Messerporträt: Berkel Primitive

 

Christoph Daim schreibt über handgemachte Messer. Er ist Mitglied der Deutschen Messermacher Gilde und hat dort die Funktion des Lektors übernommen. Für WM-Intern schreibt er aus der Sicht des Messermachers über ausgefallene und kunstvolle Messer. 

www.viennablade.com

www.deutsche-messermacher-gilde.de

Das Faustkeil-Messer aus geschmiedetem, stickstofflegiertem Edelstahl 1.4116 mit einer Härte von bis zu 59 HRC. © Christoph Daim
Das Faustkeil-Messer aus geschmiedetem, stickstofflegiertem Edelstahl 1.4116 mit einer Härte von bis zu 59 HRC. © Christoph Daim

Die Marke Berkel ist sicher vielen von Ihnen vor allem durch ihre mechanischen Schinken-Schneidemaschinen bekannt. Diese glänzen im wahrsten Sinne des Wortes mit ihrer sichtbaren und aufwendigen Mechanik, deren Grundidee es war, die natürliche Bewegung der Hand beim Schneiden zu imitieren. Interessanterweise produziert Berkel aber auch etwas, das auf den ersten Blick in seiner Einfachheit als das totale Gegenteil erscheint: Es ist ein Messer mit der Bezeichnung „Primitive“, dessen Form einem steinzeitlichen Faustkeil nachempfunden ist. 

An dieser Stelle muss man sich aber klarmachen, dass – anders als der Name dieses Messers andeutet – Faustkeile keineswegs primitive Werkzeuge waren. Sie wurden vielmehr im Laufe ihrer Entwicklung zu einem Hightech-Produkt (auch mit ästhetischen Qualitäten), das in Manufakturen hergestellt und über tausende Kilometer transportiert und gehandelt wurde. Auch das Berkel Primitive ist ein Hightech-Messer aus rostfreiem Stahl. Es sieht nicht nur spektakulär aus, das angepriesene „innovative Schneid­erlebnis“ trifft zudem voll und ganz zu und liefert beste Ergebnisse. Allerdings setzt es vonseiten des Benutzers die Bereitschaft voraus, die gewohnten Handgriffe beim Schneiden neu zu erfühlen. Das ist in jedem Fall ein spannendes Erlebnis beim Arbeiten mit diesem Messer, für das es sich lohnt, es immer wieder zu benutzen. www.theberkelworld.com