Trophäe – was nun?

Nach einer erfolgreichen Jagdreise kann später schon mal eine große Kiste vor der Tür stehen. © HuntInMotion
Nach einer erfolgreichen Jagdreise kann später schon mal eine große Kiste vor der Tür stehen. © HuntInMotion

Wer sich entschließt, im Ausland zu jagen, hat die Qual der Wahl. Viele Jagdvermittler und Outfitter werben mit Spezialangeboten, Komplettpaketen oder mit der Jagd nach Preisliste. Die für einen selbst passende Offerte ist aus dem Gewirr an Angeboten manchmal schwer herauszufiltern.

 

Worüber sich aber vor Reiseantritt die wenigsten Jäger Gedanken machen, ist: Was passiert eigentlich nach dem Schuss, wie wird die rohe Trophäe behandelt? Wie kommt mein Erinnerungsstück an die heimische Wand und was kostet das? „Dabei ist eine gute Vorbereitung und Planung besonders wichtig, denn zum einen kann dies einen entscheidenden Einfluss auf die Qualität der späteren Trophäe haben, zum anderen lassen sich so auch finanzielle Überraschungen vermeiden“, sagt Jochen Buchhold, Geschäftsführer beim Logistikunternehmen Laserline. 

Grundsätzlich sollte man sich schon im Vorfeld Angebote von Trophäenspeditionen einholen und eine entsprechende Routingorder an das ausgewählte Speditionsunternehmen für den Outfitter mitnehmen. Dafür ist wichtig, sich zu überlegen, wie man seine Trophäen präpariert haben will. Soll es ein Schulterpräparat oder gar eine Vollmontage oder soll lediglich der Schädel auf ein Brett gesetzt werden? Will ich die Decke oder das Fell gerben lassen? Möchte ich mir einen Präparator aussuchen oder greife ich auf den Partner meines Trophäenspediteurs zurück, der sich überwiegend auf Dip&Pack spezialisiert hat, also darauf, die Rohtrophäen transportfertig zu machen? „Diese Fragen sollte man vor Reiseantritt mit dem Trophäenspediteur seiner Wahl durchsprechen“, so Jochen Buchhold weiter. 

Auch der Jagdführer benötigt diese Informationen noch im Feld – gleich nach dem Schuss –, damit er die Trophäe noch an Ort und Stelle richtig vorbereiten kann. Generell gilt die Faustregel: Schulterpräparate sind im Ausland in der Herstellung meist günstiger, erhöhen aber aufgrund ihres größeren Volumens die Speditionskosten erheblich. Sollte man sich entscheiden, das Präparat vor Ort anfertigen zu lassen, empfiehlt sich ein Besuch bei verschiedenen Präparatoren, um zu schauen, welche Handschrift deren Präparate tragen und ob diese einem persönlich zusagt. Die meisten Präparatoren haben extra für solche Zwecke einen Show-Room und freuen sich immer über Besuch.

In jedem Fall sollte man sich aber bewusst sein, dass nicht ganz unerhebliche Kosten auf einen zukommen, bis die fertige Trophäe an der heimischen Wand hängt. Um einen ersten Anhaltspunkt zu haben, hat sich über die Jahre die Faustformel, das 1,5- bis 2-fache der Abschussgebühren in etwa als Präparationsaufwendungen anzusetzen, oft als richtig herausgestellt, wenn man überwiegend Vorschlagpräparate anfertigen lässt.

E-Mail: info@laserlinelogistics.com

www.laserlinelogistics.com

Der Autor

 

 

Boris F. P. Eichholz ist geschäftsführender Gesellschafter von HuntInMotion, Jagdjournalist, Jagdreisevermittler und Waffensachverständiger. Sein jagdliches Interesse gilt überwiegend der großen Vielfalt des afrikanischen Kontinents, und darüber hinaus auch den großen Prädatoren in Eurasien.