Messerporträt: Verzierte Klingen

 

Christoph Daim schreibt über handgemachte Messer. Er ist Mitglied der Deutschen Messermacher Gilde und hat dort die Funktion des Lektors übernommen. Für WM-Intern schreibt er aus der Sicht des Messermachers über ausgefallene und kunstvolle Messer. 

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Verzierte Klingen © Christoph Daim
Verzierte Klingen © Christoph Daim

Ein Messer kann aus einem, mehreren oder unter Umständen sogar aus vielen Bauteilen bestehen. Jedes davon kann verziert und dekoriert werden: die Griffschalen, die Schrauben, sogar die Nieten u. v. m. Das gilt selbstverständlich auch für die Klinge. Ein gängiges „Motiv“ ist hier natürlich der Name bzw. das Logo des Herstellers. Sehr frühe Beispiele dafür sind die legendären mittelalterlichen Schwerter, auf denen der Name +VLFBERH+T zu finden ist. Es wird vermutet, dass mit „Ulfberth“ eine fränkische Person gemeint ist, aus deren Name und Werkstatt später eine Art Handelsmarke entstand.

Auch der wirkliche (oder behauptete) Ort der Herstellung wird schon lange und gerne auf Klingen verewigt. Besonders beliebt in Ost und West war da immer schon „Solingen“. Aber nicht nur Werbung oder Gravuren können Klingen verzieren. Die kleinen, praktischen und günstigen Messer, die unter dem Namen deejo seit einigen Jahren völlig zu Recht so populär geworden sind, treiben die Dekorationsmöglichkeiten auf die Spitze. Was als ultraleichtes Outdoor-Messer konzipiert wurde, hat sich zu einem modischen Accessoire entwickelt, bei dem die Funktionalität natürlich gegeben ist, aber nicht mehr allein im Vordergrund steht. Die grafischen Gestaltungsmöglichkeiten, wie Wolken oder Wellen und die „Tattoos“, lassen die Klinge praktisch zur Leinwand werden. Die unglaublich vielfältige Motivauswahl und die zusätzlichen Kombinationsmöglichkeiten lassen solch ein Messer so kurz vor Weihnachten zum idealen Geschenk für spätentschlossene Kunden werden, wenn man es Ihnen nur angemessen präsentiert.