Nachtsicht-Neuheiten: Wie die Nacht zum Tag wird

Das Thema Nachtsichtgeräte ist bei der Jagd nach wie vor umstritten, im taktischen Bereich hingegen unumgänglich – unsere Fachleserschaft ist weitgehend mit dem Thema vertraut. Wir stellen hier kurz und knapp einige neue Geräte, die der Markt hierzulande bietet, vor. (dg)

 

Die Liemke GmbH & Co. KG mit Sitz in Bielefeld lässt Geräte nach behördlichen Anforderungen und eigenen Vorgaben fertigen: So das neue multifunktionale Wärmebildgerät lk-mc-640, das mit einer Auflösung von 640 x 480 Pixeln aufwartet und eine Bildfrequenz von 30 Hz vorweisen kann. Die Optik ist dabei dazu konzipiert, an normale Tageslichtoptiken adaptiert, sprich vorgeschaltet zu werden; sie lässt sich aber auch separat als Monokular verwenden. Das kompakte Gerät misst 155 mm x 77 mm x 50 mm (LxBxH) bei einem Gewicht von 470 Gramm inklusive Batterien. Ein Highlight des lk-mc-680 ist die Verwendung eines ULIS-Elite-Detektors, der es ermöglicht, auf einen Shutter in der Optik zu verzichten, womit lästige Kalibriergeräusche Schnee von gestern sind. Einsatzbereit ist die Optik bereits in unter 2 Sekunden. 

Sie ist in ihrem Kunststoffgehäuse äußerst robust und auch wasserdicht bis 1 Meter Tiefe, das entspricht dem IP-67-Standard. Die 35-mm-Linse erzeugt eine 1,12-fache optische Vergrößerung. Das Bild kann aber digital auf 2- bis 4-fach gezoomt werden. Ausgegeben wird das Bild über ein qualitativ hochwertiges AMOLED-Display, jedoch nur in einfacher, aber kontrastreicher (wahlweise white-hot oder black-hot) Schwarz-Weiß-Darstellung. Der Betrieb des lk-mc-640 erfolgt über zwei CR123A-Lithium-Batterien, die eine Betriebsdauer von bis zu 5 Stunden ermöglichen sollen. 

Ausgeliefert wird das Gerät mit Aufbewahrungstasche und reichlich Zubehör. Top ist die von Liemke mitgegebene Upgrade- und Rekonfigurationsgewährleistung, die nicht nur kostenlose Softwareupdates verspricht, sondern neben einer 3-Jahres-Garantie auf Detektor und Linsen vor allem auch ein Upgrade auf die nächste Detektorgeneration zu Sonderkonditionen inklusive kostenloser Ersatzoptik für die Zeit der Einsendung. Daneben bietet Liemke diese Optik auch als Modell MCR-640 in einer Behördenversion zur Adaption an Zielfernrohre an, die getestet und freigegeben bis Kaliber .338 Lapua ist und den MIL-STD-810E-Anforderungen genügt. www.lk-shop.com

Von der Marke Pulsar gibt es die neuen Geräte der Quantum-XQ-Serie. Die monokularen Wärmebildgeräte sind laut Hersteller je nach Modell auf Distanzen von bis zu 1.800 Meter einsetzbar, eine menschliche Silhouette soll auf Distanzen von 500 bis 1.250 Meter auszumachen sein. Die Quantum-XQ-Palette besteht aus den Modellen XQ19, XQ38 und XQ50. Die Bezeichnung bezieht sich jeweils auf die Linsengröße und somit unterscheiden sich die einzelnen Geräte insbesondere in den Bereichen Vergrößerung, Reichweite und Blickfeld (XQ19: 6,4-fach, 680 m, 19,5° – XQ38: 12,4-fach, 1350 m, 9,8° – XQ50: 16,4-fach, 1800 m, 7,5°), auch variieren Maße und Gewicht (180 x 86 x 58 mm, 320 g – 200 x 86 x 59 mm, 350 g – 207 x 86 x 59 mm, 430 g; Gewichtsangaben ohne Batterien und Montagen). Gleich ist bei den XQs die Auflösung von 384 x 288 Pixel, die von den Geräten monochrom oder in verschiedenen Farben dargestellt werden können. Hinzu kommen drei Operations-Modi: „City“ mit verstärktem Kontrast, „Forest“ mit schwachem Kontrast und „Identification“ mit einer deutlichen Umrandung warmer Objekte. 

Die Kalibrierung der Geräte kann in drei Modi, automatisch, halbautomatisch und manuell, erfolgen. Letztere ist dabei gerade für Jäger von Interesse, da keine unerwünschten, verräterischen Geräusche unerwartet auftreten können. Die Bildwiederholungsfrequenz liegt bei 50 Hz. Das verbaute OLED-Display soll sogar bei niedrigen Temperaturen von bis zu -25° C noch unverändert arbeiten. 

Als weiteres Highlight wird die Display-Off-Funktion beschrieben, wodurch beim Absetzen vom Auge ein verräterisches Leuchten unterbunden wird. Alle anderen Funktionen bleiben aber aktiv, und so ist das jeweilige Gerät jederzeit sofort wieder einsatzbereit, sobald das Display wieder zugeschaltet wird. Das Bild kann aber auch über einen analogen Videoausgang auf einen externen Monitor übertragen und aufgezeichnet werden. Zudem lassen sich die XQ-Modelle mit externen Stromversorgungseinheiten wie dem Pulsar EPS3 oder dem EPS5 betreiben. Die grundsätzliche Stromversorgung der Geräte läuft über vier handelsübliche AA-Batterien oder AA-Akkus, die wiederum in einem separat geschützten Gehäuse eingebracht werden. Erwähnenswert ist weiterhin, dass die Geräte über eine Weaver-Montageschiene verfügen und sich, zumindest in seinen Basisfunktionen, drahtlos fernbedienen lassen.

Nähere Informationen zu den Pulsar-Nachtsichtgeräten finden sich unter www.pulsar-nv.com. Vertrieben werden die Optiken über die in Berlin ansässige Hupra GmbH: www.hupra.com

Restlicht verstärkt

Das Nachtsichtvorsatzgerät DJ-8 NSV hat Nachtsichttechnik Jahnke auf der IWA ausgestellt. Als Ergänzung der Jagdoptik wurde das Nachtsichtvorsatzgerät für das Modelljahr 2016 weiterentwickelt. Hier findet eine neue Generation von Bildverstärkerröhren Verwendung, die in Kooperation mit dem Unternehmen Photonis konzipiert und auf jagdliche Zwecke abgestimmt wurde. Neue Details sind beispielsweise fluoreszierende Bedienelemente und ein Schärfeeinstellhebel, der auch mit Handschuhen intuitiv zu bedienen ist. 

www.nachtsichttechnik-jahnke.de