Das Zuhause schützen – sicher alarmiert

Eine einfache Infraschall-Anlage als Bausatz vom Franzis Verlag. © Franzis
Eine einfache Infraschall-Anlage als Bausatz vom Franzis Verlag. © Franzis

In Sachen Alarmanlagen gibt es einige verschiedene Systeme am Markt. Wir wollen versuchen, einmal die gängigsten Alarmsysteme in aller Kürze vorzustellen und die jeweiligen Vor- und Nachteile zu erläutern. Darüber hinaus finden Sie hier einige weitere Produkte und Gimmicks, die einem Einbruch entgegenwirken können.

 

Gleich vorab sei gesagt, dass kein Alarmsystem echte Sicherheit versprechen kann. Schlagen die meisten doch erst dann an, wenn der oder die Einbrecher bereits im Haus sind. Daher sollte es eine unumgängliche Selbstverständlichkeit sein, die Außenhülle des Hauses oder der Wohnung mit grundlegender Sicherheitsausstattung auszurüsten. Das beginnt mit den Fenstern, geht über die Türen und Schlösser bis hin zu den Dachluken und Kellerschächten. Ein sogenannter mechanischer Grundschutz eines Objektes sollte die Basis sein. 

Doch es gibt nichts, was ein findiger Einbrecher nicht überwinden kann. Somit sollte im nächsten Schritt eine Alarmanlage die Sicherheit des Hauses weiter erhöhen. Ein gutes System schützt das Anwesen dabei nicht nur bei Abwesenheit der Bewohner, sondern sollte auch in der Nacht für einen guten, sicheren Schlaf sorgen. Der Markt bietet zahlreiche Modelle und viele Anbieter buhlen um die Gunst der Kunden. Welche Arten von Alarmanlagen es prinzipiell gibt und worauf man dabei jeweils achten sollte, soll im Folgenden ein wenig erläutert werden.

Die neue Alarmanlage SA2900-R bietet rundum viel funktionale Sicherheit bei moderatem Preis. © Blaupunkt
Die neue Alarmanlage SA2900-R bietet rundum viel funktionale Sicherheit bei moderatem Preis. © Blaupunkt

Ein System stellen jene Alarmanlagen dar, die über ein Elektretmikrofon die durch niederfrequente Luftdruckschwankungen entstehenden Töne, wie sie beim ruckartigen Öffnen eines Fensters oder einer Tür auftreten, detektieren. Man spricht dabei von Infraschall-Alarmanlagen. Infraschall bezeichnet Töne im unterhalb des vom Menschen wahrnehmbaren Frequenzbereichs (das Gegenteil wäre Ultraschall). 

Der große Vorteil dieser Systeme ist, dass man zumindest theoretisch keine weiteren Sensoren wie Bewegungsmelder oder Fensterkontakte benötigt. Lediglich eine einzige Alarmzentrale wird gebraucht, die dann je nach Einstellung der Empfindlichkeit in der Lage sein soll, ein komplettes Gebäude mit mehreren Räumen selbst durch geschlossene Zimmertüren hindurch zu überwachen. Dies funktioniert prinzipiell erst einmal ganz gut, ist zugleich aber auch mit einigen Nachteilen behaftet. So entsteht Infraschall nicht ausschließlich durch (schnelles) Öffnen und Schließen von Türen, sondern auch bei Donner, starken Windböen oder auch durch den Überschallknall eines Düsenfliegers. All diese Effekte können somit Fehlalarme produzieren. Ein weiterer Nachteil ist, dass ein Alarm nicht ausgelöst wird, wenn ein Fenster in einiger Entfernung (beispielsweise im zweiten Stock eines Hauses bei Gerätestandort im Erdgeschoss) aufspringt oder man eine Tür – auch direkt neben dem Gerät – einfach nur langsam öffnet. Je höher die Empfindlichkeit des Gerätes eingestellt ist, desto eher reagiert es. Aber wie gesagt, dann eben auch auf äußere Umweltgeräusche oder auch nur, wenn man nachts die Tür des Badezimmers öffnet. Somit kommt man bei einer Infraschall-Anlage nicht drum herum, die Empfindlichkeit auf ein moderates Level einzustellen und weitere Fenster-/Türsensoren und/oder Bewegungsmelder nachzurüsten. 

Insofern ist es letztlich sinnvoll, gleich ein Gerät anzuschaffen, das ausschließlich auf die bewährten Sensoren setzt. Infraschall-Anlagen kann man getrost außen vor lassen, zumal diese von den meisten Anbietern deutlich überteuert, oft für mehrere Tausend Euro verkauft werden. Unter anderem die Gesellschaft für digitale Kaufberatung, die VdS Schadenverhütung GmbH oder auch der BHE Bundesverband Sicherheitstechnik e. V. raten klar vom Kauf einer Infraschall-Alarmanlage ab. Wer sich dennoch generell für diese Technik interessiert, die Franzis Verlag GmbH bietet einen Bausatz einer Infraschall-Alarmanlage an, welche bereits für unter 

35 Euro zu haben ist.

Abschreckende Wirkung können schon Warnschilder und Attrappen von Alarmanlagen haben. Die Firma kh-security bietet eine große Auswahl von Produkten, um das Zuhause sicherer zu machen. © kh-security, © Daniel Guthannß
Abschreckende Wirkung können schon Warnschilder und Attrappen von Alarmanlagen haben. Die Firma kh-security bietet eine große Auswahl von Produkten, um das Zuhause sicherer zu machen. © kh-security, © Daniel Guthannß

Ein weiterer, zur Vermeidung von Fehlalarmen wichtiger Punkt ist die Funkfrequenz der Systeme. Dabei sollte man – unabhängig davon für welches System man sich letztlich entscheidet – darauf achten, dass die Sensoren mit der Basis nicht auf der 433-MHz-Frequenz kommunizieren. Diese ist weit verbreitet, die Sender werden in großen Stückzahlen produziert. Ergo sind sie günstiger und finden sich damit zumeist auch in Alarmanlagen aus dem Billigpreissegment wieder. Allerdings nicht nur da, ebenso in Garagentoröffnern, Funkkopfhörern, Funk-Wetterstationen oder in Nachbars Babyfon. Der Ärger mit Fehlalarmen oder gar einem Nichtauslösen aufgrund blockierter Frequenz ist hier vorprogrammiert. (Einige Alarmanlagen funken 2,4 GHz. Hier gilt Gleiches wie für die 433-Mhz-Frequenz.) Deutlich besser und zuverlässiger funkt es sich im 868-Mhz-Bereich. Dieser Bereich wurde extra für Alarmanlagen reserviert – so sind Fehlalarme durch Funkstörungen praktisch ausgeschlossen.

Ein anderer Nachteil von Funkalarmanlagen ist, dass es für wenige Euro bereits sogenannte Jammer gibt. Kleine Störsender, welche die Kommunikation der Sensoren mit der Alarmzentrale unterbinden. Gute Geräte erkennen den Einsatz eines Jammers aber und lösen dann erst recht Alarm aus. Will man dieses Risiko aber generell unterbinden, ist der Einbau einer kabelgebundenen Alarmanlage die erste Wahl. Eine solche benötigt in der Regel auch keine Batterien in den Sensoren, die leer gehen können. Normalerweise ist so eine komplett verkabelte Alarmanlage aber nur sinnvoll, wenn sie gleich beim Neubau eines Gebäudes eingeplant und verbaut wird. Für ein bereits fertiges Haus oder eine Mietwohnung ist eine funkbasierte Lösung sicher die bessere, weil günstigere und unproblematischer zu installierende Option.

Für Otto-Normalverbraucher mag somit eine Alarmanlage am sinnvollsten erscheinen, welche mit regulären Infrarot-Bewegungsmeldern und Magnetkontakten für Türen und Fenster (eventuell sogar erweitert mit Glasbruchsensoren) ausgestattet ist und über die 868-MHz-Frequenz mit der Zentrale kommuniziert. Sie sollte mit einem Jammer-Schutz ausgestattet sein sowie über eine SIM-Karten-Einheit verfügen. Mit dieser lässt sich eine Alarmanlage auch sicher über das Handy per SMS steuern und man umgeht somit die Gefahr, dass jemand (wie man es vom Autodiebstahl her kennt) das Signal des Funk-Bedienteils abfängt. 

 

Wenn man auf Reisen ist, kann man Anwesenheit simulieren: mit Steckdosen, z. B über Zeitschaltuhren oder intelligente Steckdosen wie die Fritz!DECT200 einschalten, Musik ertönen oder den FakeTV zu bestimmten Zeiten flimmern lassen. © avm, © kh-security
Wenn man auf Reisen ist, kann man Anwesenheit simulieren: mit Steckdosen, z. B über Zeitschaltuhren oder intelligente Steckdosen wie die Fritz!DECT200 einschalten, Musik ertönen oder den FakeTV zu bestimmten Zeiten flimmern lassen. © avm, © kh-security

Doch auch hier gibt es bereits Systeme mit Rolling Codes, die dieses Problem umschiffen. Zusätzliche Sensoren können die Sicherheit weiter erhöhen. So lassen sich die Alarmanlagen aufwerten mit Rauch-, Hitze-, Gas- und Wassermeldern. Ebenso gibt es Klimasensoren, die eine Meldung absetzen, wenn die Temperatur oder die Luftfeuchtigkeit außerhalb eines bestimmten Bereiches fällt oder steigt. Für kranke oder ältere Personen besteht darüber hinaus die Option einer Notruffunktion, der Auslöser wird gegebenenfalls direkt am Körper getragen.

Eine zusätzliche Variante besteht darin, eine Kamera ins System zu integrieren. Diese sogenannten IP-Cams senden Bilddaten per Internet ans Telefon, Tablet oder an eine Cloud. Alarmsysteme, die über das Internet laufen, wie auch die sogenannten Smart-Home-Systeme, welche neben der Alarmfunktion unzählige Steuerungsmöglichkeiten fürs eigene Zuhause zur Verfügung stellen, bieten jedoch zugleich einen Angriffspunkt für Hacker. So kann der Überwacher schnell selbst zum Überwachten werden. Im Falle eines (eventuell sogar zielgerichteten) Stromausfalls, fällt zu Hause der Router aus – und somit auch die Übertragung. Dies sollte jedem, der sich für ein derartiges System entscheidet, bewusst sein. Es ist immer gut, sich mit den spezifischen Anlagen und deren genauer Funktionsweise auseinanderzusetzen, um ein solches System bestmöglich gegen äußeren Zugriff abzusichern. 

Auf Smart-Home-Anlagen im Detail einzugehen, würde hier aber deutlich zu weit führen. Stattdessen sollen im Folgenden noch ein paar kleine Produkte Erwähnung finden, die nur wenige Euro kosten und die die Sicherheit in den vier Wänden Ihrer Kunden ebenfalls erhöhen können.

Fenster- und Türsensoren sowie Bewegungsmelder, die bei Erschütterung bzw. Bewegung einen Alarm auslösen sind ebenfalls bei kh-security erhältlich. © kh-security
Fenster- und Türsensoren sowie Bewegungsmelder, die bei Erschütterung bzw. Bewegung einen Alarm auslösen sind ebenfalls bei kh-security erhältlich. © kh-security

Die wohl profanste Art, potenzielle Einbrecher abzuschrecken, mag darin bestehen, ein gut gesichertes Objekt vorzutäuschen. Dafür sorgen bereits einfache, gut sichtbare Schilder oder Aufkleber, die ersichtlich machen, dass das Gebäude alarmgesichert sei. Verstärken lässt sich dieser Eindruck mit außen angebrachten Kamera- und/oder Alarmsirenenattrappen. Dabei sollte man nicht auf die allergünstigsten Produkte setzen, sind diese doch häufig auf den ersten Blick als Imitate entlarvt, woraufhin womöglich erst recht ein Einbruch erfolgt.

Eine bewährte Methode, Einbrecher von der Tat abzuhalten, ist darüber hinaus, Anwesenheit vorzutäuschen. Ein dienliches Mittel dafür ist ein TV-Simulator. Denn in aller Regel läuft abends in den meisten Wohnungen in Deutschland der Fernseher. Auch hier bietet der Markt verschiedene Geräte. Ein besonders helles Exemplar, das moderne, größere LED-Bildschirme simuliert, mag der FakeTV plus sein – unter anderem erhältlich bei kh-Security. Anwesenheit simulieren lässt sich prinzipiell ideal mit den oben erwähnten Smart-Home-Systemen. Eine Art „Smart Home Light“ kann sich aber auch jeder Besitzer einer in deutschen Haushalten weit verbreiteten DECT-fähigen Fritz Box realisieren – mit den sogenannten intelligenten Steckdosen AVM Fritz!Dect 200 oder 210. Diese Steckdosen lassen sich per MyFritz-App jederzeit von unterwegs aktivieren, um beispielsweise eine angeschlossene Lampe oder Musikanlage ein- und auszuschalten, können aber auch einfach per Fritz-Box-Menü über den PC programmiert werden. Noch günstiger – und inzwischen ausgereift – sind einfache Magnetkontakte oder Bewegungsmelder, welche autark ohne Zentrale funktionieren und dennoch einen richtig lauten Alarmton produzieren. Ob diese einen Einbrecher an der Ausführung seines Vorhabens tatsächlich hindern, mag fraglich sein, in jedem Fall wecken sie die Bewohner bei einem Einbruchsversuch.

Im Fazit lässt sich sagen, dass der Markt heute viele Optionen bietet, das eigene Heim zu schützen und für mehr Sicherheit zu sorgen – ob für wenige Euro mit minimalen Mitteln oder mit einer bestmöglich ausgestatteten Alarmanlage. Die totale Sicherheit wird es dennoch nie geben, wohl aber das gute Gefühl, etwas dafür getan zu haben. 

Der Autor dieses Artikels ist Daniel Guthannß (dg).

Er ist in der November-Ausgabe 2017 in WM-Intern erschienen.