Zielleuchten: Alternative oder Anfang vom Ende?

© WM-Intern
© WM-Intern

 

Alle Welt redet von der Arbeit mit Jugendlichen und dem Heranführen von dieser Altersgruppe an den Sport. Das gilt im Prinzip für fast alle Sportarten außer dem sportlichen Schießen, denn wie soll die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in einem Schützenverein ablaufen wenn sie erst bei einem Alter ab 12 Jahren beginnen darf?

 

Zum Schießen durch Minderjährige auf Schießstätten besagt das Waffengesetz (WaffG) in §27 Abs. 3 Satz 1, dass erst ab einem vollendeten Alter von 12 Jahren mit Druckluft- oder Federdruckwaffen geschossen werden darf. Für die Kids am Anfang der Pubertät bedeutet das, einen Sport als Anfänger zu beginnen, während sie in anderen Sportarten bereits zu den Fortgeschrittenen oder beginnenden Leistungsträgern mit entsprechendem Selbstwertgefühl und Anerkennung im Verein gehören. Das dies keine gute Ausgangslage für das sportliche Schießen sein kann, steht sicher außer Frage.

 

Die Rettung: Das Lichtgewehr!

Unter dem Motto: „Punktet mit Licht – Der facettenreiche Einstieg in den Schießsport für Groß und Klein“, wirbt der DSB für diese neue Möglichkeit. Zum einen ist das Zielleuchten mit weniger Auflagen zur Bahn- und Transportsicherheit behaftet, da es sich im engeren Sinne nicht um eine Waffe, sondern maximal um eine Anscheinswaffe handelt; zum anderen fallen die Beschaffung, die Lagerung und der Transport von Munition weg. Das gewichtigste Argument für das Lichtgewehr ist jedoch, dass damit auch schon ab einem Alter unter 12 Jahren trainiert werden darf, sodass die Mitgliederwerbung für den Schützenverein schon bei Kindern ab 8 Jahren problemlos machbar ist. 

Auf den ersten Blick bietet der Einsatz der Lichtgewehre tatsächlich deutliche Parallelen zum scharfen Schießen. Das fängt bei der grundsätzlichen Handhabung an und endet im Prinzip beim Übungs- und Wettkampfablauf. Auch fördert das Training mit dem Lichtgewehr die Konzentrationsfähigkeit und Körperbeherrschung der jungen Schützen und sorgt durch vielfältige Wettkampfmöglichkeiten in Mannschafts- oder Einzeldisziplinen für soziale Interaktion, die sich positiv auf die Persönlichkeitsbildung auswirkt. 

Alle diese Aspekte sind zugleich Argumente für den Schießsport ganz allgemein. Lichtgewehre öffnen somit einen Ausweg aus dem Dilemma, das die im Waffengesetz festgelegte Altersgrenze recht willkürlich verursacht. Zudem sind die meisten Anlagen mobil und leicht zu handhaben. Der Schützenverein kann also bei Bedarf auch außerhalb des eigenen Vereinsheims aktiv trainieren oder Zielleuchten in Schulen als Schulsportangebot gestalten. Es ergeben sich aus dem Einsatz der Lichtgewehre anstelle von Druckluft- oder Federdruck-Waffen auf den ersten Blick keine Nachteile für den Schießsport.

 

Fluch oder Segen: Laserschießen

Jede Medaille hat zwei Seiten und so verhält es sich auch mit dem Ersetzen von Projektilen durch Lichtimpulse. Mit Sicherheit sind Lichtgewehre gut für den Einsatz in der Mitgliederwerbung, bei Volksfesten oder auch als Einsteigertraining zu gebrauchen. Jedoch befördern diese Geräte auch die Diskussion um die Notwendigkeit des scharfen Schießens als Sportart. Wenn wir selber unseren Sport schon als gefährlich einstufen und die Lichtgewehre als ungefährliche Alternative anpreisen, wenn wir dem Leuchtzielen die gleichen positiven Effekte zuschreiben wie dem scharfen Schießen – warum soll ein Außenstehender dann noch den Sinn des scharfen Schießens verstehen? Bisher standen vor allem die Disziplinen für Großkaliber in der öffentlichen Beobachtung. Passen wir besser auf, dass wir die kleinen Kaliber nicht deshalb noch verlieren, weil wir selber eine Alternative als gleichwertig anpreisen. z