Scharfe Lizenzen

SIG Sauer P229 ASE mit passendem Messer EX-02 von Hogue. © SIG Sauer
SIG Sauer P229 ASE mit passendem Messer EX-02 von Hogue. © SIG Sauer

Bekannte Hersteller von Handfeuerwaffen haben sich schon lange zu starken Eigenmarken entwickelt, deren Produktportfolios über Gewehre und Pistolen hinausgehen. Diese Marken sind beliebt bei Einsatzkräften, Sportschützen und Jägern. Eine Marke dient letztendlich auch dem Ausdruck der Persönlichkeit des Konsumenten, der sie trägt oder in diesem Fall führt. Umso schöner ist es, wenn man etwas Passendes findet, was das Lieblingsstück ergänzt. 

 

Bis 2016 ließ Heckler & Koch seine Messer in Lizenz von Benchmade fertigen und vermarkten. Seit 2017 besitzt Hogue Inc. die exklusiven Lizenzrechte für die Blankwaffen von H&K. Als Hersteller für Pistolengriffe und Schäfte hat das amerikanische Familienunternehmen Hogue Inc. Erfahrungen und ein Händchen für Feuerwaffen. Die 1968 gegründete und mittlerweile in dritter Generation geführte Firma hat sich in der Vergangenheit auch mit seinen in den USA gefertigten Messern einen ausgezeichneten Namen gemacht. So stellte Hogue Inc. dieses Jahr die ersten H&K-Messer aus eigener Fertigung vor. Mit besonderem Augenmerk auf die einhändige Bedienbarkeit mit Handschuhen wurden drei taktische Einhandmesser entwickelt.

www.heckler-koch.com

www.boker.de

Aktuell bietet Böker noch das H&K Drop Point aus Solinger Fertigung an. © Baker
Aktuell bietet Böker noch das H&K Drop Point aus Solinger Fertigung an. © Baker
Das H&K Karma von Hogue Inc. ist seit Sommer erhältlich. © Hogue
Das H&K Karma von Hogue Inc. ist seit Sommer erhältlich. © Hogue

Remington ist in den USA einer der ältesten und größten Hersteller für Handfeuerwaffen, Munition und Schalldämpfer. Nachdem die Nachfrage für Handfeuerwaffen und Munition in den USA 2017 allgemein nachließ, war Remington Anfang dieses Jahres auf die Hilfe von Investoren angewiesen, um sich vor der drohenden Insolvenz zu retten. Seit 2017 fertigt Buck Knives verschiedene Serien mit 26 neuen Messer-Modellen, die ab diesem Herbst auch in Deutschland über Herbertz verfügbar sein werden. Im Gegensatz zum Hauptgeschäft entwickelt sich der Umsatz mit den in Lizenz gefertigten Messern sehr gut.

www.remington.com

www.buckknives.com 

www.herbertz-messerclub.de

Das Einhandmesser Remington Heritage ist auch als feststehende Variante mit brauner Lederscheide erhältlich. © Remington
Das Einhandmesser Remington Heritage ist auch als feststehende Variante mit brauner Lederscheide erhältlich. © Remington
Kräftiges Remington Einhandmesser aus der F.A.S.T.-Serie (Fast Action Soft Touch) für den jagdlichen Einsatz. © Remington
Kräftiges Remington Einhandmesser aus der F.A.S.T.-Serie (Fast Action Soft Touch) für den jagdlichen Einsatz. © Remington

Ruger wird für seine erschwinglichen, aber dennoch robusten und zuverlässigen Waffen geschätzt. „Als wir nach neuen Partnern zur Erweiterung unseres Lizenzprogramms suchten, wollten wir einen Messerhersteller, der die gleichen Werte vertritt“, so Chris Killoy, Präsident und COO von Ruger. Mit CRKT fand Ruger den passenden Partner. „Als Ruger an uns herantrat, um eine gemeinsame Messer-Serie für den sportlichen und jagdlichen Bedarf zu entwickeln, mussten wir nicht lange überlegen“, erzählt Rod Bremer, Vorstandsvorsitzender und Gründer von CRKT. Beide Hersteller stehen auf ihrem Heimatmarkt für ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Seit mehr als zwei Jahren fertigt CRKT nun die Ruger Knives. Jedes Modell greift ästhetische Details eines bestimmten Pistolen- oder Gewehrmodells auf. Auch die Modellbezeichnungen sind oftmals eine kleine Hommage an den Lizenzgeber. www.ruger.com

www.crkt.com

www.boker.de

 

Das RTD greift mittels der „Field Strip“-Technologie von CRKT den Gedanken des Ruger 10/22 Takedown-Gewehres auf, das sich schnell in seine Hauptbestandteile zerlegen lässt. © Ruger
Das RTD greift mittels der „Field Strip“-Technologie von CRKT den Gedanken des Ruger 10/22 Takedown-Gewehres auf, das sich schnell in seine Hauptbestandteile zerlegen lässt. © Ruger
Das schlanke und führige Ruger LCK geht im Design auf die überaus beliebte Kompaktpistole LCP II im Kaliber .380 Auto von Ruger zurück. © Ruger
Das schlanke und führige Ruger LCK geht im Design auf die überaus beliebte Kompaktpistole LCP II im Kaliber .380 Auto von Ruger zurück. © Ruger

Smith & Wesson akquirierte im Juli 2016 durch eine Tochterfirma Taylor Brands, die wiederum die S&W-Messer in Lizenz fertigten. „Damit gehört die Messerlizenz über Unternehmensgliederungen also zu ein und demselben Unternehmen“, erklärt Dirk Lösel von Herbertz. Smith & Wesson unterteilt die Kollektion insbesondere in zwei Serien – die klassische S&W-Linie sowie die taktische Linie „M&P by Smith & Wesson“. Beide Serien werden in einer dunkelblauen Schachtel mit geschwungenen weißen Lettern ausgeliefert, wie die beliebten Pistolen des Lizenzgebers. 

 

www.smith-wesson.com

www.herbertz-messerclub.de

 

Die Smith & Wesson M&P ist ursprünglich eine für Behörden entwickelte Pistole, deren taktischen Charakter dieses Messer aufgreift. © Herbertz
Die Smith & Wesson M&P ist ursprünglich eine für Behörden entwickelte Pistole, deren taktischen Charakter dieses Messer aufgreift. © Herbertz
Das Modell S&W 101411 entspricht eher dem klassischen Design des Lizenzgebers. © Herbertz
Das Modell S&W 101411 entspricht eher dem klassischen Design des Lizenzgebers. © Herbertz

Fazit

Ein erfolgreiches Lizenzprodukt wird also in enger Abstimmung mit dem Lizenzgeber entwickelt, produziert und vermarktet. Es verkörpert wesentliche Stilelemente und Attribute der Marke in Produkt und Verpackung, bedient eine ähnliche Kundengruppe in seinem Segment und kann im besten Fall die gleichen Zulieferer und Vertriebskanäle nutzen.

Der Autor dieses Artikels ist Adrian Hopp (ah).

Er ist in der Juli-August-Ausgabe 2018 in WM-Intern erschienen.