Gute Vorbereitung ist alles: Was Prepper brauchen

Nicht immer ist Zeit zum Packen, daher sollte ein BOB fertig gepackt bereitstehen. © 511 Tactical
Nicht immer ist Zeit zum Packen, daher sollte ein BOB fertig gepackt bereitstehen. © 511 Tactical

„Allzeit bereit!“ ist ein altbekannter Spruch, den die meisten Menschen mit Pfadfindern in Verbindung bringen. Bezogen auf das sogenannte Prepping bekommt dieser jedoch eine ganz andere Dimension. Deshalb sollte den Preppern als Kundschaft Aufmerksamkeit gewidmet werden.

 

Prepper. Das sind Menschen, die sich auf eine etwaige Notsituation vorbereiten und dafür Vorräte anhäufen, um einige Tage oder für einen längeren Zeitraum autark überleben zu können.

Das Wort selbst kommt (wie der Trend an sich auch) aus den USA bzw. aus dem Englischen. „To be prepared“ bedeutet schlichtweg „vorbereitet sein“. Prepper sind also vorbereitet. Doch auf was genau? Auf Notfälle, die durch unterschiedlichste Szenarien ausgelöst werden: Katastrophen, wie Überschwemmungen, Meteoriteneinschläge, Stürme, Schnee oder ein Störfall in einem Atomkraftwerk. Weiterhin sind diverse Worst-Case-Szenarien vorstellbar, wie terroristische Anschläge – welcher Art auch immer – oder sogar der Ausbruch eines Bürgerkriegs. Für all das versuchen Prepper sich zu wappnen, indem sie einen Vorrat an überlebenswichtigen Dingen anlegen. 

Akkus mit Sonnenenergie aufladen können, ist von großem Vorteil, wenn die Energieversorgung zusammengebrochen ist. © Waka Waka
Akkus mit Sonnenenergie aufladen können, ist von großem Vorteil, wenn die Energieversorgung zusammengebrochen ist. © Waka Waka

Die erste Regel der Prepper lautet, erzähle niemanden, dass du ein Prepper bist. Denn in einem möglichen Krisenfall bestünde ja sonst die Gefahr, dass andere, die sich eben nicht vorbereitet haben, marodieren und plündern und womöglich mit Gewalt die Herausgabe der mühsam angehäuften Vorräte erzwingen.

Prinzipiell gibt es dabei mehrere Herangehensweisen, wie man preppt. Manch ein Prepper wird eventuell versuchen, sich zu Hause zu verbarrikadieren und die Krise im eigenen Keller auszusitzen. Andere gehen davon aus, je nach Art der Katastrophe, ihr Heim verlassen und flüchten zu müssen. Dafür sollte der Prepper einerseits einen fertig gepackten Rucksack mit Überlebensutensilien bereitstehen haben – im Fachjargon spricht man hierbei von einem Bug Out Bag oder kurz: BOB – und zum anderen nach Möglichkeit ein oder mehrere versteckte Lager draußen für unterwegs vorbereitet haben. Danach unterscheiden sich natürlich auch die Dinge, welche der Prepper benötigt.

Generell kann es nicht schaden, einen kleinen Vorrat an Wasser und Lebensmitteln zu Hause zu haben. Dies empfiehlt ja letztlich sogar die Bundesregierung. Auf den Seiten des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe gibt es diesbezüglich Empfehlungen unter „Vorsorge und Selbsthilfe“, sogar eine Checkliste lässt sich dort finden. Jeder sollte einmal einen Blick auf diese Seite geworfen haben: www.bbk.bund.de

 

Messer, Feuerstarter und mehr hat das Leatherman Signal– unabdingbar, wenn man auf sich selbst gestellt ist. © Leatherman
Messer, Feuerstarter und mehr hat das Leatherman Signal– unabdingbar, wenn man auf sich selbst gestellt ist. © Leatherman

Doch gehen wir nun mal ans Eingemachte. Was genau sind denn die Dinge, die ein Prepper bevorraten sollte? 

Das weitaus wichtigste Element ist Wasser. Einen größeren Vorrat sollte man unbedingt beschaffen. Es empfiehlt sich mit Kohlensäure versetztes Mineralwasser in normalen 1,5-Liter-Flaschen. Dieses sollte möglichst kühl und dunkel, also im Keller, gelagert werden. 14 Liter pro Person und Woche ist hierbei die Empfehlung der Behörden. Eine gute Strategie ist, das Wasser auch regelmäßig zu verbrauchen und durchrotieren zu lassen, nach dem Prinzip: First in – First out (FIFO). Also frisches Wasser nach hinten ins Regal, das ältere vorn entnehmen und im Alltag verbrauchen.

Das gilt generell auch für Nahrungsmittel. Hier eignet sich prinzipiell alles, was irgendwie lagerfähig ist: Konserven, Nudeln, Nüsse, Reis, gefriergetrocknete Mahlzeiten. Man kann sich austoben, diese Bereich bietet zahllose Möglichkeiten. Diese mittels eines Vakuumiergerätes einzuschweißen, verlängert dabei die Haltbarkeit. Will man von Haus aus auf einen Langzeitvorrat setzen, bieten sich Armee-Rationen wie wie Einmannpackungen (EPa) oder Meals Ready to Eat (MRE) an (WM-Intern 11/2016). Diese halten mehrere Jahre. Noch länger halten Kohlenhydratkomprimat-Riegel wie beispielsweise das mit Vitaminen und Mineralstoffen angereicherte NRG-5 der in Friedrichsdorf ansässigen MSI GmbH. Solche Notrationen können 20 Jahre oder länger gelagert werden. Nur auf Tiefkühlware sollte man sich nicht verlassen. In einem möglichen Krisen- oder Katastrophenszenario ist davon auszugehen, dass der Strom ausfällt. www.msi-germany.com

 

Wie man sich bettet, so liegt man – wahrscheinlich nicht wirklich bequem, aber wenigstens warm. Ein (Not-)Schlafsack gehört zur Prepper-Grundausrüstung. © Brownells
Wie man sich bettet, so liegt man – wahrscheinlich nicht wirklich bequem, aber wenigstens warm. Ein (Not-)Schlafsack gehört zur Prepper-Grundausrüstung. © Brownells

Damit wären wir auch schon bei einem weiteren wichtigen Punkt. Man benötigt einiges an Ausrüstung, wie man es vom Outdoor-Trip oder Camping-Urlaub her kennt: Kocher inklusive Brennstoff und Anzündmittel wie Streichhölzer, Kerzen, Öllampen, Knicklichter. Jede Menge Batterien (auch diese kann man wieder verbrauchstechnisch durchrotieren) für Taschenlampen, ein Radio mit Weltempfänger oder Funkgeräte, falls die Handys nicht mehr funktionieren oder gar das ganze Netz ausfällt. Wer stromtechnisch auf Nummer sicher gehen will, kann auch über die Anschaffung eines kleinen Stromgenerators samt Benzinvorrat nachdenken. Messer und Werkzeug, um kaputtgegangene Dinge selbst zu reparieren oder Sachen selbst herzustellen, sollten  ebenfalls nicht in der Prepper-Liste fehlen. Genauso wichtig sind sanitäre Utensilien sowie für alle Fälle ein Erste-Hilfe-Kasten einschließlich einem Vorrat an gegebenenfalls benötigten Medikamenten.

Viele Prepper setzen bei der Bevorratung nicht ausschließlich auf zum eigenen Überleben wichtige Utensilien, sondern bunkern gleich noch ein paar Artikel, die zum Tauschen oder als Bezahlung nützlich sein können. Solche Ersatzwährungen wären zunächst einmal Silber und Gold, welches es speziell als Zahlungsmittel in Tafeln gibt, von denen sich kleine, genau bemessene Stücke abbrechen lassen. Aber auch Genussmittel lassen sich lange lagern und haben sich in Krisenzeiten, man denke dabei nur an die Nachkriegszeit, stets bewährt. Genannt seien hier in erster Linie Tabak und Alkohol, aber ebenso Schokolade, Honig oder Salz. Von manchen Preppern wird Munition als begehrtes Gut insbesondere in länger anhaltenden Krisenzeiten angeführt. Diese könnte unter Umständen aber auch vom Gegenüber gegen einen selbst eingesetzt werden.

Wer sich in seinem Haus verbarrikadiert und die Notlage abwarten kann, hat in der Regel mehr Platz und Optionen für seinen Vorrat. Wer sich aber entschließt, die Flucht anzutreten (oder dazu gezwungen wird), wird mit der zweiten, oben genannten Methode vorliebnehmen müssen. Ein BOB sollte dabei so viele Survival-Dinge wie möglich beinhalten. Man sollte daher in gute, kompaktere und aus diesem Grund meist deutlich teurere Produkte investieren. Außerdem können, gerade wenn man sich draußen durchschlagen muss, einige zusätzliche Dinge von Nutzen sein. Schlafsack und ISO-Matte kommen dabei ebenso in Betracht wie ein GPS-Gerät, Kartenmaterial und Kompass oder Wasserfilter und Desinfektionstabletten. Die Produkte aus dem Hause Katadyn haben sich dabei seit Jahrzehnten bewährt. 

Zur Energieversorgung bietet sich unter freiem Himmel unter Umständen ein faltbares Solarpanel an. Die Gegenstände, die einem Prepper wichtig sind, können natürlich individuell variieren, weshalb wir hier nur versucht haben, einige essenzielle Gegenstände aufzuführen und einen Denkanstoß zu geben. Die vorgestellte Auflistung der fürs Preppen geeigneten Dinge hat selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit und kann diesen auch gar nicht haben. Nicht umsonst füllt dieses Thema ganze Bücherregale. Einige Buchempfehlungen zum Thema finden Sie hier.

Sauberes Wasser hat oberste Priorität im Ernstfall. Zu Hause kann man Wasser in Flaschen einlagern. Für unterwegs sind Filtersysteme oder chemische Zusätze zur Reinigung von Wasser von unschätzbarem Wert.
Sauberes Wasser hat oberste Priorität im Ernstfall. Zu Hause kann man Wasser in Flaschen einlagern. Für unterwegs sind Filtersysteme oder chemische Zusätze zur Reinigung von Wasser von unschätzbarem Wert.
Ein heißes Getränk und eine heiße Mahlzeit tun auch in Notzeiten der Seele gut, vor allem helfen sie aber, bei Kräften zu bleiben. Daher sollte man mit Kocher und Geschirr ausgerüstet sein. © MSR Gear
Ein heißes Getränk und eine heiße Mahlzeit tun auch in Notzeiten der Seele gut, vor allem helfen sie aber, bei Kräften zu bleiben. Daher sollte man mit Kocher und Geschirr ausgerüstet sein. © MSR Gear
Lebensmittel und Fertiggerichte, die lange haltbar sind, wenig Platz benötigen und die nötigen Nährstoffe bieten, sollten in keinem Notvorrat fehlen. So gibt es beispielsweise von Trek'n Eat oder Blå Band geeignete Produkte. © Trek'n Eat
Lebensmittel und Fertiggerichte, die lange haltbar sind, wenig Platz benötigen und die nötigen Nährstoffe bieten, sollten in keinem Notvorrat fehlen. So gibt es beispielsweise von Trek'n Eat oder Blå Band geeignete Produkte. © Trek'n Eat

Infos und Bezugsquellen

Der Autor dieses Artikels ist Daniel Guthannß.

Er ist in der November-Ausgabe 2017 in WM-Intern erschienen.