Messerportrait: Gegensätze: Schwarz und Weiß

 

Christoph Daim schreibt über handgemachte Messer. Er ist Mitglied der Deutschen Messermacher Gilde und hat dort die Funktion des Lektors übernommen. Für WM-Intern schreibt er aus der Sicht des Messermachers über ausgefallene und kunstvolle Messer. 

www.vienna-suiseki.com

www.deutsche-messermacher-gilde.de

Messer Nr. 276 + 277 aus Damasteel von Andrè Perret aus der Schweiz. Gesamtlänge: ca. 15 cm, Griffschalen aus Ebenholz und Elforyn, präsentiert auf der Messermacher Messe 2017 in Solingen. © Christoph Daim
Messer Nr. 276 + 277 aus Damasteel von Andrè Perret aus der Schweiz. Gesamtlänge: ca. 15 cm, Griffschalen aus Ebenholz und Elforyn, präsentiert auf der Messermacher Messe 2017 in Solingen. © Christoph Daim

 

 

Ein unter Messermachern beliebtes, immer wiederkehrendes Thema ist – neben vielen anderen Gegensatzpaaren (wie der Kontrast von matt vs. glänzend, glatt vs. rau oder auch Holz vs. Metall) – der Dualismus von schwarz und weiß, urtypisch dargestellt wie im Symbol des Yin und Yang. Interpretationsspielraum für den Messermacher ist dabei reichlich vorhanden. Beispielsweise die gegensätzliche Gestaltung von Klinge und Griff, linker und rechter Seite, ein fixes oder klappbares Messer oder auch die Schaffung von Messerpaaren wie in dem hier gezeigten Beispiel. Gegensätzliche Elemente, wie oben genannt, in die Messergestaltung bewusst mit einzubeziehen, kann eine Spannung erzeugen, die ein solches Messer (oder Messerpaar) aus der Masse der „normalen“ Messer hervorstechen lässt. Bei dem hier gezeigten Beispiel handelt es sich um zwei korrespondierende Klappmesser mit Backlock-Mechanik von Andrè Perret. Die Platinen sind mit einem aufwendigen Filework verziert, auch jede der acht Schrauben, die die Backen bzw. Griffschalen fixieren, wurde von Hand dekoriert. In dieser Präsentation als Messerpaar wirken die beiden Messer wie eine zusammengehörende Einheit, sodass sie konsequenterweise auch nur gemeinsam als Paar verkauft werden.

www.andre-perret.ch