragten Handwerksbetriebe die aktuelle Geschäftslage als „sehr gut“ bzw. „gut“. Vor allem im Ausbau- und im Bauhauptgewerbe gab es überdurchschnittlich viele positive Bewertungen – sicherlich bedingt durch die anhaltenden Niedrigzinsen und der ungebremsten „Flucht“ der Deutschen in Immobilien und Sachwerte. Entsprechend positiv entwickelten sich laut Studie die Umsätze im Handwerk. Die Betriebe profitierten dabei vor allem von der kräftigen Binnennachfrage. 29,6 Prozent erzielten ein Umsatzplus. Mit 12,7 Prozent waren weniger Betriebe als im Vorjahr von Umsatzrückgängen betroffen. 

Erfreulich: Der Beschäftigtenaufbau im Handwerk hat sich weiter fortgesetzt. Nahezu jeder vierte Betrieb (23,7 Prozent) hat den Personalbestand im Verlauf des Winterhalbjahres erhöht. Flexible Minijobs (450 Euro) wurden von den Betrieben stärker nachgefragt als in den Vorjahren. 

Dabei blicken die befragten Handwerksbetriebe weitgehend positiv in die Zukunft: 32,4 Prozent rechnen mit steigenden Umsätzen (Vorjahr: 31,8 Prozent). Bei den Erträgen erwarten 28,8 Prozent der Befragten einen Zuwachs – ähnlich wie im Vorjahr. 

Die guten Auftrags- und Umsatzerwartungen werden die Betriebe nur bei entsprechenden Kapazitätserweiterungen realisieren können. So will jeder fünfte Befragte (20,5 Prozent) die Belegschaft aufstocken und nur einer von zwanzig Betrieben (4,6 Prozent) hat einen Stellenabbau angekündigt. Zudem kletterte die Investitionsbereitschaft auf einen neuen Rekordwert: 58,8 Prozent der befragten Betriebe haben vor, in den kommenden Monaten zu investieren (10-Jahres-Durchschnitt: 53,3 Prozent). 

Weiter entspannt zeigt sich die Liquiditätslage im Handwerk: Nur jeder zehnte Befragte (10,5 Prozent) musste Ausfälle von mehr als 1,0 Prozent seines Gesamtumsatzes hinnehmen (Vorjahr: 13,2 Prozent). Auch die Zahl der Insolvenzen ist im Handwerk weiter gesunken. 2015 wurden 4.820 Insolvenzen verzeichnet. Das war ein Rückgang um 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. mvc www.creditreform.de