Mit Drohnen alles im Blick

© SZ DJI Technology
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Was vor wenigen Jahren noch wie pure Science Fiction klang, gehört heute schon fast zum Alltag. Drohnen werden insbesondere im Security-Bereich immer beliebter und auch im zivilen Luftraum gewinnen sie zunehmend an Boden. 

 

Bereits heute sind Drohnen praktisch nicht mehr wegzudenken und werden in Zukunft mit Sicherheit weiter an Bedeutung gewinnen. Das Interesse an Drohnen und die Akzeptanz ihnen gegenüber in der Bevölkerung steigt. Ihre Verkaufszahlen dürften sich noch deutlich steigern, im professionellen Bereich ebenso wie auf dem Freizeitsektor.

Bei der zivilen Anwendung zumeist durch Privatpersonen geht es in erster Linie darum, Fotos und Filme aus der Vogelperspektive aufzunehmen. Dafür bietet der Markt mit passablen Kameras ausgestattete Drohnen für wenige Hundert Euro. Technisch können diese bereits mit tollen Features aufwarten, die begeistern. Sie verfügen über jede Menge Sensoren und können somit während des Fluges Objekte vollautomatisch umrunden oder ihnen folgen. Auch eine automatische Rückkehrfunktion bei Verbindungsabbruch gehört bei vielen Geräten zum Standard. Die Steuerung erfolgt zumeist via Smartphone, solo oder gekoppelt an eine zusätzliche Fernsteuerungseinheit oder bei manchen Modellen darüber hinaus über Gesten. Bereits für weniger als 2.000 Euro gibt es Drohnen mit hochauflösenden und mechanisch Gimbal-stabilisierten Kameras, deren Aufnahmen sich durchaus auch für den semi-professionellen Fotografen eignen. 

Bei unseren Recherchen haben sich insbesondere die Drohnen des in China ansässigen Unternehmens DJI (Dà-Jiāng Innovations Science and Technology Co., Ltd) als marktführend herauskristallisiert. Der Hersteller bietet verschiedene Modelle für diverse Ansprüche und Anforderungen.

 

DJI bietet eine breite Palette an Drohnen für jeden Bedarf. Unter „gut und günstig“ fällt das faltbare Modell Mavic Pro.
DJI bietet eine breite Palette an Drohnen für jeden Bedarf. Unter „gut und günstig“ fällt das faltbare Modell Mavic Pro.
Bereits bestens geeignet für den semi-professionellen Bereich ist die mit guter Kamera bestückte Phantom 4 Pro.
Bereits bestens geeignet für den semi-professionellen Bereich ist die mit guter Kamera bestückte Phantom 4 Pro.
Die Drohne Inspire 2 kann außer mit normalen Kameras ebenfalls mit Flir-Wärmebildtechnik ausgerüstet werden und eignet sich so für viele Anwendungsbereiche.
Die Drohne Inspire 2 kann außer mit normalen Kameras ebenfalls mit Flir-Wärmebildtechnik ausgerüstet werden und eignet sich so für viele Anwendungsbereiche.

Natürlich gilt es beim Umgang mit Drohnen insbesondere in Deutschland einige Gesetze zu beachten, will man empfindliche Geldstrafen oder Anzeigen vermeiden. So ist in der Drohnen-Verordnung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur geregelt, wo man fliegen darf beziehungsweise wo nicht (wie beispielsweise über Menschenansammlungen, Einsatzorten, Krankenhäusern, Gefängnissen, Flugplätzen, Industrieanlagen, Wohngebieten, Naturschutzgebieten usw.), wie hoch (maximal 100 m) oder auch, dass die Drohnen stets in Sichtweite der Piloten sein müssen. 

Ganz neu ist dabei seit Oktober 2017 der hierzulande sogenannte Drohnenführerschein. Dabei handelt es sich um einen Kenntnisnachweis für den Umgang mit Drohnen, der durch eine vom Luftfahrt-Bundesamt anerkannte Stelle ausschließlich auf die Dauer von fünf Jahren ausgestellt wird und danach erneuert werden muss. Dieser Nachweis ist jedoch nur verpflichtend für den Umgang mit Drohnen von einem Gesamtgewicht von über 2 Kilogramm. Damit fallen die meisten von zivilen Anwendern genutzten Drohnen nicht unter diese Regelung, wiegen diese in der Regel doch weniger. Mit einhergegangen ist jedoch eine Kennzeichnungspflicht für Drohnen ab einem Gewicht von 250 Gramm, worunter hingegen die meisten Modelle (von Spielzeug fürs Wohnzimmer einmal abgesehen) fallen dürften. Das heißt im Klartext, es muss eine feuerfeste Plakette mit Namen und Anschrift des Besitzers dauerhaft außen an der Drohne angebracht werden, um im Schadensfall den Besitzer haftbar machen zu können.

Flüge mit Drohnen über 5 Kilogramm bedürfen generell einer Aufstiegserlaubnis der Landesluftbehörden. Letztere dürften aber ohnehin eher von Behörden oder Militär genutzt werden. 

Auch die leichteren Modelle genügen den Ansprüchen von Behörden, Sicherheitsdiensten oder Rettungskräften, wenn sie beispielsweise mit Nachtsicht- oder Wärmebildkameras ausgerüstet werden. Die Anwendungsgebiete solcher Drohnen sind mannigfaltig – sei es beim Bau, der Inspektion und Wartung, in der Landwirtschaft, im jagdlichen Bereich, im Forstwesen oder bei der Brandbekämpfung. Natürlich sind mit Wärmebildkameras ausgerüstete Drohnen auch bei der Personensuche ideal und dabei deutlich günstiger und schneller einsatzbereit als ein bemannter Helikopter, der bisher für solche Zwecke genutzt werden musste.

 

 

Auf das schier unvorstellbare militärische Potenzial von bewaffneten Drohnen soll in Rahmen dieses Artikels gar nicht erst eingegangen werden. Es lässt sich erahnen. Die kleine, aber feine Fachmesse UTsec, welche zeitgleich mit der EnforceTac im Vorfeld der IWA in der Messe Nürnberg am 7. und 8. März 2018 stattfindet, dürfte zudem nähere Einblicke in das Potenzial von Drohnen, die rein für Sicherheitszwecke eingesetzt werden, vermitteln. 

www.dji.com

www.utsec.de

Der Autor dieses Artikels ist Daniel Guthannß.

Er ist in der November-Ausgabe 2017 in WM-Intern erschienen.