Messerporträt: Eine runde Sache

 

Christoph Daim schreibt über handgemachte Messer. Er ist Mitglied der Deutschen Messermacher Gilde und hat dort die Funktion des Lektors übernommen. Für WM-Intern schreibt er aus der Sicht des Messermachers über ausgefallene und kunstvolle Messer. 

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Ein Pizzaschneider aus Damasteel von Christoph Daim. Der Durchmesser des Rades beträgt  52 mm, die Gesamtlänge des Werkzeugs, das komplett aus Edelstahl besteht, ist 22 cm. © Christoph Daim
Ein Pizzaschneider aus Damasteel von Christoph Daim. Der Durchmesser des Rades beträgt 52 mm, die Gesamtlänge des Werkzeugs, das komplett aus Edelstahl besteht, ist 22 cm. © Christoph Daim

Fast immer ist unser erster Gedanke, wenn wir „Messer“ hören, die Idee einer Klinge aus Metall mit einer Griffmöglichkeit. Dabei vergessen wir meistens, dass es sich dabei um eine deutliche Vereinfachung handelt und nicht alles, was schneidet, auch ein Messer ist. Fast jeder wird sich schon einmal an einem Papier, an einer Plastik- oder Metallfolie geschnitten haben. Es gibt sogar Schneidevorrichtungen, die nur mit einem gespannten Metalldraht, ganz ohne eine Klinge arbeiten und zum Beispiel für Weichkäse geeignet sind. Andererseits gibt es in technischen Bereichen „echte“ Messer mit Klingen, die auf den ersten Blick so gar nicht unserer Vorstellung von einem Messer entsprechen. Ich denke da zum Beispiel an Papierschneide-Vorrichtungen. Ein Teil dieser Geräte arbeitet mit einem fixierten Messer an einem Hebel, während andere ein rotierendes Messer verwenden. Und damit sind wir beim Thema: Wir wissen nicht, wer wann den ersten Pizzaschneider mit einem runden Messer erfunden hat und ob er vielleicht von einem solchen Papierschneider dazu inspiriert wurde. Aber ich möchte Ihnen hier den vermutlich ersten Pizzaschneider mit einer Damastklinge vorstellen. Das komplette Gerät inklusive Klinge ist aus Edelstahl und spülmaschinentauglich. Zu besichtigen war es auf dem Stand von WM-Intern zur der IWA 2019.