Gesund am Arbeitsplatz: Recht dynamisch, bitte!

© Claudia Jahn
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„Sitzen ist das neue Rauchen!“, behauptet der Arzt und Entertainer Dr. Eckhard von Hirschhausen. Wobei eine einseitige Belastung immer schädlich für unseren Körper ist, sei es das Stehen im Verkaufsraum oder an der Werkbank oder eben das Sitzen vor dem Rechner. Das Ende vom Lied sind im besten Fall schmerzende Füße oder ein verspannter Nacken. Aber auch schwere Schäden am Bewegungsapparat können das Ergebnis von sturem Stehen oder Sitzen sein.

16,5 Millionen Menschen gehen einer vorwiegend stehenden beruflichen Tätigkeit nach. Laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) bringt es jedoch ein Großteil der Deutschen auf bis zu 15 Stunden Sitzen am Tag – Arbeit plus Freizeit. Eine Studie der BAuA belegt außerdem, dass 80 Prozent der deutschen Büroangestellten über körperliche Beschwerden während oder nach ihrer Arbeitszeit klagen.

Wenn diese aufgrund von langem Sitzen entstehen, kann das sogenannte dynamische Sitzen helfen. Dies bedeutet, möglichst häufig die Sitzposition zu wechseln. Und zwar nicht mit dem Büronachbarn, sondern im eigenen, ergonomischen Bürostuhl, dessen Rückenlehne auf die individuellen Körpermaße eingestellt ist und jede Position des Körpers unterstützt. Idealerweise hält man den Oberkörper dabei gerade, das Becken aufgerichtet und wechselt zwischen einer leicht nach vorn geneigten, einer aufrechten und ausbalancierten und einer zurückgelehnten Sitzhaltung. Der stetige Wechsel zwischen den unterschiedlichen Sitzpositionen gewährleistet eine natürliche Be- und Entlastung der Muskeln. Außerdem fördert es die Nährstoffversorgung der Bandscheiben sowie die Durchblutung der Muskulatur. 

Das Pendant zum dynamischen Sitzen ist das dynamische Stehen. Hierbei wird das Gewicht langsam von der Ferse auf den Ballen und wieder zurück verlagert. Wichtig dabei ist die deutliche Aktivierung der Wadenmuskulatur.

Ob Stehen oder Sitzen: Ein Bewegungsausgleich in der Freizeit ist unerlässlich. Mit Blick auf die Gesundheit lautet das Motto: je vielseitiger, desto effektiver! Heute Schwimmen oder Joggen, übermorgen eine Stunde Rückenfit oder Faszientraining, am Wochenende Fußball oder Tennis. So werden das Herz-Kreislauf-System und auch die verschiedenen Muskelgruppen flexibel beansprucht. 

Netter Nebeneffekt: Nicht nur Ihr Körper wird es Ihnen danken, auch Ihr Kopf. Denn beim Sport wird Stress viel besser abgebaut als beispielsweise beim Fernsehen oder Handyzocken. Und wenn Sie sich mal so gar nicht aufraffen können, tut es auch ein Spaziergang – aber bitte ohne dabei die ganze Zeit aufs Smartphone zu starren. Blicken Sie in den Horizont und schwingen Sie locker mit den Armen mit. Auf diese Weise lösen sich Verspannungen im Rücken und im Schultergürtel, die frische Luft tut ihr Übriges.

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ali