Mi

25

Jan

2017

Law-Enforcement-Branche gewinnt an Bedeutung

© Brenneke
© Brenneke

Gerade in Zeiten zunehmender Gewalt gegen Polizeibeamte und Sicherheitskräfte sowie in Anbetracht der steigenden Bedrohung durch den internationalen Terrorismus wächst der Bedarf an Law-Enforcement-Equipment stetig. Der Markt bietet einiges, was die Behörden im alltäglichen Umgang mit diesen Herausforderungen stärken kann.

 

Brenneke. Vom Jagd- und Flintenmunitionshersteller aus Langenhagen folgt nach der Behörden-Spezialpatrone mit Flintenlaufgeschoss EDP Magnum (Extra Deep Penetration) im Kaliber 12/76 mit einem Geschossgewicht von 38 g nun eine Version in 12/70 mit 27,5 g schwerem, ebenfalls sehr hartem Geschoss, das Brenneke Anti-Terror-Slug (ATS). Dieses soll durch seine hohe Durchschlagskraft und Stoppwirkung, insbesondere im Vergleich zu normaler 9-mm-Luger-Munition, Beamten ein wirksames Mittel gegen terroristische und andere kriminelle Bedrohungen an die Hand geben – vorausgesetzt, diese sind mit Vorderschaftrepetierflinten ausgerüstet. Noch auf 50 m bringt das ATS laut Hersteller eine Energie von 1.843 Joule ins Ziel und somit sogar mehr als ein entsprechendes Vollmantel-Geschoss, verschossen aus einer Kalaschnikow. 

Mehr unter www.brenneke.de

© Gerber
© Gerber

Gerber. Mit dem Modell Strongarm bietet der Messerproduzent einen gelungenen Hybrid aus Kampf- und Survivalmesser made in USA. Die 12,2 cm lange, schwarz keramikbeschichtete Klinge besteht aus 420HC-Stahl. Der durchgehende Erl endet in einem Glasbrecher und ist mit einem gummierten, mit rutschfester Diamanttextur versehenen Griff aus glasfaserverstärktem Nylon mit Gummiüberzug ummantelt. Die Gesamtlänge des Strongarm beträgt 24,8 cm, das Gewicht liegt bei 204 g (309 g mit Scheide). Die modulare Scheide ist mit einem MOLLE-System ausgestattet, sie kann zudem am Gürtel oder am Bein getragen werden. 

Mehr unter www.gerbergear.com

© Daniel Guthannß
© Daniel Guthannß

 

 

Hoernecke. Wenn’s mal etwas mehr sein muss, bietet das durch sein Abwehrspray bekannte Unternehmen Hoernecke aus Oberstenfeld bei Ludwigsburg eine schlagkräftige Option zur nicht-letalen Crowd & Riot Control (CRC): den tragbaren TW1000 Hochleistungswerfer RWG-10/2.

Allein schon die martialische Flammenwerferoptik dürfte deeskalierend wirken. Wenn nicht, bietet der 9,5 l Wirkstoff fassende, wiederauffüllbare Tank eine Kapazität für circa 25 Sprühstöße von je einer Sekunde, bei einer Durchflussrate von 24 l/min. Der Nutzer kann dabei zwischen einem Jet-Strahl von 12 m bis 15 m Reichweite und einem großflächigen Spraystrahl mit 4 m bis 5 m Reichweite wählen. Eine Restdruckanzeige an der Werfer-Pistole informiert über die verbleibende Kapazität des Systems. Der Abzug verfügt über eine Sicherung und die Düse ist selbstreinigend. 

Der RWG-10/2 lässt sich laut Hersteller bei Umgebungstemperaturen von –10° C bis +60° C einsetzen. Das Gerät misst 26 x 40 x 75 cm und wiegt leer 17,5 kg. Nähere Information unter www.hoernecke.de

 

Ulbrichts Protection. Der Hersteller ballistischer Helme aus Schwanenstadt, Österreich, bietet mit seinem Modell Hoplit einen speziell auf Polizisten im Streifendienst zugeschnittenen Schutzhelm. Diese Titanhelme sollen wirksam Projektile – beispielsweise aus Maschinenpistolen – stoppen und so den Träger vor letaler Wirkung schützen (zertifiziert nach TR VPAM3 und VPAM4). Dem einfachen Schlagschutzhelm ist der Hoplit grundsätzlich überlegen. Ein Kevlar-Helm, wie er beim Militär zum Einsatz kommt und der in erster Linie auf reinen Splitterschutz ausgelegt ist, hält eine Pistolenkugel zwar gleichfalls auf, wird dabei jedoch so tief deformiert, dass damit zumeist ein letales Trauma einhergeht. Warum nun gerade ein Streifenpolizist einen ballistischen Schutzhelm benötigt, beantwortet der Hersteller ebenfalls: Diese sind in der Regel bei Terroranschlägen oder Amokläufen zuerst vor Ort. Das Modell Hoplit C wird bereits von vielen Polizei- und Spezialeinheiten genutzt. Noch mehr Schutz, auch gegen Explosionen und Splitter, bietet das Modell Hoplit F aus Titan und Titan-Aramid (Hybrid) mit neu designter, tief liegender Helmkalotte. Zudem ist optional ein ebenfalls ballistisches Visier erhältlich. Mehr Infos unter www.ulbrichts.com

 

© Ulbrichts
© Ulbrichts

Walther. Mit dem neuen Modell Walther MGL1100X2 hat das Ulmer Unternehmen eine kompakte taktische Lampe im Programm. MGL steht dabei für Military Grade Light und soll den hohen Anspruch in Verarbeitung und Qualität der nach IPX7-zertifizierten Serie (staub- und wasserdicht) unterstreichen. Der robuste Aluminiumkorpus misst 143 mm in der Länge, der Diameter beträgt 25 mm am Griff und 34 mm am Lampenkopf. Das Leergewicht liegt bei 121 g. Befeuert wird die MGL1100X2 mittels zweier CR123A-Zellen oder einem Akku vom Typ IC18650. Damit erzeugt der Cree-XM-L2-Chip einen Lichtstrom von ausreichend hellen 800 lm, lässt sich aber auch energiesparend mit 200 lm und 18 lm betreiben. Im Verteidigungsfall lässt sich blitzschnell der – einen den Angreifer ungemein irritierenden – Stroboskopmodus zuschalten. Sollte das nicht reichen, bietet die Zackenkrone am Lampenkopf eine weitere Defensivoption. Ausgestattet ist MGL1100X2 weiterhin mit einem Rollschutzring, der das Halten der Waffe im sogenannten Zigarrengriff erlaubt, was in Verbindung mit einer Kurzwaffe eine gute Zielbereichsausleuchtung ermöglicht. Im Lieferumfang finden sich außerdem Fangriemen, Gürtelclip, schwarzes Nylonholster, Ersatzschaltknopf und -dichtungen sowie zwei Batterien. www.umarex.de


Zur Walther MGL 1100X2 gibt es umfangreiches Zubehör. © Carl Walther

Der Autor dieses Artikels ist Daniel Guthannß (dg).

Er ist in der November-Ausgabe 2016 in WM-Intern erschienen.