Nachgehakt bei „Die Jägerei“, Nürnberg

© Die Jägerei
© Die Jägerei

 

Über ein Jahr ist es nun schon her, dass unsere Redaktion die Eröffnung eines neuen Jagdfach-Einzelhändlers in Nürnberg besucht hat (WM-Intern 5/2016). Jetzt haben wir nachgefragt, was denn aus dem Start-up nach etwas mehr als einem Jahr geworden ist. Ist die Euphorie der ersten Tage noch vorhanden? Welche Ideen wurden umgesetzt und sind gelungen? Welche haben sich nicht bewährt?

Unsere Interview-Partnerin ist Anna Müller, die mit Christine Lemm eine der beiden Frauen aus dem Team von „Die Jägerei“ ist.

 

WM-Intern: Heute kommt es ja fast häufiger vor, dass Facheinzelhändler schließen, als dass neue Fachgeschäfte mit großer Ladenfläche entstehen. Wie laufen die Geschäfte bei euch nach 12 Monaten in Nürnberg?

 

Anna Müller: Ich bin froh, dass wir es heute endlich geschafft haben, dieses Interview zu führen. Ich hatte viel zu tun die letzten Tage. Aber das ist auch ein gutes Zeichen. Zumindest, wenn es um unser Geschäft geht. Ich muss sagen, dass das vergangene Jahr einfach unglaublich spannend für uns war. Wir haben uns vor der Eröffnung viele Fragen gestellt und im Laufe des Jahres unsere Antworten darauf erhalten.

 

WM-Intern: Was waren das für Fragen, die euch am Anfang beschäftigt haben? Ihr habt ja bei der Einrichtung der Ladenfläche von vornherein auf die Präsentation starker Marken gesetzt. 

 

Anna Müller: Erst Erfahrung macht ja bekanntlich klug, aber gerade im Geschäftsalltag kann man sich ja nicht beliebig viele Versuche leisten, bevor mal etwas klappen muss. Eine der Fragen war zum Beispiel, ob wir im ersten Jahr schon Stammkunden gewinnen können, also Kunden, die immer wieder bei uns einkaufen und dadurch das Angebot, die Präsentation und die Beratungskompetenz von „Die Jägerei“ als individuell passend empfinden. Das hat sich definitiv bestätigt. So dürfen wir eine Vielzahl unserer Kunden schon als Stammkunden bezeichnen, sogar als Freunde. Und das ist die schönste Belohnung, die ich mir vorstellen kann. Wir alle im Team sehen das als Zeichen dafür, dass wir bisher alles richtig gemacht haben. Doch wir ruhen uns natürlich nicht auf diesen Erfolgen aus und belassen alles so, wie wir es zunächst gestaltet haben, sondern wir verwirklichen weiterhin unsere Ideen oder die von Kunden und erweitern stets unser Sortiment. Zum Beispiel haben wir die Bekleidungsmarke Hubertus und Skogen bei uns aufgenommen. Auch im Bereich Waffen hat sich einiges getan. Dort haben wir die Marken Verney Carron sowie Steel Action jetzt ebenfalls im Angebot.

 

WM-Intern: Mal alles in allem betrachtet, würdet ihr es noch mal machen, jetzt, wo ihr einschätzen könnt, wie viel Arbeit, Verantwortung und Risiko so ein eigenes Ladengeschäft mit sich bringt?

 

Anna Müller: Alles im allem können wir uns nur glücklich schätzen, diesen Schritt in die Selbständigkeit getan zu haben. Dadurch können wir diesen ständigen Prozess der Entwicklung beobachten und die entspannten sowie glücklichen Gesichter unserer Kunden täglich erblicken. Das wiegt den Einsatz auf und letztlich bedeutet so ein Einzelgeschäft auch ein gutes Stück Freiheit, so arbeiten zu können, wie wir es selbst für richtig halten. z

www.diejaegerei.com  

Der Autor dieses Artikels ist Roland Zobel.

Er ist in der Juli-August-Ausgabe 2017 in WM-Intern erschienen.