Kupfer, Stahl und Waffenteile

Diese Wurmrot™-Klinge wurde mit zwei Lagen pro Seite hergestellt, sodass durch den Klingenschliff zwei „Wurmwellen“ kontrastreich sichtbar werden. Sie wird im New Product Center der IWA ausgestellt. © Moorschmied
Diese Wurmrot™-Klinge wurde mit zwei Lagen pro Seite hergestellt, sodass durch den Klingenschliff zwei „Wurmwellen“ kontrastreich sichtbar werden. Sie wird im New Product Center der IWA ausgestellt. © Moorschmied

Rechtzeitig zur IWA sollen die neuesten Entwicklungen bei „Moorschmied“ vorgestellt werden: Es ist den Moorschmieden erstmalig gelungen, einen Dekordamast aus Stahl und Buntmetall herzustellen, der den Messerklingen eine überraschend bezaubernde Optik verleiht.

Ähnlich dem Mokume-Gane (aus dem Japanischen: „Holzmaserung“), bei dem Edel- und Buntmetalle unterschiedlicher Färbung verbunden und bereits im 17. Jahrhundert für die Dekoration von Schwertbeschlägen eingesetzt wurden, ist der Moorschmied-Damast farblich bereichert worden.

 

„Wurmrot™ nennen wir unsere neue Schmiedeverbundtechnik, bei welcher wir Lagen einer speziellen Kupferlegierung unserem Stahlpaket beifügen und die Metalle miteinander feuerverschweißen. Messerklingen aus diesem Material erhalten ein ästhetisch außergewöhnliches Aussehen, welches durch den Kontrast von dem roten Kupfer zu dem tiefschwarzen Klingenstahl noch verstärkt wird“, führt Moorschmied Wolf Schröppe aus. 

Der Name für diese Klingen entstand in Anlehnung an den beinahe mythischen Begriff „Wurmbunt“, der vor etwa 1.500 Jahren von dem Gotenkönig Theoderich dem Großen geprägt wurde: Es beschreibt den Effekt einer sich bewegenden Schlange, eines Wurms, der an polierten Schwertklingen mit Torsionsschweißmustern im Licht sichtbar wird. Der legendäre Meisterschmied Manfred Sachse hat vor wenigen Jahrzehnten ein solches Schwert nach historischen Vorbildern geschmiedet. Das Phänomen des sich bewegenden Wurmes auf zwei nordischen Schwertklingen wird in einem Dankesbrief von Theoderich, Gotenkönig in Ravenna (um 500 n. Chr.), an Thrasamund, König der Vandalen, beschrieben: „(...) ihre Mitte, mit schönen Vertiefungen ausgehöhlt, erscheint wie mit Würmlein gekräuselt, und hier spielen so mannigfache Schatten, dass man glauben möchte, das glänzende Metall sei mit vielen Farben verwoben. (...) Solche Schwerter möchte man in ihrer Schönheit für das Werk Vulkans halten, von dem gesagt wird, dass er mit solcher Geschicklichkeit sein Handwerk veredelt habe, dass alles, was von seinen Händen gestaltet wurde, nicht mit menschlicher, sondern mit göttlicher Kraft gefertigt zu sein schien.“ 

Der Wurmrot™-Damast kann in allen üblichen Mustern und als Torsion geschmiedet werden. Er steht nun auch für Kleinserien im Klappmesser- und Steakbestecksegment den Moorschmied-Kunden zur Verfügung. „Selbstverständlich ist die Mittellage der Wurmrot™-Klingen als Schneidlage aus hochwertigem Messerstahl geschmiedet, um die erstklassigen Schneideeigenschaften unserer Messer weiterhin gewährleisten zu können“, ergänzt Wolf Schröppe.

 

Waffenschmied trifft Messerschmied

Auf einer handwerklichen Wellenlänge: Oswald Prinz und Wolf-Dieter Schröppe. © Moorschmied
Auf einer handwerklichen Wellenlänge: Oswald Prinz und Wolf-Dieter Schröppe. © Moorschmied

Es ist nicht selten, dass Vertreter guter alter Handwerkskunst sich nach kurzem Austausch bald trefflich verstehen! Sie sprechen eben die gleiche Sprache, auch wenn in diesem Fall der eine aus dem Allgäu, der andere aus der norddeutschen Tiefebene kommt. Und sie haben junge Mitstreiter, die mit Herzblut dabei sind und ihre Berufung lieben – genauso wie die alten Hasen. 

Diese interdisziplinäre Begegnung war der Nährboden einer neuen Zusammenarbeit: einzigartige Prinz-Waffen veredelt mit Moorschmied-Damast. Jeder dieser Damastbüchsen liegt ein 240-lagiges Moorschmied-Damastmesser bei, geschmiedet aus dem Laufstahl der Prinz-Waffe und mit einem Griff aus dem Schaftholz derselben veredelt.

Die Kipplaufbüchse No.1 von Prinz ist weltbekannt durch ihre höchste Schusspräzision. Ihr System mit Fallkeilverschluss, das auf Basis von Artilleriegeschützen entwickelt und innovativ perfektioniert wurde, garantiert durch eine doppelreihige Verriegelungsfläche ein absolut spannungsfreies Zusammenspiel der Komponenten. Prinz No.1 vereint Gegensätze mit Leichtigkeit: absolute Präzision und Stabilität mit geringem Gewicht. 

In der neuen Sonderedition werden Seitenplatten, Pistolengriffkäppchen, Spannschieber, Verschlusshebel, Abzugsbügel, Visierung, Vorderschaftschnäpper und –gehäuse sowie Laufschiene aus Moorschmied-Damast hergestellt und tief sowie kontrastreich geätzt. Die Veredelung dieser hochwertigen Waffe soll keinesfalls überladend wirken. Durch Damast-Akzente wird so jede Prinz Kipplaufbüchse No.1 zu einem exklusiven Unikat, das Schmiede- und Büchsenmacherkunst vereint.

„Wir freuen uns, diese neuen Produkte edler Handwerkskunst auf unserem gemeinsamen Stand 3A-117 im Rahmen der IWA der interessierten Öffentlichkeit vorstellen zu können“, sagt Wolf Schröppe. cj

www.moorschmied.de

www.prinz-waffen.de