Messerporträt: Nessmuk

 

Christoph Daim schreibt über handgemachte Messer. Er ist Mitglied der Deutschen Messermacher Gilde und hat dort die Funktion des Lektors übernommen. Für WM-Intern schreibt er aus der Sicht des Messermachers über ausgefallene und kunstvolle Messer. 

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Ein finnisches Nessmuk von Brisa mit 125 Millimeter Klingenlänge.  © Christoph Daim
Ein finnisches Nessmuk von Brisa mit 125 Millimeter Klingenlänge. © Christoph Daim

In dieser Ausgabe geht es um „Nessmuk“ George W. Sears und seinen legendären Messerentwurf. Er lebte im Nordamerika des 19. Jahrhunderts, sein Pseudonym gab er sich zu Ehren eines Indianerfreundes aus seiner Jugendzeit. Bekannt war George W. Sears als Schriftsteller und Pionier für etwas, das wir heute vielleicht „Trekkingreisen“ nennen würden. Sein Handbuch zu dem Thema, in dem sich auch ein Bild seines Messers findet, stammt aus dem Jahre 1884 und ist bis heute in Druck. „Nessmuk“ war klein und schmächtig, aber der Überzeugung, dass das kein Hindernis für seine Trekkingtouren darstellen müsste. Daher entwickelte er für sich ein minimales und leichtgewichtiges Equipment, zu dem unter anderem auch das bereits erwähnte Messer gehörte. Messer im „Nessmuk-Stil“, wie das hier gezeigte aus Finnland, werden heute noch von einigen Herstellern und Messermachern gebaut. Besonders interessant ist dabei die Tatsache, dass ein „originales Exemplar“ eines Messers von Mr. Sears nicht mehr existiert. Er gab selbst nur wenige Hinweise zur Beschaffenheit seines Messers, von einer Illustration in seinem Buch einmal abgesehen. Somit sind alle heutigen Nessmuk-Messer nur Interpretationen seines Entwurfes, der dadurch umso einflussreicher und inspirierender erscheint. Jedenfalls bietet die finnische Seenlandschaft eine vergleichbare Topographie zu den Adirondacks, jener Gegend, in der Mr. Sears seine Trekkingreisen durchgeführt hat.

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