Personal Defence

© Böker
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Auch fast drei Jahre nach der Silvesternacht in Köln hat sich für viele Bürgerinnen und Bürger das Gefühl, hierzulande vom Staat ausreichend geschützt zu werden, noch immer nicht wieder eingestellt. So ist die Nachfrage nach Produkten für die persönliche Sicherheit und zur Selbstverteidigung noch immer ungebrochen hoch.

 

Böker Plus. Sogenannte Tactical Pens werden gern als Mittel zur Verteidigung mitgeführt. Zu Grunde liegt ihnen jedoch nichts anderes als der sogenannte Kubotan, ein in den 1970er Jahren vom japanischen Karate-Meister Takayuki Kubota für das LA Police Department entworfener kurzer Stab zur Selbstverteidigung. Wer also nicht unbedingt schreiben, sondern sich nur verteidigen will, dem reicht auch ein einfacher Kubotan, beispielsweise der neue 12,7 cm lange und 41 g schwere Böker Plus SST aus massivem Aluminium. Er hat eine griffige Struktur und ist mit einem Trage-Clip versehen. Außerdem ist er mit einem Glasbrecher ausgestattet. Auch ohne Schreibfunktion unterliegen Kubotans hierzulande übrigens nicht dem Waffengesetz und dürfen somit legal geführt werden. Also: Back to the roots – was braucht man mehr? 

www.boker.de

© Deftec
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DefTec. Die Defense Technology GmbH aus Frankfurt am Main ist bekannt durch ihr hochwertig verarbeitetes und überaus wirksames Pfefferspray auf rein biologischer Basis. Doch wer Feuer schürt, muss es im Zweifel auch löschen. Daher produziert DefTec nicht nur Abwehrspray, sondern mit dem Produkt Cool It auch ein Gegenmittel, um mit dem Wirkstoff in Kontakt gekommenen Personen schnelle Linderung zu verschaffen. Während die frühere Version in einem Selbstversuch nicht zur Gänze überzeugen konnte, gibt es mittlerweile eine neue Variante namens Cool It+. Für diese Plus-Version verspricht der Hersteller wirkungsvolle Dekontamination sowie die Reduzierung von Schmerzen und eventuellen Folgebehandlungen. Wie genau diese Wirkung erzielt wird, erklärt DefTec auf seiner Homepage. www.deftec.de

© Fenix
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Fenix. Einen neuen, äußerst stylischen Tactical Pen präsentiert das in erster Linie für seine Taschenlampen bekannte chinesische Unternehmen mit dem Modell T5TI Halberd. Die Bezeichnung Halberd bedeutet so viel wie Hellebarde, eine Mischform aus Hieb- und Stichwaffe, die laut Wikipedia „die Mannstoppwirkung eines Spießes mit der panzerbrechenden Wirkung der Axt kombinierte“. Nun gut, ganz so mächtig mag der T5TI Halberd vielleicht nicht sein, ist aber im Fall der Fälle sicher auch nicht ohne. Er hat eine Gesamtlänge von 13,8 cm bei 12,5 mm Durchmesser. Der ansprechend gefräste Korpus wurde aus Titan gefertigt, wodurch der Stift mit insgesamt 40 g nicht aufträgt. Am Ende wurde zudem ein Glasbrecher aus Wolframkarbid angebracht. Will man mit dem Stift einfach nur schreiben, geht dies dank integrierter Gasdruckmine Schmidt P950M (andere, wie die Fisher-Space-Pen-Minen, passen ebenso) besonders leicht von der Hand. Der T5TI ist in drei Farbvarianten erhältlich. Wer es deutlich günstiger mag, für den gibt es den T5 auch aus Aluminium in Schwarz.

www.fenix.de

© Sabre
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Sabre. Wie auf der IWA 2018 angekündigt, wird der US-amerikanische Pfeffersprayhersteller noch dieses Jahr ein multifunktionelles Drei-in-Eins-Gerät zur Selbstverteidigung und Rettung auf den Markt bringen: das Safe Escape Auto Pepper Gel. Neben dem bewährten Sabre Red Pfefferspray in Gelform wird im Gerät ein Gurtschneider und ein Glasbrecher integriert sein. Damit bietet Sabre ein Tool, welches in vielen denkbaren Szenarien, die einem Autofahrer beziehungsweise Bus- oder Bahnreisenden unterwegs widerfahren könnten, eine echte Hilfe sein kann. Genaue technische Daten hat der Hersteller noch nicht genannt, nur so viel: Das Gerät soll gut in der Hand liegen, für 25 Sprühstöße mit dem Pfeffergel reichen und außerdem für jeden Geschmack in modernen Farben und Metallic-Optiken verfügbar sein.

www.sabrered.com

 

Umarex. Einen freien Revolver für die Heimverteidigung bietet das Unternehmen mit dem Modell T4E HDR 50. T4E steht dabei für die Marke Training for Engagement, HDR für Home Defense Revolver und 50 für das Kaliber. Der Revolver wird mit einer CO2-Patrone betrieben, die in den Griff eingelegt und erst im Bedarfsfall mit einem Schlag auf den Griffboden aktiviert beziehungsweise angestochen wird. Der HDR 50 entwickelt dann eine Energie von 7,5 Joule, womit die .50er Geschosse auf etwa 110 m/s beschleunigt werden. Umarex bietet dabei eine breite Palette an Munition: Für Trainingszwecke gibt es Markierungskugeln mit grüner Farbe sowie Kreidekugeln und für den Ernstfall mit synthetischem Pfefferpulver gefüllte Pepper Balls. Des Weiteren stehen mit den T4E Precision 50 praktisch halbierte Kugeln mit aufgesetztem Treibkäfig zur Verfügung, für die der Hersteller eine erhöhte Präzision und stabilere Flugbahn verspricht. Letztere sind im Kaliber .50 ebenfalls als Markierungs-, Kreide- und Pfeffer(halb)kugeln erhältlich, aber auch als Gummigeschoss. Der Heimverteidigungsrevolver fasst sechs Kugeln, ist 675 g schwer und zudem auf Ober- und Unterseite mit Picatinny-Schienen versehen, um den HDR 50 mit weiterem taktischem Zubehör ausrüsten zu können. Zudem ist eine allerdings hierzulande WBK-pflichtige Version mit 11 Joule erhältlich.

www.t4eguns.com

www.umarex.de

 

© Umarex
© Umarex

© Carl Walther
© Carl Walther

 

 

 

 

Walther. Der Einsatz von Pfefferspray gegen Menschen ist Privatpersonen in Deutschland ausschließlich im Notwehrfall erlaubt. Und auch dann ist es nicht immer sicher, dass man hinterher nicht angezeigt wird. Wer hier auf Nummer sicher gehen will, ist mit dem Walther Prosecur Marking Spray gut beraten. Das Spray mit ballistischem Strahl kann einen Aggressor irritieren und abschrecken und markiert ihn zugleich zur späteren Identifizierung. Es ist in den Farben Rot und Blau erhältlich – in beiden Varianten wurde zusätzlich ein UV-Marker beigemischt. Der 50 ml fassende Behälter ist als Bag-System ausgeführt, das heißt, der Farbstoff kann aus jedem erdenklichen Winkel heraus ausgebracht werden. Das Marking Spray ist ebenfalls als 11-ml-Kartusche für die Walther PDP (Personal Defense Pistol) erhältlich.

www.carl-walther.de

Der Autor dieses Artikels ist Daniel Guthannß? (dg).

Er ist in der Juli-August-Ausgabe 2018 in WM-Intern erschienen.