50 Jahre Alljagd – auf die nächsten 50!

© Alljagd
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Alljagd, der mächtige Verbund kleinerer und mittlerer Jagdgeschäfte und Waffenfachhandlungen, wird 50 Jahre alt. Für die inzwischen rund 100 Mitgliedsgeschäfte in Deutschland (und dem nahen Ausland) hat sich in diesen 50 Jahren viel getan. 

Der Handel ist schwieriger geworden, auch vielfältiger, bürokratischer, personalintensiver. Die Ertragslage der Branche ist im Großen und Ganzen akzeptabel, aber die Mitglieder der Alljagd sind als Partner in einem großen Verbund zusammen stärker als die Einzelgeschäfte, bei denen nur Neugründungen eine Chance haben, wenn Sie mit sehr viel Energie und meist auch mit der nötigen Rücklage gegründet werden. 

 

Gemeinsam stärker sein – im Einkauf und später dann auch beim Verkauf – das war die Grundidee, mit der am Sonntag, den 4. Februar 1968 im Hotel Taunus in Wiesbaden 15 Kollegen aus dem Sport- und Jagdwaffeneinzelhandel sich die Idee des Waffenfachhändlers Heinz Kreher anhörten. Obwohl der Einzelhandel traditionell eher kritisch auf das schaut, was die Mitbewerber einnehmen könnte, zwangen die Rahmenbedingungen, nämlich der immer stärkere Preiskampf, zu einem Umdenken. Der Versandhandel wurde immer stärker und mit ihm die beiden großen, fast allmächtigen Ketten Frankonia und Kettner. 

Noch im Jahr 1968 entschlossen sich 11 Gründungsgesellschafter die „Sportwaffen und Munitionskontor GmbH“ in Kassel zu gründen. Der erste Jahresumsatz betrug 165.000 DM – kein überzeugendes Argument für die gemeinsame Idee eines Einkaufsverbundes, denn Hersteller und Großhändler sahen für die Firma anfangs keine allzu positiven Zukunftschancen. Doch bereits 1971 zählten 30 Waffenfachgeschäfte zu dem Verbund und da die Ausrichtung immer jagdlicher wurde, firmierte man 1972 um, zur heute bekannten „Alljagd“.

Ein dunkler Fleck in der Firmengeschichte war der Beinahe-Konkurs 1977 durch die Veruntreuung einer großen Geldsumme durch einen damaligen Geschäftsführer, die – und das zeugt vom großen Vertrauen der Gesellschafter in ihre Alljagd – das Unternehmen mit einem Nachschuss auf die Gesellschafteranteile retteten. 

Ab Mai 1979 wurde die heutige Adresse in Lippstadt zum Firmensitz und der erste Katalog erschien 1985 mit 36 Seiten. 1987 wurde Josef Beer Geschäftsführer und die Alljagd Versand GmbH entstand als Ergänzung des Geschäftsmodells der Einzelhändler. 1993 – 25 Jahre nach Gründung – schied Firmengründer Heinz Kreher im Alter von 76 Jahren auf eigenen Wunsch als Geschäftsführer aus und Wilhelm Goddek wurde als Geschäftsführer berufen. 

Unscheinbar und immer „unter dem Radar“ der Großen, aber eben auch ohne große Skandale und Pleiten, bewegte sich die Alljagd als bedeutendes Unternehmen der Branche immer weiter Richtung Zukunft und war 2001 mit seinem Internetauftritt schon recht weit vorne mit dabei. Für Wirbel sorgte die Übernahme des Großhändlers WAIMEX, die sich nach anfänglich hohen Verlusten als ebenfalls zukunftsweisend herausgestellt hatte. Heute wird das Unternehmen „Alljagd“ von Angelika Rüschkamp und Dirk Johannsen als Geschäftsführer geführt.

Außenstehende sehen in der Alljagd immer wieder den „zahnlosen Tiger“ oder den „schlafenden Riesen“, stehen die Zeichen auch bei der Alljagd auf einer vorsichtigen Erneuerung. Der Wunsch nach Harmonie nach innen ist bei Alljagd mit ihren naturgemäß vielen Gesellschaftern auch stärker als der Wunsch einer Marktführerschaft oder einer schnellen Entwicklung. Dennoch bleibt Alljagd mit seinen vorsichtigen, konservativen Maßnahmen immer auf der Höhe der Zeit. 

Die Neuausrichtung des Außenauftritts, erstmalig mit dem Katalog 2017/18, und die grundsätzliche Modernisierung der Alljagd sind erste Zeichen einer Aufstellung in Richtung Zukunft. Innovationsdynamik und die Stärken, die der größte Verbund deutscher Waffenfachgeschäfte hätte, vermisst man zwar immer mal wieder aufseiten von Herstellern und Industrie, aber als stabiler Anker in der Branche ist Alljagd gut beraten, auch in Zukunft eine vorsichtige Politik im Interesse der Mitgliedsgeschäfte zu fahren. Auch wenn manche Entwicklung dabei kritisch betrachtet wird, sind unter den Mitgliedsgeschäften doch zahlreiche, die eine Dynamik an den Tag legen, die sowohl die Alljagd selbst wie auch die gesamte Branche in eine positive Zukunft stoßen. 

 

Alljagd heute

Die Alljagd in Lippstadt hat heute eine konstante Mitarbeiterzahl von 19 Personen und aktuell über 90 angeschlossene Fachgeschäfte. Das Fundament der Fachhandelsgeschäfte bilden 80 Büchsenmachermeister/innen, 43 Büchsenmacher/innen, davon 11 Bundessieger, 14 Landessieger, und 135 Waffenfachverkäufer/innen.

Der in einer Auflagenhöhe von 300.000 Exemplaren erscheinende Alljagd-Katalog mit 472 Seiten zeigt nur einen Teil des Angebotes der Alljagd-Fachgeschäfte, die übrigens alle eigenständig bzw. inhabergeführt sind und sich verstärkt den speziellen Anforderungen ihrer Region stellen. Das ist bewährte, leistungsstarke Kaufmanns- und Handwerkstradition, Direkt-vor-Ort-Partnerschaft zum Vorteil für den Kunden.

Unterstützend zum Alljagd-Katalog werden noch zwei Mal jährlich Frühjahrs- und Winterflyer in einer Auflagenhöhe von 400.000 Exemplaren an potenzielle Jäger, Revierinhaber sowie Sportschützen über diverse Fachzeitschriften verschickt. 

www.alljagd.de

hs