Wildunfälle – Dunkelziffer ist immens

Tierschutz ist in aller Munde, doch die vielen verunfallten Wildtiere auf unseren Straßen werden dabei anscheinend ausgenommen. Dabei sehen wir nur die Kadaver des Wildes, das sofort und noch am Unfallort verendet. Wie viele Wildtiere sich nach der Kollision mit Fahrzeugen aller Art noch schwer verletzt davonschleppen, bleibt meist um Dunkeln. 

Mit der Allianz gegen Wildunfälle wird nun ein Versuch gemacht, die Unfallschwerpunkte auszumachen und die Sicherheit im Straßenverkehr für Mensch und Wildtier zu verbessern.

DJV unterstützt Allianz gegen Wildunfälle

Eine interdisziplinäre Forschergruppe will Verkehrs-, Unfall- und Umweltdaten auswerten und ein dynamisches Warnsystem entwickeln. Daten aus dem Tierfund-Kataster fließen mit ein.

Alle 2,5 Minuten passiert in Deutschland ein Wildunfall mit Reh, Wildschwein oder Hirsch, 99 Prozent enden mit Blechschäden. Bundesweit gesehen erfasst die Polizei nur einen Bruchteil als Wildunfälle. Damit fehlt die Datengrundlage, um Schwerpunkte zu ermitteln und zu entschärfen. Das Projekt „Wildunfälle und Daten (WilDa)“ soll Abhilfe schaffen. Partner aus verschiedenen Fachbereichen haben sich zusammengeschlossen, um die Methoden und Systeme zur besseren dynamischen Warnung vor Wildunfällen zu erforschen und entsprechend zu verwerten. Der Deutsche Jagdverband wird als assoziierter Partner das Projekt unterstützen: Anonymisierte Meldungen aus dem Tierfund-Kataster (www.tierfund-kataster.de) zu Wildunfällen fließen künftig ein, über 40.000 Datensätze haben Verkehrsteilnehmer bereits eingegeben. Autofahrer können über die kostenlose Tierfund-App verunfallte Tiere an der Straße in Echtzeit melden. Auf der Internetseite können Nutzer alle Tierfunde auf einer Karte mit Zoom-Funktion sehen. Im 

WilDa-Projekt werden zusätzlich auch amtliche Daten berücksichtigt.

Inspiriert wurde das Projekt durch „wuidi“, ein junges und dynamisches Start-up, das eine erste mobile Anwendung entwickelt, die Autofahrer vor einer erhöhten Wildunfallgefahr warnt und bei der Abwicklung von Wildunfällen unterstützt. Mit „wuidi“ arbeitet der DJV künftig eng zusammen: Mit dem Austausch von anonymisierten Daten soll die bundesweit einheitlichen, Erfassung von Wildunfällen vorangetrieben werden. Nur so lassen sich Schwerpunkte erkennen und entschärfen. Die Wuidi-Wildwarner-App (www.wuidi.com) soll künftig bundesweit Autofahrer dynamisch vor erhöhter Wildunfallgefahr warnen. z

www.jagdverband.de

© DJV
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Von links: Dr. Marco Heurich (Vertreter der Universität Freiburg und assoz. Partner des Nationalparks Bayerischer Wald), Prof. Dr. Wolfgang Dorner  (Projektleiter WilDa, Institutsleiter Technologie Campus Freyung) , Raphaela Pagany (Projektleiterin WilDa), Susann Krüger (DJV), Alfons Weinzierl (Gründer wuidi), Alexander Böckl (Gründer wuidi), Prof. Dr.-Ing. Andreas Grzemba (Vizepräsident Forschung und Wissenstransfer, Technische Hochschule Deggendorf)