Messerporträt: Jean-Claude Galluchat

 

Christoph Daim schreibt über handgemachte Messer. Er ist Mitglied der Deutschen Messermacher Gilde und hat dort die Funktion des Lektors übernommen. Für WM-Intern schreibt er aus der Sicht des Messermachers über ausgefallene und kunstvolle Messer. 

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Galuchat noir und Galuchat rouge: zwei Messer in der 1.000 Euro-Klasse aus der Schmiede „Vent d`Aubrac“ mit echtem Rochenleder und Gravur. Klingenlänge: zehn Zentimeter.  © Christoph Daim
Galuchat noir und Galuchat rouge: zwei Messer in der 1.000 Euro-Klasse aus der Schmiede „Vent d`Aubrac“ mit echtem Rochenleder und Gravur. Klingenlänge: zehn Zentimeter. © Christoph Daim

Die wenigsten Leser werden wissen, was es mit diesem Namen auf sich hat. Beginnen wir also mit einem Namen, den so gut wie jeder kennt, ob Messerlaie oder Messersammler: „Laguiole“.

Das Laguiole ist so sehr zum Inbegriff des französischen Taschenmessers geworden, dass man leicht vergisst, dass es noch viele andere, regional typische Messer in Frankreich gibt. Ein Laguiole erkennt man neben der charakteristischen Form auch an der „Mouche“, das ist die typische Fliege auf der Rückenfeder des Messers. Es gibt unzählige Varianten des Laguiole: schlicht oder kunstvoll, billig oder teuer, aus China, Pakistan oder – zum Glück, immer noch – aus der Region Laguiole. Im Zentrum dieser Region findet sich die Werkstatt von Michel Frayssou, der die regionalen Messer immer wieder künstlerisch neu interpretiert: So gibt es Griffe aus Koralle oder Elfenbein und statt der Mouche kann man einen Koi oder auch ein Freimaurerzeichen auf dem Messerrücken finden. Die hier gezeigten Messer haben als Griffmaterial echtes Rochenleder! Dieses Material hat die französische Bezeichnung ‚Galuchat‘ und war bereits vor Jahrhunderten am französischen Hof in Mode. Monsieur Galluchat (mit zwei „l“!) wurde später zum Namensgeber dafür, denn er fertigte viele exklusive Stücke daraus, unter anderem für Madame de Pompadour, was seinen außerordentlichen Ruf als Kunsthandwerker bis heute begründet.