100 % Bestform im Business – Mentaltraining mit Thomas Schlechter

© Blue Wing Verlag
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Thomas Schlechter ist der führende Experte für punktgenaue Bestform. In seinem Motivationsbuch „100 % Bestform im Business“ dreht sich alles um die Frage: Welche mentalen Geheimnisse machen Chefs und Mitarbeiter nachhaltig erfolgreich? Es entlarvt blockierende Motivationsmythen, die sich negativ auf die Leistungsfähigkeit auswirken und zum Versagen führen können. Reale Fallbeispiele von Unternehmerinnen und Managern zeigen, wie sie mit Psychotricks schwierige berufliche Situationen spielend bewältigen und sogar ihre Umsätze verdoppeln. WM-Intern sprach mit dem Autor über seinen beruflichen Werdegang, das Buch – und seine Hobbies.

 

Wie oder wann kamen Sie dazu, Mentaltrainer zu werden?

Bei meiner beruflichen Tätigkeit als Personal Fitness Coach hat sich sehr schnell herausgestellt, dass viele meiner Klienten auch mentale Probleme haben, beispielsweise sich selbst für Sport zu motivieren. So habe ich während des Studiums an der Kölner Sporthochschule den Schwerpunkt stark auf Sportpsychologie gelegt, um mehr über die mentalen Aspekte zu lernen.

 

Wie hat sich Ihre Tätigkeit im Laufe der Jahre entwickelt? 

Wie gesagt: Das Mentaltraining hat während der Zeit als Personal Fitness Coach stark an Bedeutung gewonnen, sodass ich – abgesehen von einer kurzen Unterbrechung und einem „Abstecher“ in das journalistische Fach – seit 2003 rein als Mentaltrainer arbeite. Ich bin damals der Liebe wegen nach München gegangen, habe mich wieder auf meine Wurzeln besonnen und biete seither regelmäßig Mental-Schulungen an, coache und trainiere die Menschen. Vier- bis fünfmal pro Monat mache ich Seminare, doch vor allem das Online-Mentaltraining nimmt immer mehr zu. 

 

Online-Mentaltraining: Wie muss ich mir das vorstellen? 

Dabei berate ich meine Klienten über Skype. Das hat den Vorteil, dass man nirgends extra hinfahren muss. Ich habe viele Klienten aus dem Sport, aber auch Unternehmer oder Manager aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. Die finden es wunderbar, dass ich sie etwa alle zwei Wochen oder einmal im Monat auf diesem Weg coachen kann. 

 

Zu Ihren Büchern: Wie viele haben Sie bereits veröffentlicht?

 

Ich habe vier Bücher veröffentlicht, zuletzt „100 % Bestform im Business“. Es sind noch weitere „Bestform“-Bücher geplant, denn ich selbst bin sehr leistungsorientiert, versuche stets meine Bestform zu optimieren und mein Lebensglück zu verwirklichen. Es hat sich herauskristallisiert, dass das bei den Klienten sehr gut ankommt. 

 

 

Das Buch trägt den Untertitel: „Für alle, die im Beruf EXTREM ERFOLGREICH sein wollen“. Würden Sie sagen, dass Sie selbst „extrem erfolgreich“ sind?

Sagen wir mal so: In dem Bereich, in dem ich tätig bin, bin ich der Beste. Ich bin der Mentaltrainer. Natürlich gibt es noch viele andere. Allerdings höre ich von manchen Klienten, dass sie sich nach solchem Mentaltraining zwar gut fühlen, aber kein langfristiges Resultat haben. Bei mir ist das Resultat entscheidend: Wie kommt jemand in Bestform und kann das genau in dem einen Moment abrufen? Gerade bei Sportlern – etwa Sportschützen oder Biathleten – ist das wichtig. Im Training sind sie gut, aber im Wettkampf gehen die Nerven durch. Darauf bereite ich individuell vor. Ich beginne mit einer genauen Analyse und erstelle anschließend ein maßgeschneidertes Programm, passend für die eine Person. Das ist bei jedem ein bisschen anders. 

 

Welchen Tipp haben Sie für Händler speziell unserer, also der Jagd- und Schießsportbranche, ihre Bestform zu erreichen?

Bei einem Händler ergibt sich im Prinzip die Frage: Wie vermarkte ich mich? Kommt ein Kunde, muss ich sofort präsent sein. Es gilt, auf die Bedürfnisse des Kunden einzugehen, sich selbst zurückzunehmen, durch gezielte Fragen dessen genaue Wünsche zu erfahren und dann verantwortungsvoll zu beraten. Man sollte aber auch wissen, wer man selbst ist. Warum mache ich das? Gerade in dieser Branche geht es doch viel um Natur und Begeisterung für Tiere. Es ist ein leidenschaftliches Gebiet, da kann man ruhig mit Emotionen ins Verkaufsgespräch gehen. So ist man automatisch in Bestform, wenn man seine eigene Leidenschaft in ein oder zwei Sätzen formulieren kann. Allerdings wird Händlern auch mentale Stärke etwa bei der Einwandbehandlung abverlangt. Wie gehe ich damit um, ohne mich gleich abgelehnt zu fühlen? Außerdem wichtig: der Feierabend. Wie komme ich in Bestform, um nach Ladenschluss ganz für meine Familie da zu sein? Fokussiert und präsent sein gilt auch hier. 

 

Sie sind selbst auch Jäger und Sportschütze? Seit wann? Was fasziniert Sie jeweils daran?

Sportschütze bin ich bereits seit 15 Jahren. Wenn ich mit meiner großkalibrigen Waffe auf das Ziel schieße, kann ich mich unheimlich gut konzentrieren. Ich vergesse alles andere um mich herum und bin dann ganz bei mir. Jäger bin ich seit zehn Jahren. Hier fasziniert mich das Naturerlebnis. Ich habe kein eigenes Revier, gehe gern mit Freunden mit. Ich bin auch nicht der Trophäenjäger, sondern genieße es vielmehr, die Tiere zu beobachten. Dass ich so gut wie kein industrielles Fleisch, sondern nur Wild, höchstens noch Lamm esse, passt natürlich dazu.

 

Welchen Tipp zur Bestform haben Sie denn speziell für Jäger?

Das hängt von der Jagdsituation ab. Kurz vor dem Abschuss heißt es dann beispielsweise, ruhig bleiben. Sich konzentrieren – im Sport nennt man das „sich in den Tunnel versetzen“ –, tief durchatmen, mit dem Tier mental in Kontakt treten, die Situation bewusst wahrnehmen und dann den erlösenden Abschuss tätigen.

 

Und speziell für Sportschützen?

Hier ist die Atmung unglaublich wichtig, besonders im Biathlon. Jede Ablenkung – auch durch die „Konkurrenten“ – muss einfach ausgeschaltet werden. Man muss eins werden mit sich und der Bahn, tief ein- und ausatmen, damit der Puls runtergeht und man eine ruhigere Hand bekommt. 

 

Was würden Sie – in einem Satz – als „Mentaltraining-Tipp“ ganz allgemein jedem Menschen mit auf den (Lebens-)Weg geben?

Da gibt es nur eines: Sich immer auf die Situation, in der man sich befindet, mental, emotional und körperlich in Bestform bringen. Das heißt, sich ein bis zwei Minuten vorher die nächste Situation vorstellen, sich hineindenken und ganz ins Hier und Jetzt kommen. Es ist wichtig, alles Vorherige und Stressige, aber auch das Zukünftige loszulassen und sich nur auf den Moment zu konzentrieren. Auf körperlicher Ebene spielt das Atmen eine große Rolle. Die Gedanken sollten auf die Gegenwart fokussiert sein, denn auf die Vergangenheit oder die Zukunft hat man in diesem Augenblick keinen Einfluss. Man ist am leistungsfähigsten, wenn man die Fähigkeit hat, ganz präsent zu sein. Kurz gesagt: Wenn ich gehe, dann gehe ich. Wenn ich ziele, dann ziele ich. Wenn ich irgendetwas tue, dann zu 100 Prozent. 

www.thomas-schlechter.de  

Dieses Interview führte Miriam von Chamier (mvc).

Er ist in der Mai-Ausgabe 2018 in WM-Intern erschienen.