Clear Ballistics

© Clear Ballistics
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Das US-amerikanische Unternehmen Clear Ballistics aus Arkansas bietet diverse Produkte aus synthetischer ballistischer Gelatine. Diese ist nicht nur transparent und klar, sondern auch nicht kühlpflichtig, somit unbegrenzt lagerfähig und kann mehrfach wiederverwendet werden.

Die Produkte von Clear Ballistics kommen in der Regel beim Testen von Munition zum Einsatz. Im Gegensatz zu herkömmlicher ballistischer Gelatine (wie 240A Ordonanz Gelatine) muss hier nichts angerührt und anschließend gekühlt gelagert werden. Clear Ballistics ist rein synthetisch, enthält also keine echte Gelatine und auch kein Wasser. Es wird gebrauchsfertig geliefert, entspricht dabei den Standards des FBI und der NATO und ist in verschiedenen Formen und Größen erhältlich. Dabei ist das Material völlig geruchsneutral und insbesondere blasenfrei, farblos und somit glasklar – ideal also, jeden noch so kleinen Geschosssplitter darin auszumachen. Clear Ballistics ist aber nicht nur in Blöcken erhältlich. Ganze menschliche Dummies sind lieferbar, unterteilt in Kopf, oberer und unterer Torso. 


Prinzipiell sind auf Anfrage auch andere Formen lieferbar. Der Clou ist jedoch die Wiederverwendbarkeit. Nach Gebrauch lässt sich das Material einfach einschmelzen und neu gießen. Das Unternehmen bietet dafür auch gleich die passenden Gussformen. Der beschossene Block wird zunächst abgewaschen und dann in kleinere Stücke geschnitten, Geschossrückstände werden dabei entfernt. Nachdem alle Stücke gewaschen und gewissenhaft abgetrocknet wurden (es darf beim Einschmelzen kein Wasser mehr vorhanden sein!), kommen sie in einen Topf auf den Herd und werden auf etwa 130° C erhitzt, bis alles geschmolzen ist. Noch vorhandene Fremdkörper können beim Eingießen in die Form nochmals durch ein Sieb herausgefiltert werden. Da sich nun noch Luftblasen im flüssigen Material befinden, muss es in der Form nochmals je nach Menge für einige Stunden bei ebenfalls 130° C in den Ofen. Die Blasen steigen auf und das Material wird wieder klar. Nach 12 bis 24 Stunden ist es dann abgekühlt und lässt sich aus der Form entnehmen. Das klappt übrigens besser, wenn die Form zuvor mit Silikonspray behandelt wurde. Um nun die Oberfläche wieder weitgehend zu glätten und transparent zu machen, wird der Block einfach von außen mit einem Heißluftföhn behandelt. Jetzt ist das Material wieder für neue Beschussversuche bereit. 


Beim Herausschneiden der Geschossreste geht natürlich immer ein wenig Material verloren. Um dem entgegenzuwirken, ist von Clear Ballistics unfertiges (nicht ganz von Luftblasen freies), dafür aber im Einkauf günstigeres Material namens „By the pound“ erhältlich. Der Einschmelzvorgang ist nicht unendlich wiederholbar. Laut Hersteller treten ab dem sechsten Mal langsam Verfärbungen auf. Wen das stört, der sollte spätestens nach 10 bis 15 Einschmelzprozessen neues Material anschaffen. Natürlich findet Clear Ballistics auch in anderen Bereichen Anwendung, so bei diversen Vorführungen und Tests im Kampfsport, aber auch in der Luft- und Raumfahrt oder in der Medizin als Trainingsmaterial. 

Clear Ballistics ist hierzulande in diversen Ausführungen beim Importeur Leader Trading erhältlich. dg

www.clearballistics.com 

www.leader-trading.com