Aus dem peruanischen Dschungel in die Welt

© Esee
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„Diese ganzen Survival-Shows sind Bullshit“, sagt Jeff Randall im Interview. Seiner Erfahrung nach haben TV-Sendungen wenig mit der Realität gemein. Jeff Randall ist Geschäftsführer und Mitbegründer von TransEquatorial Solutions, Inc., dem Dachunternehmen, unter dem die Firmen ESEE Knives und Randall’s Adventure & Training geführt werden. Randall’s Adventure & Training, kurz R.A.T., bietet eine Vielzahl an spezifischen Lehrgängen und Seminaren im Bereich Survival, Bush­craft sowie „Search and Rescue“ (SAR) an. 

 

Der Ausbildungsstandort von R.A.T. liegt im Norden von Alabama, USA. Geprägt wird die Landschaft von einem Mittelgebirge mit weiten Flächen, durchzogen von steilen Kalkstein-Formationen, die sich hervorragend zum Klettern eignen. Cheftrainer Patrick Rollins beschreibt die Trainingsanlage: „Das Gelände umfasst circa 180 Morgen Land, einen Turm zum Üben von Abseiltechniken, Klassenräume, Schießanlagen und jede Menge Wald.“ Zusätzlich bietet R.A.T. auch mehrtägige Überlebenskurse im Dschungel von Peru an. „Die Hauptnachfrage nach unseren Kursen kommt weniger aus dem ‚Survival-Markt‘ an sich, sondern vielmehr von Firmen und Behörden, die bestimmte Fähigkeiten und Fertigkeiten lernen müssen“, ergänzt Randall. 

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ESEE Knives wurde aus der Notwendigkeit geboren, das richtige Werkzeug im Rahmen der Survival-Lehrgänge anbieten zu können. Bis heute werden die Prototypen von den Ausbildern selbst entwickelt und erst bis zu zwei Jahre im Feld getestet, bis man sich für eine Serienproduktion entscheidet. ESEE steht als Akronym für „Escuela de Supervivencia“ (Survival-Schule) und „Escape and Evasion“. ESEE ist für seine funktionalen, praxiserprobten Designs bekannt, die gerne als „No-Nonsense Knives“ beschrieben werden. „Unsere Kunden mögen die Einfachheit und Anwendbarkeit unserer Messer“, erklärt Jeff. 

Die bisher erfolgreichsten Modelle des amerikanischen Unternehmens sind wohl das ESEE-4 sowie das spätere Izula. Die Messer werden gerade von Bushcraftern geschätzt, da sie sehr leicht sind, gut in der Hand liegen und dank des 1095er Karbonstahls sehr schnitthaltig, aber auch leicht nachzuschärfen sind. Mittlerweile gibt es beide Modelle auch als Variante mit 440C-Stahl und verschiedenfarbigen Beschichtungen und Griffschalen aus Micarta oder G10. Mit seiner 11,43 Zentimeter langen Droppoint-Klinge darf das ESEE-4 auch in Deutschland geführt werden. 

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„Wir gehen davon aus, dass das neue CR 2.5 mit orangen Griff gerade im europäischen Markt am Erfolg des Izulas anknüpfen wird“, verrät uns Shane Adams, Marketing Director bei ESEE Knives. Das CR 2.5 ist eines von drei Modellen aus der neueren Camp-Lore-Serie. Die Bezeichnung der Modelle setzt sich zusammen aus den Initialen der Designer sowie der Klingenlänge in Zoll. Das CR 2.5 wurde von Cody Rowen entwickelt und ist 2,5 Zoll lang, was 6,35 Zentimetern entspricht.

Camp-Lore soll als eigene Produktreihe speziell die Bedürfnisse von Bushcraftern bedienen, während Messer mit der Bezeichnung ESEE im Namen weiterhin mit Fokus auf Survival, Escape und Evasion entwickelt werden. Welches Messer einem am besten liegt und die persönlichen Ansprüche erfüllt, muss letztendlich jeder Anwender für sich entscheiden. Qualitativ werden zwischen den Messern keine Unterschiede gemacht und alle Modelle werden in den USA produziert.

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Nach der erfolgreichen Markteinführung können Randall und Perrin sich eine Erweiterung der Serie vorstellen. „Weitere Modelle werden aus der Zusammenarbeit mit Designern entstehen“, so Randall. „Wir neigen dazu, das Wachstum unserer Firma eher langsam und bedächtig voranzutreiben, anstatt alle paar Monate etwas Neues auf den Markt zu schmeißen.“ Vermutlich war auch diese Bedächtigkeit einer der Gründe, weshalb die amerikanische Firma nach eigener Aussage von ihrem Erfolg auf dem europäischen Markt überrascht wurde. Es war erfreulich, das ESEE-Team dieses Jahr erstmals auf der IWA anzutreffen, und nach letzten Informationen gibt es bereits Gespräche mit deutschen Importeuren.

www.eseeknives.com

Der Autor dieses Artikels ist Adrian Hopp (ah).

Er ist in der Mai-Ausgabe 2019 in WM-Intern erschienen.