Rückblick: 6. Internationale Jagd- und Schützentage auf Schloss Grünau

© Claudia Jahn
© Claudia Jahn

Obwohl der Aufbau für Aussteller und Veranstalter einer Schlammschlacht glich, überzeugte der Auftakt der Eventpartnerschaft der IWA OutdoorClassics und der Internationalen Jagd- und Schützentage bei traumhaftem Herbstwetter und malerischer Kulisse. Rund 400 renommierte Aussteller boten vom 11. bis 13. Oktober 2019 auf 10.000 Quadratmeter Hallenfläche rund um das Schloss Grünau in Neuburg a.d. Donau ein breit gefächertes Angebot zu den Themen Jagd und Schützensport. Seit dem vergangenen Jahr ist die Jagdmesse auf dem prächtigen Jagdschloss der Wittelsbacher zu Hause und beliebter Treffpunkt für Jäger, Falkner, Hundeführer und Naturliebhaber.

Die Internationalen Jagd- und Schützentage 2019 standen in vielerlei Hinsicht unter einem besonderen Stern. Das einzigartige Messekonzept, welches 2014 von Hans-Joachim Reich entwickelt wurde, fand zum ersten Mal in Kooperation mit der NürnbergMesse GmbH statt. „Damit haben wir den Grundstein für eine erfolgreiche Zusammenarbeit gelegt“, freut sich Hubertus Reich, Geschäftsführer der Reich Messen GmbH. Bereits im Frühjahr wird das Erfolgsmodell auf dem Wasserschloss Lembeck fortgeführt. Petra Wolf, Mitglied der Geschäftsleitung bei der NürnbergMesse, unterstreicht: „Mit der Veranstaltung erfüllt sich für uns ein großer Traum. Dank der Partnerschaft erweitert die NürnbergMesse ihr Spektrum um ein Publikumsformat der besonderen Art.“

 

Symbiose aus Tradition und Technik

Herausragende Merkmale der Internationalen Jagd- und Schützentage sind der Mix aus Klassik und Moderne und der unverwechselbare Charme des Renaissance-Schlosses. „Grünau ist definitiv die schönste Jagdmesse im deutschsprachigen Raum – nicht nur von der Örtlichkeit her, sondern auch vom Zulauf und der Reputation“, lautete das Feedback eines österreichischen Austellers. Besucher schätzten vor allem den gelungenen Spagat zwischen traditioneller Handwerkskunst und technischen Innovationen. So gaben sich in diesem Jahr unter anderem Dirndlschneider und Lederhosenmacher ein Stelldichein mit Jagdwaffen- und Optikherstellern, die neben Altbewährtem viele Neuheiten und Weiterentwicklungen präsentierten. Besonders gefragt waren Schalldämpfer, Wärmebild- und Nachtsichtoptik. Ein besonderes Schmankerl stellten darüber hinaus die „Blaser Flintentesttage“ dar, auf denen Besucher die Produkte des Premiumherstellers aus Isny direkt vor Ort in Augenschein nehmen und probeschießen konnten! Auf reges Interesse stießen in Zeiten der Schwarzwildproblematik auch die Themen Wildschadensverhütung und mobile Ansitzeinrichtungen.

 

Großes Interesse am Rahmenprogramm

Abgerundet wurden die Internationalen Jagd- und Schützentage durch ein festliches Rahmenprogramm mit Fachvorträgen, Greifvogelvorführungen, Böllerschützen, Alphornbläsern, Blaskapellen, der Drum und Pipe Band Targe of Gordon, Goaßlschnolzern und Trachtlern.

Die Internationalen Jagd- und Schützentage 2020 in Grünau finden am 09. und 10. Oktober statt.

Vom 27. bis 29. März 2020 feiern die Internationalen Jagd- und Schützentage ihre Premiere im nördlichen Teil des Kreises Recklinghausen im Lippetal im Wasserschloss Lembeck.

 

 

www.jagdundschuetzentage.de

www.iwa.info    

VDB-Mitgliederversammlung – Neues Team für schwierige Zeiten

Der Schauplatz war ungewöhnlich – die abendliche Feierstunde und die Mitgliederversammlung am nächsten Morgen fanden auf Schloss Grünau bei Ingolstadt statt. Rings herum zeigten fast 400 Aussteller ihre Produkte auf den „Internationalen Jagd- und Schützentagen“, der nach Veranstalteransicht „schönsten Jagdmesse Deutschlands“. Die meisten Mitglieder reisten aber wegen der jährlichen Versammlung an, die im Konzertsaal des Jagdschlosses einen stilvollen Rahmen fand. VDB-Präsident Jürgen Triebel lieferte am Vorabend vor 100 geladenen Gästen einen Rückblick auf 70 Jahre Verbandsgeschichte, stellte aber in der Hauptversammlung auch heraus, dass der VDB heute über 1.300 Mitgliedsunternehmen vertritt und soeben vom TÜV Rheinland in den Bereichen Interessenvertretung, Mitgliederbetreuung, Öffentlichkeitsarbeit und Betrieb der Geschäftsstelle nach ISO 9001-2015 zertifiziert wurde – das können nur wenige Verbände vorweisen.

Michael Blendinger (links), Jürgen Triebel (Mitte) und Achim Schäfer bilden das neue Präsidium des Verbandes Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler. © VDB
Michael Blendinger (links), Jürgen Triebel (Mitte) und Achim Schäfer bilden das neue Präsidium des Verbandes Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler. © VDB
Das bisherige Präsidium von links: Torsten Schill, Inga Steinmann, Thomas Lendermann und  Jürgen Triebel. © VDB
Das bisherige Präsidium von links: Torsten Schill, Inga Steinmann, Thomas Lendermann und Jürgen Triebel. © VDB

Die anwesenden Mitglieder des VDB taten ihre Entscheidungen per Stimmzettel kund. © VDB
Die anwesenden Mitglieder des VDB taten ihre Entscheidungen per Stimmzettel kund. © VDB

Die verschiedenen VDB-Aktivitäten, die die Waffengesetz-Novelle in diesem Jahr begleiteten, waren im Januar 2019 seitens des Gesamtpräsidiums mit einem ansehnlichen Sonderbudget beauftragt worden. Neben den schriftlichen Stellungnahmen zu den Gesetzentwürfen fanden den Sommer über zahlreiche persönliche Treffen mit beteiligten Bundespolitikern statt, teilweise in den jeweiligen Wahlkreisen und dann in Ladengeschäften von VDB-Mitgliedsfirmen, viele aber auch in Berlin bei Bundestag und Bundesrat. Diese sehr persönliche und durchaus erfolgreiche Art, Politikern sowohl Fachkenntnisse zur Waffenrechtsmaterie als auch die seriösen Interessen des Verbands zu vermitteln, erläuterte der Berliner Politberater Dr. Hubert Koch, der das Konzept gemeinsam mit dem VDB entwickelt hatte (siehe WM-Intern 11/2019). Die VDB-Mitglieder jedenfalls waren mit der Transparenz und auch wegen durchaus bereits erzielter Verbesserungen im Gesetzesentwurf für Handel und Handwerk zufrieden, auch wenn gerade die elektronische Datenerfassung durch das NWR II (Nationales Waffenregister) vielen noch Probleme bereiten wird. Darauf ging auch Niels Heinrich von der Fachlichen Leitstelle NWR aus Hamburg ein, der als Waffensachverständiger und zugleich einer der „NWR-Macher“ beide Seiten gut kennt und der in einem Gastvortrag um Verständnis für die Notwendigkeit warb.

Den modernen Anforderungen an einen Schnittstellenverband wird der VDB künftig durch die komplett neue Satzung gerecht, die in Grünau verabschiedet wurde. Ländergruppen und das Schiedsgericht entfallen, Vollmitglieder mit Waffenhandelslizenz sind künftig „ordentliche“ und die bisherigen Fördermitglieder „außerordentliche Mitglieder“. Fachausschüsse zu speziellen Themen sollen die Geschäftsstelle organisatorisch entlasten. Während Präsident Jürgen Triebel für eine, wie er andeutete, letzte Amtszeit wiedergewählt wurde, werden nun Michael Blendinger als erster Vizepräsident und Achim Schäfer als zweiter Vize und Schatzmeister das Präsidium ergänzen. Die ausscheidenden Präsidiumsmitglieder Inga Steinmann, Thomas Lendermann und Torsten Schill wurden mit viel Applaus verabschiedet.

Als erste Maßnahme des neu gewählten Teams wurde Ende Oktober zunächst eine Pressemitteilung herausgegeben, in der der VDB die Verschärfungen des Waffengesetz-Entwurfs als „Papiertiger ohne tatsächlichen Sicherheitsgewinn“ anprangerte. Stattdessen würde Innenminister Seehofers Gesetz „Polizei und Ordnungsbehörden wie auch die Wirtschaft mit unnötiger, überbordender Bürokratie, Arbeitsaufkommen und nicht zuletzt immens hohen Kosten belasten, ohne auch nur einen einzigen Attentäter von seinen Plänen abzuhalten“. Es folgte die Protestaktion: Mithilfe eines Briefgenerators auf der VDB-Website konnten Verbandsmitglieder wie auch alle interessierten Menschen den Bundestagsabgeordneten ihrer Wahlkreise ihren Unmut mitteilen und sie auffordern, sich für ein praxisnahes Gesetz einzusetzen. www.vdb-waffen.de