Die Waffen der Frauen

Das Waffenmuseum in Suhl

 

1971 gegründet, wurde 2008 die Dauerausstellung „Spezialmuseum zur Technik-Kulturgeschichte der Suhler Handfeuerwaffen“ eröffnet, nachdem das Malzhaus– es beherbergt das Museum – historisch restauriert wurde.

Seit der Ausstellungseröffnung vor zehn Jahren kamen 390.000 Besucher aus mehr als 20 Ländern ins Museum. Viele Exponate wurden durch Zukauf, Schenkungen, Spenden und Vererbungen der Ausstellung hinzugefügt, beispielsweise die Mustersammlung der VEB Feinmeßwerkzeuge Suhl, ein Pistolenpaar von J.P. Sauer aus dem Jahr 1770. Auch regionalgeschichtliche Exponate und Dokumente werden vom Museum gesammelt, dazu gehören Medaillensammlungen und der Nachlass von Erich Krempel – ein Suhler Sportler und erfolgreicher Waffenkonstrukteur.

Durchschnittlich 150 Besuchergruppen werden jährlich durch das Museum geführt. Um die Inhalte noch besser vermitteln zu können, kommen Audioguides in Deutsch und Englisch, die Gebärdensprache und Infosäulen zum Einsatz. Die Besucher werden durch geschickt hinterleuchtete Präsentationen bereits im Eingangsbereich mitten in Suhl willkommen geheißen (Bild rechts oben). Die Jagdwaffenvitrine steht scheinbar im Wald  und die Neuerungen an den Waffen, die durch Kriege motiviert waren, sind in einem auffälligen Rot hinterlegt. So wird eine Stimmung erzeugt, die den Besucher in die Ausstellung eintauchen lässt. 

Die Waffen der Frauen

Sonderausstellungen bieten immer eine Möglichkeit, interessierte Besucher in das Museum zu locken. In den letzten zehn Jahren wurden 19 Sonderausstellungen gezeigt. Die Themenbreite ist dabei sehr umfangreich. So gab es beispielsweise Sonderausstellungen über Porzellan, die Suhler Waldzither, Verlorenes Geld, Medaillen, Kunst und Die Waffen der Frauen, die im September 2018 zuende gegangen ist. Ausgestellt wurden beispielsweise Werke der Porzellankünstlerin Kati Zorn aus Cursdorf (rechts oben) und des Bildhauers 

Stefan Neidhardt (rechts unten), die auch zur Vernissage anwesend waren. Die Sonderausstellung war in sieben Themenbereiche unterteilt und griff mythologische, kunstgeschichtliche und biblische Motive zum Thema auf. Da das Budget mit 55.000 Euro sehr gering ausfiel, wurde mit einem kleinen Kunstgriff gearbeitet: Anstelle echter Kunstwerke wurden Repliken auf Banner gedruckt. So hingen die Waffen der Frauen vor den Waffen der Männer, also den Exponaten der Dauerausstellung. 

Die Sonderausstellung war nicht auf einen Raum begrenzt, sondern die Ausstellungsstücke waren innerhalb des gesamten Museums verteilt. So konnte man(n) sich den Waffen der Frauen überhaupt nicht entziehen.

Die nächsten Sonderausstellungen im Waffenmuseum in Suhl sind seit dem 20. Oktober 2018 die Ausstellung zum Deutschen Medailleurpreis 2018 und 50 Jahre Suhler Münzfreunde.

Ostern 2019 beginnt die Ausstellung „Wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen“ – sprichwörtliche Redensarten im Visier. cj

www.waffenmuseumsuhl.de