Neuheiten Schießsport – Immer wieder ins Schwarze 1/3

© ahg Anschütz
© ahg Anschütz

Der Schießsport geht auf deutschem Grund und Boden nachweislich bis ins 12. Jahrhundert zurück, als noch Schleuder, Bogen und Armbrust die Waffen der Wahl waren, sich untereinander im Wettkampf zu messen. Viel hat sich verändert seitdem, vor allem im letzten Jahrhundert, in den letzten Jahrzehnten. Zugleich muss aber auch klar sein, dass sich der Schießsport nicht jedes Jahr neu erfinden kann. Und dennoch – man findet auf den großen Messen unserer Zeit, allen voran der IWA OutdoorClassics im traditionsreichen Nürnberg, immer wieder spannende Verbesserungen und auch Neuheiten, die den Schießsport bereichern und stets am Leben halten, die noch das letzte Quäntchen an Präzision aus Mensch und Material holen. 

 

Einen durchdachten Schießhandschuh bietet der Ulmer Schießsportausrüster ahg Anschütz mit dem neuen Concept I. Dieser zeichnet sich in erster Linie durch sein Klimamanagement aus. Atmungsaktives Air-Meshgewebe wirkt verschwitzten Händen entgegen. Innen und außen sorgen Kautschukformteile für eine bessere Verteilung des Druckes, den Schießriemen oder Gewehrschaft auf die Hand ausüben. Weitere Gelpolster finden sich zwischen Daumen und Zeigefinger. Für einen sicheren Griff wurde an den übrigen Fingern rutschhemmendes Material verarbeitet. Zudem hält ein Stretchband den Handschuh sicher am Handgelenk und sorgt dafür, dass – wenn geöffnet – der Handschuh in Verbindung mit den Ausziehhilfen leicht von der Hand geht. Trotz aller modernen Features besteht der Concept I größtenteils aus echtem Leder. Erhältlich ist er in den Größen XXS bis XL, jedoch ausschließlich für Rechtsschützen. Das gesamte Sortiment von ahg Anschütz findet sich unter www.ahg-anschuetz.de

© Aimpoint
© Aimpoint

Das schwedische Unternehmen Aimpoint präsentierte dieses Jahr auf der IWA unter anderem ihr neues Mini-Rotpunktvisier speziell für Pistolen, das Acro (Advanced Compact Reflex Optic). Gegenüber anderen Mini-Rotpunktvisieren ist das geschlossen ausgeführte Red Dot bei einem Gewicht von 60 g mit seinen Maßen von 47 x 30 x 30 mm (LxBxH) zwar etwas größer, dafür aber Aimpoint-typisch sehr robust und widerstandsfähig ausgeführt. Es ist wasserdicht, temperaturunempfindlich sowie vibrations-, schlag- und schockresistent. Der Hersteller hat es auf Pistolen mit 20.000 Schuss im Kaliber .40 S&W getestet. Natürlich eignet es sich auch für Gewehre, die ein flach profiliertes Rotpunktvisier benötigen oder als Zweitvisier neben dem Zielfernrohr. Das Acro gibt es in den Versionen C-1 und P-1, wobei letztere nochmals einen breiteren Temperaturbereich verträgt, eine höhere Wasserdichtigkeit aufweist und zudem bei den Helligkeitsstufen gegenüber dem C-1 verhältnismäßig mehr Nachtsichtmodi aufweist. Das Acro C-1 ist demnach eher für den Zivilmarkt gedacht. Alle Details zu den neuen Mini-Rotpunktvisieren Acro C-1 / P-1 aus dem Hause Aimpoint gibt es unter www.aimpoint.com 

www.helmuthofmann.de 

www.rohofwaffen.at

www.bt-ag.ch

© Beretta
© Beretta

Vom italienischen Waffenproduzenten Beretta mit Sitz in Gardone Val Trompia gab es auf der IWA 2019 gleich zwei neue für das dynamische Schießen interessante Waffen. Das Modell 92x Performance ist dabei insbesondere auf die Production Class beim IPSC zugeschnitten worden. Die Pistole basiert auf dem bekannten 92er Modell im Kaliber 9 mm Luger. Für mehr Gewicht kommt hierbei ein Stahlgriffstück zum Einsatz. Dessen Griffwinkel und -rücken wurden nochmals verbessert, sodass der Hochschlag reduziert und die Kontrolle der Waffe erhöht wird. Ebenso tragen der neu konstruierte Abzug und das Schloss der Waffe dazu bei, noch schnellere Schussfolgen zu realisieren. Das Abzugsgewicht beläuft sich auf 1,5 kg. Die 92x Performance misst 222 x 48 x 148 mm (LxBxH) und bringt ungeladen 1.350 g auf die Waage.

© Beretta
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Die zweite Neuerung im Bunde ist die halbautomatische Flinte 1301 Competition Pro. Auch hier wurde alles auf Performance ausgelegt. Die Pro ist eine nochmals verbesserte Version der 1301 Competition, die ihrerseits bereits Weltmeistertitel eingefahren hat. Bei der neuen Flinte wurden einige Details verbessert. So ist beispielsweise der Schaft neu gestaltet. Er ist nun voluminöser und gummiert ausgeführt, sodass der Schütze die Waffe noch besser im Griff und damit mehr Kontrolle hat. Zudem wurde im Hinterschaft ein Rückstoßdämpfer integriert, der ein Hochschlagen der Waffe verringert und so die Schnelligkeit der Schussfolgen erhöht. Dadurch sollen theoretisch bis zu zehn Schuss in der Sekunde machbar sein. Darüber hinaus wurde eine 89er Basküle verbaut. Dies schafft mehr Platz und erleichtert somit das Nachladen. Die Magazinkapazität beträgt bis zu zehn Patronen, lässt sich durch verschiedene Magazinrohre je nach Disziplin aber auch anpassen. Ebenso stehen verschiedene Lauflängen zur Wahl, derzeit 53,5 cm und 61 cm.

Alle weiteren technischen Details erfahren Sie auf der Seite des Herstellers unter www.beretta.com. Der deutsche Importeur ist die Manfred Alberts GmbH, zu erreichen unter www.manfred-alberts.de.

Neu vom Pflegemittelspezialisten aus Aham sind die Ballistol FlexClean Reinigungsschnüre für die schnelle, unkomplizierte Laufreinigung. Die Schnüre sind mit drei eingenähten Schwämmen, jeweils gefolgt von Andruckkugeln, versehen. Der vordere Schwamm wird mit Laufreiniger benetzt, der nachfolgende mit Waffenöl. Die Andruckkugeln sorgen beim Durchziehen für eine gleichmäßige Verteilung der Reinigungs- und Pflegemittel im Lauf, während das hintere Ende der Schnur überschüssige Flüssigkeiten aufnimmt. Somit kann direkt weitergeschossen werden – ohne die Gefahr eines Ölschusses. Die Ballistol FlexClean kommen übrigens vom selben Hersteller wie die ebenfalls bekannten BoreBlitz-Reinigungsschnüre, was dem aufmerksamen Leser deren augenscheinliche Ähnlichkeit erklärt. Sie sind diesen gegenüber jedoch, wie oben erwähnt, mit drei Schwamm-Kugel-Einheiten versehen, statt nur mit zwei. Die Reinigungsschnüre Ballistol FlexClean sind in sechs Kalibergrößen für Pistolen und Gewehre erhältlich, von .22 l.r. bis .50 BMG. Außerdem gibt es drei weitere Schnüre speziell für Flintenläufe in den Kalibern 12, 16 und 20. Diese verfügen ebenfalls über drei Andruckkugeln, jedoch nur zwei Schwämme. Dafür sind sie mit Fransen zur Entfernung grober Partikel ausgestattet. Alle Flex­Clean-Schnüre kommen zudem in einer praktischen Aufbewahrungs- und Transportbox. Alle Schnüre im Einzelnen finden Sie unter www.ballistol.de

© Ballistol
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© CZ
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Die aus der tschechischen Waffenschmiede CZ, Česká zbrojovka a.s, stammende Wettkampfpistole Shadow 2 (der Nachfolger der CZ 75

SP-01 Shadow) wurde speziell auf die Bedürfnisse von Schützen bei den dynamischen IPSC-Disziplinen (Production Division) hin konzipiert. Drei Jahre nach Markteinführung wurde es jetzt Zeit für ein Facelift. So ist die Ganzstahlpistole außer dem gewohnt blauen Farbton nun auch mit in kräftig metallischem Orange erstrahlenden Griffschalen, Magazinschuh und -lösehebel erhältlich. Die Kombination Schwarz-Orange geht immer. Das haben schon andere namhafte Marken der Branche bewiesen. Und so darf man erwarten, dass künftig noch ein paar mehr Modelle von Typ CZ Shadow 2 über die Ladentheke gehen werden. Schließlich schießt das Auge mit. Doch halt – einfach nur von einem Facelift zu sprechen, wäre schlichtweg gelogen. Denn neben der Optik haben kleine, aber feine, präzisionsfördernde technische Verbesserungen bei der Shadow 2 Orange Einzug gehalten. So wird bei der Orange der polierte Lauf von Hand eingepasst und ist nunmehr mit einem Bushing im 1911er Stil versehen. Auch der Abzug wurde überarbeitet. Im Lieferumfang finden sich drei 19 Schuss fassende Magazine. Alle technischen Details zur Shadow 2 finden sich auf der Seite des Herstellers unter www.czub.cz

www.akah.de

www.frankonia-b2b.de

Der Autor dieses Artikels ist Daniel Guthannß.

Er ist in der Juli-August-Ausgabe 2019 in WM-Intern erschienen.