Gut beraten – Wenn die Krise kommt

© Claudia Jahn
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Der Shutdown trifft vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen hart. Gut, wenn man sich auf solche Zeiten vorbereitet hat. Aber wer rechnet schon damit, dass eine Situation wie die jetzige rund um die Corona-Pandemie jemals eintritt? Dass sie jederzeit eintreten kann, wissen wir jetzt. Jetzt ist es an der Zeit, darüber nachzudenken, was gut lief, was Schwierigkeiten bereitet und wie man sich auf eine Krise vorbereiten kann.

 

Volker Licht von der wobkom beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema Ereignisprävention sowie -kommunikation und hat einige Maßnahmen zusammengestellt, die jeder Unternehmer leicht umsetzen kann, um im Fall der Fälle ein bisschen besser vorbereitet zu sein.

 

© wobkom
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Fragen zu betrieblichen Maßnahmen zur Vorbereitung auf ein unvorhergesehenes Großereignis, die sich Unternehmen stellen sollten: 

Erster Schritt: 

Mögliche Auswirkungen auf das Unternehmen feststellen 

  • Welche Geschäftsprozesse sind unentbehrlich und welche Auswirkungen hätte deren Ausfall auf das Unternehmen? 
  • Bestehen besondere Vorgaben auf Basis gesetzlicher 
  • Verpflichtungen, Rechtsverordnungen usw. zur Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit essenzieller Geschäftsprozesse?
  • - Bestehen vertragliche Verpflichtungen, mit denen Kunden das Erbringen von Leistungen zugesagt wurde? 
  • - Welche Konsequenzen hätte der Ausfall der eigenen Geschäftstätigkeiten auf das Umfeld? Wäre das Unternehmen nach der Krise noch existenzfähig? 

 

Zweiter Schritt: 

Interne Betriebsabläufe untersuchen 

- Welche innerbetrieblichen Abläufe müssen ständig überwacht beziehungsweise können nicht unterbrochen werden? 

- Welche Zulieferer und Versorger (unter anderem Strom, Wasser, Gas) sind für den Betrieb unentbehrlich?

- Welche von Externen erbrachte Dienstleistungen (zum Beispiel Wartung, Entstörung) sind für den Betrieb unentbehrlich? 

- Wo muss Vorsorge getroffen werden (zum Beispiel Kraftstoffversorgung, medizinische Versorgung), wo bestehen Abhängigkeiten von Bevorrechtigungen, Sondergenehmigungen von Behörden (zum Beispiel Zugang zu gesperrten Gebieten)? 

 

Dritter Schritt: 

Unternehmensziele festlegen und umsetzen 

- Bestimmen Sie eine(n) Verantwortliche(n) für die Planung und die Vorbereitungsmaßnahmen für ein unvorhergesehenes Ereignis. Beziehen Sie die notwendigen Beteiligten beziehungsweise Betriebsbereiche mit ein.

- In größeren Betrieben sollte ein Führungskonzept für eine Krise festgelegt werden. 

- Legen Sie Regeln der Informationsweitergabe und Kommunikation fest, zum Beispiel zur Information von Mitarbeitern, Kunden und Öffentlichkeit. Alle Informationen müssen zentral gesteuert werden, beispielsweise durch einen Notfall- und Krisenplan). 

- Erstellen Sie allgemeine Verhaltensregeln, zum Beispiel Regeln für das Verhalten bei Erkrankungen von Mitarbeitern und von Personen in ihrem häuslichen Umfeld sowie Regeln zur persönlichen Hygiene. 

- Machen Sie die Beschäftigten mit diesen Regeln in geeigneter Form vertraut, zum Beispiel durch Unterweisungen, per EMail, Intranet, Aushänge u. a.

- Prüfen Sie, welche weiteren Vorsorgemaßnahmen Sie für Ihre Mitarbeiter ergreifen wollen, zum Beispiel die Bevorratung von antiviralen Arzneimitteln, persönlicher Schutzausrüstung sowie die Bereitstellung dieser Mittel und Einsatzregeln dafür im Falle einer Pandemie. 

- Prüfen Sie organisatorische Maßnahmen: 

- Festlegen von wichtigen Mitarbeitern und Sicherstellung von deren Verfügbarkeit, zum Beispiel durch Vertretungsregelungen, Information und Motivation zur Arbeitsaufnahme, durch medizinische Betreuung sowie Verpflegung und Versorgung des Schlüsselpersonals im Betrieb und gegebenenfalls durch Betreuung von Angehörigen.

- Maßnahmen zur Reduzierung der Ansteckungsgefahr, wie Vereinzelung, Schichtregelung, Einrichten von Heimarbeitsplätzen.

- Motivation und Kommunikation.

- Beteiligung des Betriebsrates. 

- Beachten Sie die aktuellen Informationen der örtlichen Behörden.

- Nehmen Sie Kontakt zu Ihren Kammern, Verbänden oder Gewerbevereinen auf und erkundigen Sie sich über deren Informations- und Leistungsangebot. 

 

Mit einer Checkliste beziehungsweise einem vorgefertigten Notfallplan hat man in Krisenzeiten eine Orientierung für sich, seine Mitarbeiter und das Unternehmen zur Hand. Damit ist das Unternehmen schneller wieder handlungsfähig und kann in unsicherer Zeit ein wenig Sicherheit schaffen. Es lohnt sich, vorbereitet zu sein. www.wobkom.de

Der Plan zum Download
wobkom Pandemieplan.pdf
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