Sonderausstellungen im Waffenmuseum Suhl

Bilder: © Waffenmuseum Suhl
Bilder: © Waffenmuseum Suhl

In Europas einzigem Spezialmuseum für Handfeuerwaffen werden in diesem Jahr zwei neue Sonderausstellungen gezeigt, die sich mit den Druckluftwaffen der Suhler Waffen- und Fahrradfabrik C.G. Haenel einerseits und mit den Waffen der Frauen andererseits beschäftigen.

 

Vom 5. Mai bis zum 20. August sind zunächst „Haenel Druckluftwaffen“ ausgestellt. Im 20. Jahrhundert bildete die Fertigung von Druckluftwaffen einen wichtigen Produktionszweig für das Unternehmen, diese wurden für den Sport- und Freizeitbereich entwickelt und produziert.

Nach dem Ersten Weltkrieg nahm  der bedeutende Suhler Waffenkonstrukteur Hugo Schmeisser großen Einfluss auf die Entwicklung der Luftgewehr und -pistolenmodelle. „Seine patenfähigen Ideen für neue Erzeugnisse in diesem Fertigungssegment führten zu schnellerer Ladefähigkeit mit Rundkugeln oder Diabolo-Geschossen“, weiß Peter Arfmann, Leiter des Museums. Zum ersten Mal nachweisbar sind die neuen Haenel Luftgewehre 1926, beworben mit „feinster Serienarbeit aus der Suhler Präzisionswaffenindustrie von ansprechender Formschönheit“. Bereits am Ende der 1920er Jahre sind 16 Luftgewehrmodelle und vier Luftpistolenmodelle im Angebot. Nach dem Zweiten Weltkrieg gilt das Modell 49 als das erste (im Jahr 1949) wieder in Suhl gefertigte Luftgewehr. Danach folgt eine beispiellose Entwicklung von fast 100 Modellen und Modellvarianten, die in der Fertigung des zweimillionsten Luftgewehrs 1987 ihren Höhepunkt hat. 1998 endet die Fertigung von Luftgewehren in Suhl mit dem Biathlonmodell B96.

Die Ausstellung wird von Sammlern und Liebhabern Suhler Luftgewehre und -pistolen gestaltet und mit ihren Exponaten bereichert. Dabei wird erstmals die große Modellvielfalt von Haenel Druckluftwaffen zu sehen sein. Außerdem bekommen Besucher einen Einblick in das Lichtschießsystem IROSA, einer besonderen Entwicklung aus Suhl.


Die „Waffen der Frauen“ stehen vom 1. September 2017 bis 30. September 2018 im Mittelpunkt. Nachdem sich das Waffenmuseum Suhl über 100 Jahre der Aufarbeitung und Darstellung der „Waffen der Männer“ gewidmet hat, wird nun seit mehreren Jahren versucht, sich der weiblichen Seite dieser Thematik zu nähern. Mit Dr. Ivo Kranzfelder ist dafür ein Kunstwissenschaftler gefunden worden, der sich schon seit Langem damit beschäftigt. Ihm zur Seite steht die professionelle Kommunikationsdesignerin Ine Ilg.

Inhaltlich unerschöpflich, wird bei der Aufarbeitung nicht nur auf alte antike Geschichten zurückgegriffen, die bei genauer Betrachtung aktuelle Assoziationsspielräume erlauben, sondern die Ausstellung nutzt auch die Reproduktionen berühmter Künstler. Ein Fokus liegt auf dem Verhüllen und Verschleiern, der „Lenkung“ des Blicks, denn die Einstellung zu unverhüllt gezeigter Haut ist geprägt und wandelt sich jeweils mit der Zeit und der Kultur, in der wir leben. Berücksichtigt wird außerdem der weibliche Körper im Kontext zum männlichen Blick. Der ironische Blick auf die „Waffen der Frauen“ ist dabei durchaus gewollt. cm

 

www.waffenmuseum.eu