Messerportrait: Rätselhafte runde Objekte

 

Christoph Daim schreibt über handgemachte Messer. Er ist Mitglied der Deutschen Messermacher Gilde und hat dort die Funktion des Lektors übernommen. Für WM-Intern schreibt er aus der Sicht des Messermachers über ausgefallene und kunstvolle Messer. 

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Runde Objekte: links eine jungsteinzeitliche Arbeit aus Stein, rechts ein Exemplar aus Damasteel, hergestellt 2017. Sammlung Christoph Daim. © Christoph Daim
Runde Objekte: links eine jungsteinzeitliche Arbeit aus Stein, rechts ein Exemplar aus Damasteel, hergestellt 2017. Sammlung Christoph Daim. © Christoph Daim


Wenn Sie sich besorgt fragen, ob Sie hier noch richtig sind beim „Messerporträt“, dann möchte ich Sie mit einem ausdrücklichen „JA!” beruhigen. Das handgemachte Messer, das ich Ihnen diesmal vorstelle, geht zurück auf ein Messer, das rund 7.500 Jahre alt und aus grünem Jaspis hergestellt worden ist. 

Nun ist seit langer Zeit ein Messer „selbstverständlich“ aus Stahl, davor war es jedoch genauso selbstverständlich aus Eisen, aus Bronze oder eben aus Stein. Dieses jungsteinzeitliche Exemplar stammt aus Adrar Bous, einem Siedlungsbereich der Zentral-Sahara, aus einer Zeit, als die Wüste noch grün war. Warum die Menschen gerade dort und nur zu einer bestimmten Zeit besonders häufig runde Stein-Messer hergestellt haben, ist bis heute ein ungelöstes Rätsel. Nicht zuletzt deshalb, weil diese Form für den Gebrauch nach heutigem Wissen keinerlei Vorteile bietet. Dies ist vermutlich ein früher Beleg für eine Gestaltung, die die Ästhetik über die Funktionalität stellt. 

Das andere Objekt besteht aus Damasteel und ist auf den ersten Blick ebenfalls rätselhaft.

 

Doch um die Spannung zu steigern, sei hier nur verraten, dass ich es Ihnen am 6. Mai 2017 auf der Messer Macher Messe im Klingenmuseum in Solingen präsentieren werde. Ich würde mich freuen, Sie dort persönlich zu treffen!

 

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