Messerporträt: Glänzend wie ein Stern – hart wie Diamant

 

Christoph Daim schreibt über handgemachte Messer. Er ist Mitglied der Deutschen Messermacher Gilde und hat dort die Funktion des Lektors übernommen. Für WM-Intern schreibt er aus der Sicht des Messermachers über ausgefallene und kunstvolle Messer. 

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Auf 20 cm Gesamtlänge – italienisches Design und eine Klinge aus einem extrem ungewöhnlichen Material: das TCK 416 steht für „Tungsten Carbide Knive“ mit Edelstahlgriff.  © Christoph Daim
Auf 20 cm Gesamtlänge – italienisches Design und eine Klinge aus einem extrem ungewöhnlichen Material: das TCK 416 steht für „Tungsten Carbide Knive“ mit Edelstahlgriff. © Christoph Daim

Hartmetallwerkstoffe werden seit Anfang des 20. Jahrhunderts industriell verwendet. Dazu zählt beispielsweise das bekannte WIDIA, das zu rund 80 Prozent aus Wolframkarbidpulver besteht und dann mit Kobalt gesintert wird. Diese Materialien sind zwar besonders verschleißfest, aber sie gelten auch als extrem spröde, was sie für „normale“ Messerklingen ungeeignet scheinen lässt. Warum sollte man überhaupt an die Herstellung von Klingen aus Hartmetall denken? Theoretisch wäre eine Klinge viel dauerhafter und schnitthaltiger, wenn sie besonders hart wäre. Vorausgesetzt jedoch, sie wäre nicht bruchgefährdet und die Schneide würde nicht leicht ausbrechen. Bisher war diese Kombination reines Wunschdenken. 

Es gibt bewährte und sinnvolle Anwendungen von Hartmetallwerkstoffen in der Industrie – als Fräser, Bohrer und als Spezialmesser. Als handgeführte Klinge oder gar als Taschenmesser wurde so etwas lange Zeit für unmöglich gehalten. Das änderte sich erst vor Kurzem als die italienische Firma Turmond, ein Marktführer in der Hartmetallverarbeitung, es schaffte, eine nur 0,9 mm starke Hartmetallklinge zur Serienreife zu bringen. Sie ist erstaunlich elastisch und praktisch so gut wie bruchfest. Die Erscheinung des TCK 416 ist elegant und leicht. Und als wollten die Designer mit der überragenden Stabilität der Klinge spielen, haben sie als Logo auch noch fünf Löcher in die Klinge eingearbeitet, die die ersten Zahlen der Fibonacci-Reihe darstellen. www.sandrinknives.com