Handschmeichler und Augenweide

© Katzenmeier
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Seit es Gewehre gibt, werden Schäfte aus Walnussholz verarbeitet. Doch warum wird hierfür ausgerechnet das Holz des Walnussbaumes für den Schaft verwendet? Walnussholz zeichnet sich auf der einen Seite durch hohe Dichte und Festigkeit, auf der anderen Seite durch besondere Elastizität aus. Es lässt sich besonders gut biegen und bearbeiten und fängt im Gebrauch – zur Freude des Jägers! – Schläge hervorragend ab.

 

Walnussholz hat einen geraden bis gewellten Faserverlauf und kann sehr schöne Zeichnungen aufweisen. Die Farbe variiert in Abhängigkeit von der Herkunft von Hellgrau über Braun zu Orange. Die Oberfläche ist nicht offenporig, sodass die Schaftfarbe auf Wunsch im Nachgang durch Beizen und die Behandlung mit farbigen Schaftölen leicht angepasst (abgedunkelt) werden kann. 

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Die Schaftholzgewinnung beginnt mit der Wahl des Stamms. Passende Bäume sind allerdings rar. Auch der nachfolgende Prozess, das Ausgraben sowie Auftrennen der Wurzel, ist ein pures Lotteriespiel. Zum einen eignen sich nur große, alte Bäume mit einem starken Kern, die zwischen 200 und 300 Jahre alt sind. Zum anderen sollten diese knorrig und verwachsen sein, um besonders schöne Maserungen hervorzubringen. Beim Ausgraben und Auftrennen ist viel Sorgfalt und auch eine gute Portion Glück gefragt, denn schon ein kleiner falscher Schnitt kann die Maserung zerstören. Zudem können Hohlräume, Einschüsse sowie Risse den Stamm unverwertbar machen.

Nachdem der Stamm in Bohlen geschnitten wurde, beginnt das Anreißen. Der erfahrene Händler markiert mit einer Schablone die Schaftrohlinge, welche danach auf der Bandsäge zugeschnitten werden. Hier ist ebenfalls äußerste Vorsicht geboten, denn ein falscher Anriss oder Schnitt macht das edle Nussbaumholz zu Brennholz. Im Anschluss werden die Rohlinge in Wasserdampf schonend gedämpft, um etwaigen zukünftigen Schädlingen das Eiweiß zu entziehen. Das Holz bekommt hierbei eine gleichmäßigere und dunklere Farbe. Die Schnittstellen werden mit Wachs oder Leim versiegelt, um Trocknungsrisse zu vermeiden. Schließlich werden die Nussbaumrohlinge bis zu fünf Jahre an der Luft getrocknet, bis sie nur noch eine Restfeuchte von etwa 12 bis 14 Prozent haben. Diese althergebrachte Lufttrocknung ist die beste Methode, um das Holz langsam und schonend zu trocknen, denn so werden Oberflächen- und Innenrisse größtenteils vermieden und das Nussbaumholz bleibt lebendig. Je nach Maserung und Güte des Holzes unterscheidet man fünf Kategorien: Kernholz, Besserkern, Halbluxus, Luxus und Superluxus. Die Übergänge von Kategorie zu Kategorie sind fließend.

© Katzenmeier
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Ein schöner Nussbaumschaft ist eine Augenweide! Achten Sie beim Kauf darauf, dass der Verlauf der Maserung passend zum Schaft ist, besonders im Griffbereich sollte sie geradlinig verlaufen.

Mehr zum Thema Walnussholzschäfte erfahren Sie bei der Firma Katzenmeier, zum Beispiel auf der IWA oder im Internet unter 

www.katzenmeier.net

ali