Supernasen gegen die Seuche

© Anna Kaufmann
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Im Kreis Segeberg (Schleswig-Holstein) stehen die ersten fünf ASP-Suchhunde für den Ernstfall bereit. Das nördlichste Bundesland nimmt damit gemeinsam mit dem Saarland eine Vorreiterrolle ein.

 

Sie heißen Thore, Daira, Luzi, Carlotta und Milow – und sind einige der wenigen Jagdbegleiter in Deutschland, die für die Schwarzwild-Fallwildsuche ausgebildet wurden. Ihre Aufgabe: Wenn der schlimmste Fall (Worst Case) eintritt und hierzulande die Afrikanische Schweinepest (ASP) grassiert, sollen sie mit ihren geschulten Nasen möglichst schnell verendete Sauen im Wald aufspüren. 

Die Initiative für dieses Pilotprojekt ging vom im Kreis Segeberg zuständigen Amtsveterinär, der sich im Nachgang einer ASP-Übung im Sommer 2018 hilfesuchend an Kreishundeobfrau Heidi Fitzner wandte. Denn: Die bei der Übung eingesetzten Nachsuchenhunde hatten sich nicht oder nur bedingt als geeignet erwiesen. Eine Arbeitsgruppe rund um Heidi Fitzner erstellte daraufhin ein Anforderungsprofil; fünf Gespanne wurden nach einer „Sichtung“ im Schwarzwildgatter Segeberger Heide für die Ausbildung ausgewählt. 

© Anna Kaufmann
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Das Training fand von März bis September 2019 in Zusammenarbeit mit zwei erfahrenen Flächensuchhunde-Ausbildern statt. Die Kosten wurden zum größten Teil von einer privaten Stiftung übernommen. Nach vier Monaten Intensivausbildung (freitags bis sonntags jeweils mindestens vier Stunden) waren alle Teams erstmals so weit, dass sie ihre Arbeitsweise der Stiftung, dem Team des Schwarzwildgatters Segeberger Heide, dem zuständigen Amtsveterinär und dem Vorstand der Kreisjägerschaft Segeberg vorstellen konnten. „Auch die abschließende Überprüfung im Schwarzwildgatter wurde lobend vom Gattermeister Uwe Kemmerich und seinen Mitarbeitern beurteilt“, freut sich Heidi Fitzner. Alle fünf Hundegespanne haben anlässlich eines Sichtungstermines ein Zertifikat für die Brauchbarkeit der ASP-Fallwildsuche erhalten. 

Mittlerweile ist das Interesse groß – und zwar nicht nur in Schleswig-Holstein. Auch andere Bundesländer, wie zum Beispiel Niedersachsen, wollen ASP-Suchhunde ausbilden. ak