Rauchware, Trapperromantik und harte Tierschutzthemen

© Fellwechsel
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Es ist Februar, lange Frostwinter mit hoher Schneelage gibt es in unseren mitteleuropäischen Lagen schon ein paar Jahre nicht mehr flächendeckend. Trotzdem trägt unser heimisches Raubwild wie eh und je in den Wintermonaten reife Bälge und ist eine lohnende und reizvolle Jagdbeute. 

 

Wie bei allem Wild muss vor der Erlegung die Frage nach dem Sinn der Bejagung überzeugend beantwortet sein. Das ist gerade beim Raubwild nicht ganz einfach, denn seine Bejagung steht im Spannungsfeld zwischen Niederwildhege, Balgnutzung und der Bekämpfung invasiver nicht autochthoner Arten. Von der Sache her wäre es eigentlich gar kein Spannungsfeld, hätten selbsternannte Tierschutzorganisationen die Nutzung der Pelze nicht so gründlich vergällt. Als die Anti-Pelz-Kampagnen Mitte der 80-er Jahre des letzten Jahrhunderts richtig Fahrt aufnahmen, richteten sie sich in erster Linie gegen die unerträglichen Zustände auf Pelztierfarmen und gegen die Verarbeitung von Pelzen seltener und gefährdeter Arten. Beides ist nachvollziehbar und richtig. Leider ist dabei – quasi als Kollateralschaden – die gesamte Pelzindustrie verteufelt worden, und nur ganz wenige Menschen haben sich noch getraut Pelz zu tragen, auch wenn die Pelze aus heimischer Jagd aus ungefährdeten Populationen stammten. In Sachen Niederwildhege sind sich auch alle Studien einig: Ohne Bejagung der Prädatoren wird keine Maßnahme zur Förderung von Bodenbrütern und Singvögeln je Erfolg haben. Für die Eindämmung invasiver Arten, wie Waschbär, Marderhund oder Nutria, ist die Fangjagd alternativlos. Doch wie passt es zusammen, dass die Verwertung der Bälge aus sinnvoller und notwendiger Bejagung abgelehnt wird? 

© Fellwechsel
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Heute haben wir die Chance, einiges wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Mit der Sensibilisierung für Mikroplastik aus Fleecekleidung versus nachwachsende Rohstoffe wendet sich das Blatt für die ursprünglichen Materialien Pelz und Wolle. Ob die Zeiten der großen Pelzmäntel wiederkommen, ist eine Frage der Mode. Doch viele andere Verwendungsmöglichkeiten, bei denen die Vorzüge von Pelzwaren zur Geltung kommen sind seit einiger Zeit wieder auf dem Vormarsch. So tragen Mann und Frau heute gerne ein Futter aus geschorenem Pelz. Nichts ist leichter und gleichzeitig so wärmend! Andere Produkte kommen zum Beispiel auch von der Fellwechsel GmbH. Unter der Leitung von Andreas Leppmann arbeitet Fellwechsel mit einem kleinen motivierten Team daran, die Nutzung heimischer Rauchwaren wieder salonfähig zu machen. Mit Fellherzen und vielen anderen Produkten aus nachhaltiger Raubwildjagd werden Ideen aus Pelz marktfähig gemacht. Zurzeit befindet sich ein Bezug für Autositze aus geschorenem Fuchspelz im Alltagstest. Mal sehen, ob wir diesen Bezug demnächst im Sortiment anbieten können. 

Tatsächlich wird in zahlreichen Produkten der Modewelt echter Pelz verwendet. Doch interessanter Weise verschleiern Hersteller diesen Umstand immer wieder vor ihren Kunden. Um die vorgeschriebene Kennzeichnungspflicht „Echter Pelz“ zu umschiffen, finden sich gerne Kennzeichnungen wie „Textilfreier Bestandteil tierischen Ursprungs“ oder ähnliches. Dabei kommen solche Bestandteile tierischen Ursprungs besonders häufig bei günstig angebotener City- oder Lifestyle-Konfektion vor. Sollten wir darüber schmunzeln? Nein nicht wirklich, denn was hier neben der deutlichen Kennzeichnung fehlt, ist auch der Herkunftsnachweis für den Pelz. 

War anno dazumal noch Großvaters Fallenarsenal für Generationen von Jägern ausreichend, so wird das Thema für den Fachhandel wieder interessant. Nicht nur moderne Fallen, sondern auch Fallenmelder, Wildkameras und Lockstoffe (Landesrecht beachten!) erweitern das mögliche Angebot für den modernen Trapper. Vor allem die Produktgruppe der Fallenmelder macht die Fangjagd gesetzeskonform möglich, da die Falle damit unter permanenter Kontrolle steht. Es entfällt das Patroulliefahren oder -laufen auf gut Glück. Das spart wertvolle Zeit! z

www. fellwechsel.org

www.icefox.biz   

 

Die fellgefütterte Lodenkleidung von Icefox wärmt den Körper. Ein Lodenparka mit Opossumfell.
Die fellgefütterte Lodenkleidung von Icefox wärmt den Körper. Ein Lodenparka mit Opossumfell.
Eine Lodenhose mit Kaninchenfell. © Icefox
Eine Lodenhose mit Kaninchenfell. © Icefox