Zack und weg – Taschendiebstahl in Deutschland

© Daniel Guthannß
© Daniel Guthannß

Die Anzahl der registrierten Fälle von Taschendiebstahl ist laut den aktuellen Zahlen des BKA offiziell rückläufig. Doch darf dies bei Weitem nicht als Entwarnung gelten. 

Noch im Jahr 2015 registrierte die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS)* 168.142 Fälle von Taschendiebstahl im gesamten Bundesgebiet. Diese sank bis 2018 auf 104.196. Jedoch ist hierbei von einer weitaus höheren Dunkelziffer auszugehen. Zudem kommt es auch auf die Region an. So schlagen beispielsweise in dem urban geprägten Bundesland Berlin rund 20.000 derartiger Fälle zu Buche, während ganz Bayern in der PKS nicht einmal auf 5.000 Taschendiebstähle kommt. Doch selbst wenn die Zahlen zurzeit rückläufig sind, Grund zur Freude ist das nicht. All dem steht nach wie vor die deutschlandweit schlechte Aufklärungsquote von 5,7 Prozent (2015: 6,4 Prozent) gegenüber, der entstandene Schaden belief sich auf 34,2 Millionen Euro. 

Opfer eines Taschendiebstahls – größtenteils übrigens Frauen – werden daher eher selten ihr Gestohlenes zurückbekommen. Besser ist es, sich von vornherein gegen Taschendiebe zu wappnen. An erster Stelle ist es dabei wichtig zu wissen, wo Taschendiebstahl in der Regel vorkommt und wie die Diebe vorgehen. Menschengedränge jedweder Art schaffen den Tätern Gelegenheit. Tatorte können Stadt- und Einkaufszentren oder Märkte ebenso sein wie diverse Veranstaltungen, Flughäfen und Bahnhöfe oder die öffentlichen Verkehrsmittel selbst – insbesondere zu Urlaubs- und Stoßzeiten. Die Täter gehen dabei gelegentlich allein vor. Oft sind es organisierte Gruppen, die in Teamarbeit mithilfe diverser Tricks** versuchen, (vorläufig) unbemerkt ihrem Opfer die Wertsachen zu entwenden. Häufig wird dabei ein künstliches Gedränge erzeugt, doch die Methoden sind mannigfaltig. Durchschnittlich sind über zwei Drittel der Tatverdächtigen über 21 Jahre alt (und zu 75 Prozent nichtdeutscher Herkunft), doch auch Kinderbanden schlagen vermehrt zu. 

Allein durch erhöhte Aufmerksamkeit ist aber längst niemand vor Langfingern gefeit. So rät unter anderem die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK), es den Tätern in erster Linie nicht zu leicht zu machen. Prävention beginnt damit, nicht mehr Bargeld oder Wertgegenstände mit sich zu führen als nötig. In oben genannten Situationen gilt stets: Augen auf! Handtaschen oder Jacken sollte man weder im Zug noch im Restaurant außerhalb des Blicks über die Sitzlehne hängen, erst recht nicht im Straßencafé. Außerdem sollte man die Wertsachen wie Geld, Kreditkarten und Handy an verschiedenen Stellen am Körper verteilen: Eine verschließbare Innentasche, ein Brustbeutel oder sogenannter Geldgürtel können hierbei hilfreich sein. Gesäß- oder äußere Jackentaschen sind für Geldbeutel und Co eine ausgesprochen schlechte Wahl. Handtaschen sollten stets verschlossen vor dem Körper getragen werden. Und generell ist eine gesunde Prise Misstrauen angebracht, wird man in der Öffentlichkeit angesprochen, angerempelt, „versehentlich“ beschmutzt oder sonst wie bedrängt. 

Der Markt bietet eine Vielzahl an Produkten: angefangen von einer einfachen Kellnerkette am Geldbeutel bis hin zu ausgetüftelten Reise-Lösungen inklusive RFID-Blocker, wie sie beispielsweise das Unternehmen PacSafe bietet (www.pacsafe.com). Und sollte man trotz allem einmal bestohlen werden, ist es ratsam, unverzüglich die Polizei zu informieren sowie die Kreditkarten zu sperren (Sperr-Notruf: 116 116). dg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*Datenquelle: PKS Bundeskriminalamt, Jahresbericht 2018, zuletzt eingesehen am 2. April 2018 unter: www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/PolizeilicheKriminalstatistik/PKS2018/pks2018_node.html

**Die gängigen Taschendiebstahl-Tricks kann man einsehen unter www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/diebstahl-und-einbruch/taschendiebstahl oder unter www.bundespolizei.de/Web/DE/02Sicher-im-Alltag/01Vorsicht-Taschendiebstahl/06Tricks-der-Taschendiebe/tricks-der-Taschendiebe_anmod.html