Im Praxistest: Garmin Atemos 100

© Adina Lietz
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Das Garmin Atemos 100 Hundeortungsgerät ist seit Herbst 2017 auf dem Markt und wurde auf der IWA 2018 in Nürnberg vorgestellt. WM-Intern-Redakteurin Adina Lietz hatte die Gelegenheit, das Gerät gemeinsam mit verschiedenen Hundeführern und dem eigenen Vierbeiner zu testen.

 

Walter schaut auf sein Handydisplay: Kein Empfang, weder Netz noch Internet. Kein Wunder, er steht tief im Wald des Wiehengebirges. Das ist die Stunde von funkbasierten Hundeortungsgeräten wie dem Garmin Atemos, denn diese funktionieren unabhängig vom Handyempfang und sind somit völlig autark. Bisher mochte Walter seine junge Brackenhündin nur ungern schnallen. Zwar hat er Vertrauen in seine Emmi, aber Vorsorge ist bekanntlich besser. Auf dem Touchscreen-Display des Atemos 100 kann er nun ihren Weg auf einer Landkarte verfolgen oder er schaltet um auf die Anzeige mit Kompass und Pfeil, der die Position der Hündin anzeigt, natürlich samt Entfernungsangabe. Darüber hinaus kann er an einem kleinen Symbol auf der Anzeige erkennen, was Emmi gerade tut – oder vielmehr, was das Atemos interpretiert, was sie tut: Laufen, vorstehen, Wild stellen, sitzen? Als wir Emmi in Sichtweite haben, können wir das natürlich überprüfen. Mal passt es, mal nicht, was wir jedoch nicht als besonders tragisch empfinden. Hauptsache, man weiß, wo der Vierläufer steckt!

Die Position eines besenderten Hundes wird automatisch alle fünf Sekunden aktualisiert, bis zu 20 Hunde in einem Umkreis von zehn Kilometern lassen sich mit einem einzigen Handgerät koppeln. Wird eine Jagd unterbrochen, weil beispielsweise per Auto das Gebiet gewechselt wird, kann die Ortung angehalten und später wieder gestartet werden. 

Neben der Hundeortung ist das Atemos aber auch anderweitig nützlich, so lässt sich die Position des abgestellten Autos im vorinstallierten Kartenmaterial markieren. Auch das Markieren der Positionen von Anstellschützen und anderen Wegpunkten kann sehr hilfreich sein. Die Navigationsmöglichkeiten des Atemos sind schier endlos: Tracking, Wegpunkte markieren, Routen vorgeben, Zielpunkte eingeben und noch einiges mehr. Hier merkt man, dass viel praktische Jagderfahrung in das Gerät eingeflossen ist. 

Das Display lässt sich sowohl im strahlenden Sonnenlicht als auch in der Dunkelheit gut ablesen. Im Sonnenlicht muss man dafür eventuell das Gerät im richtigen Winkel zum Licht halten, dann aber ist die Abbildung einwandfrei. Die Displaybeleuchtung kann einfach angepasst werden.

Was so manchen Hundeführer bisher davor abschreckte, sich ein Garmin zuzulegen, war zum einen der hohe Preis, aber auch, dass neben den Kosten für die Anschaffung zusätzliche Folgekosten anfielen. Denn die alten Geräte funkten auf einer Frequenz, die die Registrierung bei der Bundesnetzagentur nötig machte. Der hohe Anschaffungspreis ist zwar geblieben. Dank der neuen Übertragungsfrequenz von 169,4 MHz ist eine Registrierung der Geräte jedoch überflüssig geworden. 

www.garmin.com ali 

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